Ein Torjäger legt sich wieder beim SCOG auf die Lauer

Mit Luan Haxhimurati hat sich Obergeissenstein in der Offensive verstärkt. Der 24-Jährige kehrt vom 1.-Ligisten Buochs zurück.

Michael Wyss
Drucken
Teilen
Luan Haxhimurati will für den SC Obergeissenstein in der regionalen 2. Liga auf Torejagd gehen.  Bild: Michael Wyss (Luzern, 12. August 2019)

Luan Haxhimurati will für den SC Obergeissenstein in der regionalen 2. Liga auf Torejagd gehen. Bild: Michael Wyss (Luzern, 12. August 2019)

«Ich will oben mitspielen und Torschützenkönig der Liga werden», zeigt sich Rückkehrer Luan Haxhimurati kampfbetont. «Ich bin bewusst zu Obergeissenstein zurückgekehrt, um hier was mit der Mannschaft zu reissen. Angebote von Vereinen höherer Ligen lagen vor, doch ich wollte zurück zu meinem Verein der Anfangsjahre. Hier habe ich meine Wurzeln.»

Aufgewachsen und wohnhaft ist der im Sternzeichen Steinbock geborene Haxhimurati (187 Zentimeter) an der Tribschenstrasse in Luzern, praktisch gegenüber vom Sportplatz Tribschen des FC Kickers Luzern. Warum spielte der 24-Jährige, der in Ebikon als Gebäudetechnikplaner Heizung seinen Lebensunterhalt verdient und derzeit eine Ausbildung macht, nie bei Kickers Luzern? Es wäre ja ein Katzensprung gewesen. «Das stimmt und werde ich immer wieder gefragt. Mein Vater hatte mich als kleiner Knirps zu einem Schnuppertraining bei Kickers Luzern angemeldet. Doch das Training fand nicht statt, genauso wie beim zweiten Versuch. Weshalb es mit den Probetrainings nicht klappen wollte, weiss ich nicht mehr. So klopfte ich beim SC Obergeissenstein, dem nächstgelegenen Verein, an. Und hier blieb ich während vieler Jahre und kehre nun wieder zurück.»

Auch Landhockey und Basketball im Repertoire

Auch Basketball spielt(e) er plauschmässig in der Kantonsschule Alpenquai Luzern und Landhockey auf der Hubelmatt prägte in den Jugendjahren ­Haxhimuratis Freizeit. «Ich war beim Luzerner SC während fünf Jahren Landhockeyspieler. Doch ich musste mich eines Tages für einen Sport entscheiden. Das war dann Fussball, denn ich bin vermutlich mit diesem Gen einfach auch geboren.» Gut möglich, denn sein Vater Masar spielte schon immer Fussball und ist heute leidenschaftlicher Akteur im Team der SCOG-Veteranen und beim FC Schindler (Firmenfussball). «Er ist auch mein grösster Mentor und kritischer Beobachter. Er verpasste, man kann es an einer Hand abzählen, praktisch keine Spiele.» Seinen Eltern, die Geschwister und seine Freundin Carla seien die ganz grosse Stützen. «Meine Eltern haben mir den Sport ermöglicht und mich immer unterstützt bei meinem Hobby, was ich sehr schätze.»

Nach seiner Anfangszeit bei Obergeissenstein (Nachwuchs, 3. Liga, 2. Liga) wechselte der gross gewachsene Offensivspieler zu Eschenbach in die 2. Liga inter, und später folgte der Übertritt zum Erstligisten SC Buochs, wo der Stadtluzerner während dreieinhalb Saisons blieb. «Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich konnte bei allen Vereinen viel profitieren. Mit Obergeissenstein wurden wir im 2013 IFV-Cupsieger und qualifizierten uns für die erste Hauptrunde. Leider ohne Losglück. Wir spielten als damaliger Drittligist gegen den früheren Erstligisten Bavois und verloren 1:3.» Geblieben ist ihm auch der Cupkracher mit ­Buochs gegen die Grasshoppers genau vor einem Jahr. «Wir verloren auf dem Seefeld vor 1600 Fans 0:2. Das war ein grossartiges Erlebnis, gegen den damaligen Super-League-Vertreter zu spielen.» Auch einen Meistertitel hat Haxhimurati vorzuweisen: Mit den A-Junioren des Teams OG/Kickers wurde er in der Saison 2011/12 Schweizer Meister in der Coca Cola Junior League.

Wiedersehen mit dem Nachwuchstrainer

«Dass ich bei Obergeissenstein wieder auf altbekannte Gesichter treffe, macht die Sache noch interessanter. Ich bin einer der älteren Spieler, kenne aber das Gros natürlich schon. Ich freue mich auf die neue Saison. Mein jetziger Trainer Marco Häfliger war früher mein Nachwuchstrainer.» Erfolgsgaranten könnten, wie Haxhimurati sagte, die Kaderbreite sein und dass das Team zu 90 Prozent aus Eigengewächsen besteht. «Wir trainierten immer mit mindestens 20 Spielern. Es herrscht ein grosser Konkurrenzkampf im Team.»

Zum Start empfängt Obergeissenstein am Samstag (18.00, Wartegg) Stans. «Wir wollen den Sieg zum Auftakt. Etwas anderes zählt nicht.» Wie viele Tore will Haxhimurati eigentlich in der 2. Liga regional erzielen? «20 Treffer wären gut, dann würde mir ein Kollege nämlich einen ganz Abend den Ausgang finanzieren», sagt er lachend. Nachdem Stürmer Manuel Bucheli im Sommer seinen Rücktritt gab, muss der Rückkehrer so oder so für den SCOG Torgarant sein. «Ich kenne die Erwartungshaltung an meine Person und kann mit dem Druck umgehen. Als Team werden wir eine gute Meisterschaft spielen, davon bin ich überzeugt.» Was es braucht, steht auf einem am Gitter aufgehängten grossen Transparent südlich beim Wartegg-Kunstrasen: «Kämpfen, leiden, siegen!»