Elio Romano belohnt sich in «stressigem» Final mit Gold

Elio Romano wird in Bern erstmals Schweizer Meister in der U18-Kategorie. Im Final hatte der 16-jährige Krienser bange Momente zu überstehen.

Stephan Santschi
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Im Final setzt sich der Krienser Elio Romano (rechts) gegen den Basler Kron Osmani durch. Bild: Felipe Schärer (Bern, 16. Juni 2019)

Im Final setzt sich der Krienser Elio Romano (rechts) gegen den Basler Kron Osmani durch. Bild: Felipe Schärer (Bern, 16. Juni 2019)

Im Karate gibt es zwei verschiedene Schweizer Meisterschaften. Die Swiss Karate League im Shobu-Kampfsystem, die aus drei Qualifikationsturnieren und einem Finalwettkampf im November besteht. Und die Schweizer Meisterschaften im Ippon Shobu, die an einem Tag ausgetragen wird – letztmals am vergangenen Sonntag in Bern.

Die Zentralschweizer schnitten dabei sehr erfolgreich ab, insgesamt räumten die Taisho-Schule aus Luzern und die Karateschule Schötz/Wauwil zehn Medaillen ab – darunter vier goldene. Einer, der ganz oben auf dem Podest stand, ist Elio Romano aus Kriens. Der 16-Jährige gewann seine vier Kämpfe in der U18-Kategorie und bestätigte damit einmal mehr sein grosses Talent. «Es ist immer schön, wenn man für die harte Arbeit belohnt wird. Dieser Erfolg zählt sicher zu meinen grösseren.»

Bevor es allerdings so weit war, musste Elio Romano sein ganzes Können aufbieten. Vor allem der Final gegen den Basler Kron Osmani war hart umstritten und ging nach der regulären Kampfzeit von zwei Minuten beim Stand von 1:1 in die Verlängerung. «Ich hatte den Ausgleich nach einem Fehler kassiert. Ich kickte aus einer falschen Distanz auf den Körper des Gegners und wurde gekontert», erklärt der junge Mann selbstkritisch.

Dritter Meistertitel im Einzel für Elio Romano

Die einminütige Overtime sei dann «stressig» gewesen. «20 Sekunden vor Schluss war ich der Schnellere und schaffte den entscheidenden Kick.» Wäre es beim Unentschieden geblieben, hätten die Schiedsrichter über den Sieger bestimmt. «Und darauf möchte man sich nicht einlassen», zu unberechenbar sei das.

Elio Romano gewinnt damit nach der U14 (2015) und U16 (2018) auch in der U18-Kategorie den Schweizer Meistertitel im Ippon Shobu, während er im Shobu noch nie obenaus schwingen konnte. «Mir gefällt Ippon Shobu besser», erklärt der Sportschüler der Kanti Alpenquai. «Es geht um Feinheiten, jeder Fehler kann die Niederlage bedeuten.» Ein Kampf geht nämlich nur auf zwei Punkte, während beim Shobu in einer vorgegebenen Kampfzeit so viele Punkte wie möglich gesammelt werden müssen.

Nächstes Ziel: Gold in Swiss Karate League

Selbstverständlich war der Sieg von Elio Romano dabei keineswegs, hatte er doch erst in diesem Jahr in die U18-Kategorie gewechselt. Zudem war er Anfang Jahr nach der operativen Entfernung eines Abszesses am Rücken auch noch verletzt gewesen. «Seither habe ich mich aber kontinuierlich steigern können», berichtet der 1,78 Meter grosse und 69 Kilo schwere Athlet.

Als Nächstes folgen die Sommerferien, ehe die Vorbereitung auf das dritte Turnier der Swiss Karate League in Neuenburg beginnt. An den bisherigen Events in Sursee (3.) und Lausanne (2.) stand Romano beide Male auf dem Podest, zu einem Sieg hat es aber noch nicht gereicht. Trotzdem ist ihm bereits jetzt die Teilnahme am Finalturnier in Aarberg von Mitte November nicht mehr zu nehmen. Strebt er auch dort nach der ersten SM-Goldmedaille? «Ja sicher!», antwortet Romano wie aus der Pistole geschossen. «Man muss die Messlatte doch hoch halten.»

Bern. Schweizer Karate-Meisterschaften nach Ippon-Shobu-System. Kumite, Frauen. Mädchen U14: 2. Janine Pozzi (Schötz/Wauwil). – U16 Mädchen: 3. Juliana Palushi (Schötz/Wauwil). – U18 Kadetten: 1. Selin Bagderelli (Schötz/Wauwil). 2. Moira Dillier (Taisho). – U21 Juniorinnen: 1. Diellza Sejdijaj (Schötz/Wauwil). 3. Emma Dillier (Taisho). 3. Nathalie Künzle (Taisho). – Männer. U18-Kadetten: 1. Elio Romano (Taisho). – Team-Männer: 1. Karate Taisho (Avsar, Pjetraj, Romano). 3. Taisho II (Achermann, Della Chiara, Pahnke).