Der Einstieg des Horwer Langläufers Cyril Fähndrich bei den Grossen ist geglückt

Der Luzerner Cyril Fähndrich steigt beim Swiss-Cup-Rennen in Ulrichen in die nationale Langlaufsaison ein.

Roland Bösch
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Der Horwer Cyril Fähndrich läuft im Einzelrennen über 15 Kilometer auf den guten 5. Rang.

Der Horwer Cyril Fähndrich läuft im Einzelrennen über 15 Kilometer auf den guten 5. Rang.

Urs Steger

Nach dem ersten Rennwochenende der Saison 2019/2020 stand gestern bei Langläufer Cyril Fähndrich «Erholung» im Trainingstagebuch. Nichts zu tun, muss ebenfalls bewusst geplant sein. «Nach einem intensiven Rennwochenende fällt einem das Ausruhen relativ einfach. Im Sommer während eines intensiven Trainingsblocks muss man sich oft fast zwingen, eine Pause einzulegen», erzählt der Athlet des B-Kaders von Swiss-Ski. Man müsse auf den Körper hören und den Bogen nicht überspannen, sonst seien die Batterien leer, bevor die Wettkampfphase so richtig gestartet sei.

Blickt man auf die Ranglisten der ersten Swiss-Cup-Rennen im Goms, scheint Cyril Fähndrich in den Vorbereitungen auf seine erste Saison bei den Männern einiges richtig gemacht zu haben. Beim samstäglichen Sprint resultierte nach der zweitschnellsten Prologzeit der vierte Schlussrang und am Sonntag wurde Cyril Fähndrich über 15 Kilometer im klassischen Stil guter Fünfter. «Im Sprint wollte ich unbedingt das Final erreichen und habe dafür im Halbfinal vermutlich zwei, drei Körner zu viel verbraten, um im Endlauf auf das Podest laufen zu können», blickt Cyril Fähndrich zurück. Der Rang beim Einzelrennen ging für den 20-Jährigen voll und ganz in Ordnung, wobei Fähndrich mit einem Augenzwinkern anmerkt: «Mit einer Minute und 47 Sekunden habe ich schon noch etwas gar viel auf den Sieger Livio Bieler verloren.»

Was es heisst, leere Batterien zu haben, erlebte Cyril Fähndrich übrigens am Ende der letztjährigen erfolgreichen Saison mit dem Gewinn der Bronzemedaille an den Junioren-Weltmeisterschaften. Nach dem Saisonschluss stand der Abschluss an der Sportmittelschule in Engelberg an, zudem galt es im Praktikumsbetrieb Hotel Waldegg noch den einen oder anderen Tag nachzuholen.

Trainingsumfang massiv gesteigert

Noch bevor dann eine Woche Ferien im Juni folgen konnte, wartete der erste Teil der Sportler-RS auf den Athleten des Skiclubs Horw. «In dieser Phase kränkelte ich und fühlte mich oft sehr müde. Der Körper holte sich die nötige Ruhe zurück», zeigt sich Cyril Fähndrich überzeugt. Obwohl eigentlich bereits im Mai der Trainingsaufbau begann, nahm der Zug des Luzerners erst im Juli richtig Fahrt auf. Im Hinblick auf den Wechsel von den Junioren zu den Männern galt es, den Trainingsumfang massiv zu steigern. Nur so können die längeren Strecken erfolgreich gemeistert werden. «Ich habe das Glück, über einen guten Motor zu verfügen. Sonst hätte ich es kaum geschafft, den Trainingsumfang innerhalb von rund vier Monaten um zehn Prozent zu steigern. Normalerweise benötigt man dazu rund ein Jahr», zeigt sich Fähndrich zufrieden.

U23-Weltmeisterschaften im Blickfeld

Der Langläufer befindet sich wortwörtlich in einem Übergangsjahr. In dieser Phase bleibt Cyril Fähndrich dem Klosterdorf Engelberg treu. Obwohl er nun als Profisportler gilt, wird er noch das eine oder andere Mal an der Rezeption des Hotels Waldegg anzutreffen sein. Im Frühling 2020 ist es dann durchaus denkbar, dass der Luzerner die Zelte in Davos aufschlägt. «Solche Abklärungen sind am Laufen», gibt Cyril Fähndrich zu. Bereits in diesem Jahr hat er fast vier Wochen der Vorbereitungen im Landwassertal verbracht.

Vorerst will er sich nun aber auf die bevorstehenden Rennen konzentrieren. Dabei könnte Davos mit seinen Weltcup-Rennen Mitte Dezember schon wieder zum Gespräch werden. «Sollte ich die erstmalige Qualifikation für ein Weltcup-Rennen schaffen, will ich richtig Gas geben können», erzählt Cyril Fähndrich. Der gross gewachsene Athlet ist sich dennoch bewusst, dass der Weltcup in seinem ersten Elite-Jahr nicht massgebend ist. «Ich will mich im Continentalcup etablieren und bei der U23-WM in Oberwiesenthal behaupten», lässt sich Cyril Fähndrich in die Karten blicken.

Näpflin und Riebli auf dem Podest

Die Langlaufarena in Ulrichen im Goms präsentierte sich für den Saisonstart mit einem Sprint und einem Einzellaufrennen in der klassischen Technik in tadellosem Zustand. Die kompakte und teilweise fast eisige Strecke verlangte insbesondere im Sprint alles von den Startenden ab. Zwar stürzte der Obwaldner B-Kaderathlet Janik Riebli im Prolog, dennoch erkämpfte er sich im Final der Männer den zweiten Schlussrang. Ebenfalls als Zweiter ging beim Sprint der Beckenrieder Avelino Näpflin vom Platz. Die beiden Athleten sorgten so für die beiden ersten Podestplätze des Zentralschweizer Schneesportverbands in dieser Saison. (rb)

Ulrichen (Goms). Swiss-Cup. Samstag. Sprint klassisch. Frauen (17 Klassierte): 1. Alina Meier (Davos). 8. Lea Fischer (Engelberg). 12. Maria Christen (Andermatt). – Frauen U20 (30): 1. Siri Wigger (am Bachtel). 13. Laura Bütler (Engelberg). 14. Bianca Buholzer (Horw). – Männer (30): 1. Erwan Käser (Bex). 2. Janik Riebli (Schwendi-Langis). 4. Cyril Fähndrich (Horw). 18. Andrin Näpflin (Beckenried). 21. Samuel Beeler (Rothenthurm). – Männer U20 (30): 1. Brice Milici (FRA). 2. Avelino Näpflin (Beckenried). 6. Ramon Riebli (Schwendi-Langis). Sonntag. Einzelrennen. Frauen (7,5 km/60 Klassierte): 1. Siri Wigger. 16. Maria Christen (Andermatt). 17. Lea Fischer. – U18 (7,5 km(29): 1. Siri Wigger. 6. Bianca Buholzer. 16. Selina Haas (Marbach). 17. Fiona Christen (Unterschächen). – Männer (15 km/28): 1. Livio Bieler (Grenzwachtkorps). 5. Cyril Fähndrich. 13. Janik Riebli. 14. Andrin Näpflin. 22. Samuel Beeler. – Männer U20 (10 km/62): 1. Nicola Wigger (am Bachtel). 8. Avelino Näpflin. – Männer U18 (10 km/41): 1. Julien Thovex (FRA). 24. Ramon Riebli. 25. Philippe Meyer (Horw). 36. Armando Spaeti (Horw). Rangliste unter: www.swiss-ski.ch