Emmen macht wieder Luftsprünge

Beim SC Emmen kann man endlich jubeln. In einem spielerisch bescheidenem 2.-Liga-regional-Match wird beim FC Littau mit 2:1 der erste Saisonsieg eingefahren.

Ruedi Vollenwyder
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Littaus Luca Baumann (links) versucht hier gegen Emmens Yannick Bühlmann, den Torschützen zum 2:0, zu klären. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern-Littau, 15. September 2018)

Littaus Luca Baumann (links) versucht hier gegen Emmens Yannick Bühlmann, den Torschützen zum 2:0, zu klären. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern-Littau, 15. September 2018)

Der Luftsprung von Emmen-Trainer Dragan Bijorac nach dem Schlusspfiff dokumentiert die Erleichterung. Seine Mannschaft hat gegen einen völlig verunsicherten FC Littau gerade mit 2:1 (0:0) den ersten Saisonsieg «in trockene Tücher gewickelt». Zuvor noch angespannt, anschliessend sinnlich: «Diesen ersten Saisonsieg widmen wir den Hinterbliebenen des verstorbenen Ehrenmitgliedes Thomas Zürcher.»

Auf der Seite des Verlierers FC Littau war die Stimmung nach dieser Niederlage ernüchternd. Mit hängenden Köpfen und wortlos verliessen die Littau-Spieler das schwierig zu bespielende Ruopigen-Spielfeld. «Die Mannschaft war gedanklich nicht auf der Höhe der Aufgabe. Das war gar nichts», findet Littau-Trainer Thomas Zwimpfer einen Grund, weshalb gegen einen sehr aggressiv spielenden SC Emmen keine Punkte herausschauten.

Nach einer ersten Halbzeit ohne grosse Geschichte ging der SC Emmen in der 67. Minute in Führung. Roman Greter erlief ein Steilzuspiel und liess dem viel zu früh aus dem Tor laufenden FCL-Goalie Dario Primus keine Abwehrchance. Nach der gelb-roten Karte gegen Francesco Izzo (78.) wurde der liederlich mit seinen wenigen Torchancen umgehende FC Littau gleich doppelt bestraft. Yannick Bühlmann, der beste Spieler auf dem Platz, versenkte den anschliessenden Freistoss aus 25 Metern zur Emmer 2:0-Führung. Zwei Minuten später: Ein unnötiges Foul von Emmen-Goalie Yannick Bäuerle an Luca Baumann ermöglichte dem FC Littau dank dem Penaltytreffer von Michel Britschgi nochmals ein «Zurückkommen ins Spiel». Die Schützlinge von Thomas Zwimpfer versuchten zwar nochmals alles, um noch den Ausgleich zu realisieren. Doch das unkontrollierte Anrennen brachte nichts mehr ein.

Littauer agieren zu verunsichert

Thomas Zwimpfer monierte: «Bis auf die erste Viertelstunde, als wir Druck machten, konnte die Mannschaft nicht überzeugen. Sie agierte total verunsichert, ohne Plan.» Und wenn die Littauer zu guten Abschlussmöglichkeiten kamen, wurden diese Torchancen fahrlässig vermasselt. Wie in der 57. Minute, als sich Fabio Machado und ein anderer Littau-Akteur nicht einig waren, wer von beiden den Ball ins Tor spedieren soll. Zwimpfer erklärt diese Verunsicherung: «Es ist ärgerlich. Wir konnten noch nie in der gleichen Formation in ein Spiel steigen. Dieser Fact ist sicherlich mitverantwortlich, dass es uns nicht läuft. Die Automatismen greifen noch nicht. Es fehlt aber auch am Selbstvertrauen, um etwas Erfolgversprechendes zu kreieren.» Beim SC Emmen ist man ob diesem ersten Saisonsieg enorm glücklich. «Wir stiegen mit der Taktik in den Match, die technisch starken Littauer mit unserem kämpferischen Einsatz im Spielaufbau zu hindern. Dies ist uns über weite Strecken auch dank viel Laufarbeit gelungen. Endlich konnten wir uns für einen aufopfernden Auftritt selber belohnen», freute sich Yannick Bühlmann, der zusammen mit Roman Greter für viel Offensivpower sorgte, über den ersten Saisonsieg. Und Trainer Dragan Bijorac doppelt nach: «Jetzt ist die Bürde der sieglosen Zeit vorbei. Dank diesem Sieg konnten wir den Anschluss wieder herstellen. Nun wollen jeweils das Beste daraus machen.» Und für den FC Littau bleibt nichts anderes übrig, als diesen Match schnellstens abzuhaken und sich auf ihre zweifellos vorhandenen Stärken zu besinnen.