Ein spezielles Wiedersehen von Urs Mühlethaler mit Spono Nottwil

Im European Cup treffen die Spono Eagles auf Rotweiss Thun – und damit auf ihren Ex-Trainer.

Ernesto Piazza
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Urs Mühlethaler, hier noch in Diensten von Spono Eagles. Am Samstag coacht er die Thunerinnen gegen sein ehemaliges Team.

Urs Mühlethaler, hier noch in Diensten von Spono Eagles. Am Samstag coacht er die Thunerinnen gegen sein ehemaliges Team.

Bild: Philipp Schmidli (Nottwil, 23. April 2017)

Brisantes Duell mit internationalem Anstrich: In der zweiten Runde des EHF European Cups treffen die Spono Eagles am Samstag auswärts auf Rotweiss Thun. Pikant ist die Begegnung vor allem deshalb, weil die Nottwilerinnen erstmals wieder auf ihren ehemaligen Trainer Urs Mühlethaler treffen, der neu im Oberland Regie führt.

Der 66-jährige, gebürtige Berner hatte die Eagles vor zwei Jahren zum bisher letzten Meistertitel geführt. Während seiner Amtszeit ging dieser Pokal zweimal (2016 und 2018) an den Sempachersee, 2018 kam auch noch der Cup-Sieg dazu. Zudem durften sich die Eagles 2016 und 2018 als Supercup-Gewinner feiern lassen. «Es war eine coole Zeit», resümiert Mühlethaler seine Erfolge mit Spono – bis es dann im Herbst 2018 zur Trennung kam. «Das Ende war nicht schön», sagt er rückblickend. Eine Hauptrolle bei der damals sehr schwierigen Zeit spielten gewichtige, nicht adäquat ersetzte Abgänge und Verletzungen. Weiter mag sich der Erfolgscoach nicht mehr dazu äussern. Der Fokus liegt bei seinem neuen Engagement in Thun.

Es habe drei, vier Monate gebraucht, so Mühlethaler, bis die Spielerinnen seine Handballphilosophie verinnerlichten. «Doch mittlerweile haben wir unseren gemeinsamen Weg gefunden.» Auch wenn mit Laura Rotondo und Lucia Weibelova zwei Eckpfeiler wegen Verletzungen erst wieder zurückkehren. Dass es für ihn nun schon früh in der Saison gegen die Eagles geht, habe zwar eine gewisse emotionale Bedeutung. Dennoch weiss er: «Eine solche Situation erlebe ich nicht das erste Mal.» Und für ihn ist auch klar: «Trotz der speziellen Europacup-Ausgangslage wollen wir in die nächste Runde einziehen.»

Die grossen Prüfungen kommen erst noch

Der neue Spono-Trainer Ike Cotrina steht mit seinem Team in der noch jungen Meisterschaft mit reiner Weste da. Auch den Supercup gegen Brühl vermochte man für sich zu entscheiden – und ein weiterer Erfolg gegen die St.Gallerinnen «gaben uns einige Aufschlüsse, wo wir momentan stehen», erklärt der neue Eagles-Teamverantwortliche. Und er sagt: «Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.» Sie hätten bisher lediglich einen ersten Block von acht, neun Wochen mit positiven Resultaten abgeschlossen, die grossen Prüfungen kämen erst. Und auf mögliche Defizite angesprochen, weiss Cotrina: «Wir müssen vor allem an der Konstanz arbeiten.» Oder anders formuliert: Gute Phase, wechseln bei den Nottwilerinnen noch zu sehr mit schwächeren, zu fehlerbehafteten Momenten. Doch sein bisheriger Eindruck vom Team und dem unmittelbaren Vereinsumfeld sei gut. «Alle wissen, was wir erreichen wollen.»

Dass die Eagles mit Mühlethaler auf einen ehemaligen Trainer treffen, will Ike Cotrina nicht überbewerten. «Urs ist ein Supertrainer und solche Konstellationen kommen immer wieder vor.» Allerdings werden bei Spono noch verschiedene Spielerinnen dabei sein, die mit ihm grosse Erfolge feierten.

Gegner wurde zugeteilt, statt zugelost

Eher komisch ist für den neuen Spono-Headcoach die Affiche, dass im Rahmen des EHF European Cup dieses rein schweizerische Duell ansteht. Und dass nur eine Begegnung übers Weiterkommen entscheidet. Es sei praktisch ein Final. Denn sie hätten keine Möglichkeit, in Thun Versäumtes im Rückspiel zu korrigieren, so Cotrina, der ein offenes Spiel erwartet. «Die Chancen stehen 50:50.» Einiges Kopfzerbrechen machte beiden Trainern hingegen das Hin und Her wegen der Ansetzung des Spiels. Diese stand lange Zeit auf sehr wackligen Füssen, weil bei den Umsetzungsmöglichkeiten der EHF-Schutzmassnahmen im Zusammenhang mit Corona Klärungsbedarf bestand. So sei es wegen der Quarantänebestimmungen für einige Länder gar nicht möglich, teilzunehmen, erklärt Mühlethaler. «Deshalb habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu diesem Wettbewerb.» Der Reiz, gegen internationale Gegner zu spielen, gehe so verloren.

Vor allem die Planung mit Blick auf die nächsten Spiele sei schwierig gewesen, sagt Cotrina. Und in die Rubrik «Kurios» reiht sich ein, dass diese Begegnung nicht mittels Los bestimmt wurde. Die beiden Mannschaften wurden einander zugeteilt und müssen auch noch einen Coronatest machen.

Handball

Frauen. European Cup. 2. Runde. Samstag. 17.00: Rotweiss Thun – Spono Eagles (Gotthelf). Bemerkung: Brühl-SG zieht sich zurück.