Der FC Altdorf erlebte eine Vorrunde wie eine Achterbahnfahrt

Dank versöhnlichem Abschluss bleibt der FC Altdorf auf Tuchfühlung mit der Spitze in der regionalen 2. Liga.

Ronny Arnold
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Ali Mourad (rechts), hier beim 4:1-Sieg gegen den LSC, war mit 8 Toren der treffsicherste Altdorfer. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. November 2019)

Ali Mourad (rechts), hier beim 4:1-Sieg gegen den LSC, war mit 8 Toren der treffsicherste Altdorfer. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. November 2019)

Der Start in die neue Saison gelang dem FC Altdorf ausgezeichnet. Littau und auch Gunzwil wurden bezwungen, gegen den SCOG gab es ein umkämpftes Remis. Doch danach begann der Motor zu stottern. Ausfälle und phasenweise schwache Auftritte beförderten die Hauptörtler von der Spitze immer mehr Richtung Tabellenende. Der Tiefpunkt war die Derbyniederlage auf heimischem Terrain.

Doch genau dieses bittere 0:1 stellte die Weichen für eine doch noch versöhnliche Vorrunde. In den fünf Meisterschaftsspielen nach dem Derby holte das Team von Samuel Lustenberger und Dominic Herger vier Siege und ein Unentschieden. Der Schlussspurt und die neu gefundene Abschlussqualität dürfen durchaus mit Charakterstärke betitelt werden. Gelang es doch neben den Gala-Auftritten zu Hause gegen den Luzerner SC und Sursee II auch in schwierigeren Spielen wie gegen Hochdorf und Sempach, jeweils das Punktemaximum zu ergattern. Einziger Wermutstropfen der zweiten Vorrundenhälfte ist das frühe Cup-Aus gegen Tabellenschlusslicht Littau.

Schaut man etwas genauer hin, gibt es durchaus Erklärungen für die zwei Gesichter in der bisherigen Saison. Einerseits wurde nach dem Derby wieder fast konsequent auf Erfahrung statt jugendliche Unbekümmertheit gesetzt. Ein Entscheid, der sich zumindest kurzfristig ausbezahlt hat, längerfristig aber auch viele Gefahren birgt. Andererseits hat die Rückkehr von Cédric Gisler viel Qualität und Sicherheit zurück ins Altdorfer Zentrum gebracht.

Altdorf ist mit Platz sechs in Lauerstellung

Zu den besten Akteuren der Vorrunde zählen sicherlich Abwehrchef André Gnos, welcher fast konstant die Defensive im Griff hatte. Auch das Vertrauen in Torhüter Kai Nicolas Stutz hat sich bewährt, zahlt eben dieser dies doch mit regelmässig guten Leistungen zurück. Mit 21 Punkten und Platz 6 ist Altdorf gut klassiert. Von einer starken Vorrunde darf man trotzdem nicht reden. Die Klassierung und die Punkteausbeute sind aufgrund der zwischenzeitlichen Baisse zufriedenstellend, jedoch sowohl punkte- wie tabellenmässig wohl noch etwas unter dem, was man von diesem Kader erwarten könnte. Den Schwung des Saisonabschlusses gilt es nun in die lange Winterpause mitzunehmen. Gelingt dies, ist in dieser «Jeder-schlägt-jeden»-Meisterschaft vieles möglich.

Bezüglich Kaderplanung hat FCA-Sportchef Andé Lussmann zumindest kurzfristig keine Baustellen. Mit der Rückkehr von Jamin Schürpf wird der Kader im Frühling gar noch breiter. Weitere Transfers scheinen – wenn denn alles komplett bleibt – nicht nötig zu sein. Die Vorbereitung startet für Altdorf Ende Januar. Anfang März ist ein Trainingslager in Portugal geplant.