EHC Sursee: «Eine spezielle Situation, die uns sehr fordert»

Philipp Wyss wird neuer Nachwuchs- und Ausbildungschef beim EHC Sursee. Das Coronavirus geht nicht spurlos an ihm vorbei.

Michael Wyss
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Philipp Wyss wird neuer Nachwuchs- und Ausbildungschef beim EHC Sursee.

Philipp Wyss wird neuer Nachwuchs- und Ausbildungschef beim EHC Sursee. 

Bild: PD

Eishockey «Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Dass ich die Chance in meinen jungen Jahren für diese Tätigkeit erhalte, macht mich stolz. Der EHC Sursee ist Teil meines Lebens, meine grosse Leidenschaft», so der Egolzwiler Philipp Wyss. Der 31-Jährige, der derzeit noch als Aussendienstmitarbeiter im Bereich Kosmetikprodukten arbeitet, wird ab 1.Juni neuer Nachwuchs- und Ausbildungschef beim EHC Sursee.

«Die Vorbereitungen auf die neue Saison sind bereits seit längerer Zeit in Planung. Ende April wollen wir mit dem Sommertraining bei den Nachwuchsteams starten. Kraft und Ausdauer Einheiten sind angesagt, genau so sollen Spiel und Spass nicht zu kurz kommen». Doch Wyss, der während der letzten vier Saisons im Fanionteam des EHC Sursee in der 2. Liga als Captain spielte, beschäftigt auch die derzeitige angespannte Lage mit dem Coronavirus. «Es herrscht eine Ungewissheit. Eine spezielle Situation, die uns sehr fordert. Wann können wir wieder trainieren, können wir in die neue Saison starten im September? Fragen über Fragen, Antworten haben wir noch nicht. Doch ich bin von Natur aus ein positivdenkender Mensch und hoffe, dass wir baldmöglichst so etwas wie ein Normalbetrieb haben werden.»

Wyss, der nur drei Minuten von der Eishalle Sursee wohnt, spürt in diesen Zeiten eine grosse Solidarität von Nachwuchseltern: «Ich stehe mit ihnen telefonisch in Kontakt und wir unterhalten uns auch über die Problematik des Virus. Welche Szenarien gibt es, wenn wir nicht planmässig starten können Ende April? Die Eltern denken mit, kommen mit Vorschlägen, was sehr erfreulich und motivierend ist. Es ist sehr familiär, so wie es der EHC Sursee auch vorlebt.»

Möglichkeit von Videobotschaften

Ein mögliches Szenario wäre, dass man Trainingseinheiten via Videobotschaften übermittelt oder Papier bringt und auf dem Postweg zusendet. «Wie gesagt, werde ich gleich ins kalte Wasser geworfen in der neuen Funktion. Spielpläne machen, Sommercamp organisieren, der ganze administrative Aufwand, fordern mich momentan stark, weil ich nicht weiss, wann wir zum Alltag zurückkehren können. Doch wir machen das Beste aus der Situation.» Klar ist, dass es natürlich die ganze Sache erschweren wird, wenn man länger nicht in Betrieb gehen könnte. «Wir haben mit unserem Fanionteam bei den Herren (2. Liga) und beim Damenteam (NLB) zwei Aushängeschilder im Verein, die in Betrieb gehen werden und Eiszeit benötigen. Wir sind alle gefordert, sollten die Massnahmen des Bundesrates noch länger andauern. Eine Planungssicherheit haben wir derzeit nicht.» Problematisch hinzu kommt noch, sollte es zu Verspätungen des Spielbetriebes kommen, dass Sursee einer der Standorte der Winter-Universiade im Januar 2021 ist und dies zu Terminproblemen führen könnte.

«Nachwuchs braucht sozialen Kontakt»

Wichtig wäre, wie Wyss betonte, dass der Trainingsbetrieb schnell aufgenommen werden kann: «Unser Nachwuchs braucht die sozialen Kontakte, gemeinsame Trainings in der Turnhalle oder im Freien. Sie wollen Spielen und Spass haben, die Zeit der Isolation ist nicht einfach. Die Familien sind derzeit stark gefordert und der Wunsch nach dem normalen Alltag wird grösser.»