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Emmens Handballerinnen setzen auf Zürcher Klasse

Die Emmerinnen verlieren in Kriens mit 19:22 und verpassen definitiv die 1.-Liga-Finalrunde. Ein Highlight steht trotzdem noch auf dem Programm – heute im Cup-Viertelfinal gegen das Spitzenteam des LC Brühl.
Stephan Santschi
Auch Tanja Marjanac (links), die beste Emmer Spielerin, ist nicht fit genug. Bild: Nadia Schärli (Kriens, 8. Dezember 2018)

Auch Tanja Marjanac (links), die beste Emmer Spielerin, ist nicht fit genug. Bild: Nadia Schärli (Kriens, 8. Dezember 2018)

Es hätte zum Showdown kommen können, wenn Emmen am nächsten Samstag die SG Muotathal/Mythen-Shooters empfängt. Der Drittklassierte trifft am letzten Spieltag der 1.-Liga-Hauptrunde auf den Zweiten, der Sieger steht in der Finalrunde – so hätte die Affiche gelautet, wenn die Emmerinnen am letzten Samstag ihre Pflichtaufgabe erfolgreich erledigt hätten. «Dieses Endspiel haben wir uns versaut», kommentiert Emmens Trainer Gernot Drossel das Scheitern. 19:22 verlor sein Team, der Rückstand auf die Schwyzerinnen ist damit auf uneinholbare drei Punkte angestiegen.

So richtig verdrossen schien Drossel trotz der klaren Wortwahl jedoch nicht zu sein. «Für die Gesundheit der Spielerinnen ist es so vielleicht sogar besser.» In Kriens fehlten im ohnehin schon dünn besetzten Kader drei wichtige Spielerinnen, generell habe man in den letzten Wochen über den Verhältnissen gelebt und personelle Probleme mit viel Leidenschaft kompensieren müssen. «Irgendwann ist der Akku dann halt etwas leer.»

Kooperation mit GC Amicitia Zürich

Der 47-jährige Deutsche trainiert die Emmerinnen seit dieser Saison. Vor zehn Jahren kam er in die Schweiz und übernahm beim damaligen B-Ligisten Borba Luzern hierzulande seinen ersten Job als Übungsleiter, nachdem er davor in Deutschland mehrere Engagements in der dritten und vierten Liga des Landes ausgeübt hatte. Vier Jahre lang war er später Trainer im (männlichen) Nachwuchs der SG Pilatus, ehe er 2014 zu GC Amicitia Zürich in die Frauenabteilung wechselte. Dort ist er als Berufstrainer für die Betreuung der U16- und U14-Auswahl zuständig. «In Emmen wage ich mich nun nochmals in den Aktivbereich. Ich sehe meine Arbeit als Langzeitprojekt und eine gute Möglichkeit, Synergien zu schaffen», erklärt er. Talentierte Spielerinnen aus Zürich sollen in Emmen zu Spielpraxis kommen und gleichzeitig die noch fehlende Substanz im Nachwuchs der Luzernerinnen kompensieren. «Meine Arbeit in Emmen ist vorerst mal auf drei Jahre ausgerichtet», sagt Drossel. «Enden soll sie in der NLB.»

Davon sind die Emmerinnen derzeit noch ein gutes Stück entfernt. 2017 stiegen sie in die 1. Liga auf, letzte Saison schafften sie den Klassenerhalt in der Abstiegsrunde. Die beste Spielerin ist die 35-jährige Topskorerin Tanja Marjanac. Die Serbin ist die Ehefrau des NLA-Goalies Dragan Marjanac, der nach sieben Jahren in Bern nun für Suhr Aarau zwischen den Pfosten steht. Wie ihre Teamkolleginnen ist aber auch Marjanac nicht fit. «Uns fehlt in dieser Saison die Vorbereitung, das kannst du nicht mehr aufholen», bemerkt Drossel mit Blick auf seinen späten Stellenantritt von Mitte August. «Der konditionelle Bereich ist nicht ausgereift. Wenn ich den Zustand in Sachen Kraft und Stabilität anschaue, dürfte ich die Spielerinnen nach meinen Richtlinien gar nicht auf das Feld schicken.» Für das nächste Jahr kündet er eine Trainingsumstellung an, um die Defizite auszumerzen. Unterstützt wird Drossel dabei von Heinz Fuhrimann – der Trainer der NLB-Männer führt jeweils die Übungseinheit der Frauen am Montag.

Erfolgreichstes Team der Schweiz fordert Emmen

Trotz des verpassten Showdowns vom kommenden Samstag steht für die Emmerinnen noch ein Leckerbissen auf dem Programm. Heute Abend empfangen sie im Viertelfinal des Schweizer Cups den LC Brühl (20.30 Uhr, Rossmoos). «Für einen Dorfverein wie Emmen ist das ein Highlight. In Zürich würde das niemanden interessieren», sagt Drossel. Ihm ist klar, dass seinem Team gegen den Rekordmeister (30 Titel) und Rekordcupsieger (10) eine Niederlage mit rund 20 Toren Differenz winkt. «Die Brühlerinnen sind derzeit das beste und fitteste Team der Schweiz. Für sie wird das eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen sein.» Emmen bietet sich derweil eine Gelegenheit zum Anschauungsunterricht.

1. Liga, Hauptrunde. Gruppe 2: Kriens – Emmen 22:19 (11:9). Malters – LK Zug 31:11 (18:5). SG Muotathal/Mythen-Shooters – Willisau 23:19 (12:11).

Rangliste: 1. Malters 10/15. 2. SG Muotathal/Mythen-Shooters 9/15. 3. Emmen 9/12. 4. Kriens 10/8. 5. LK Zug 9/4. 6. Willisau 9/2.

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