Der Aufstieg des FC Emmenbrücke soll nur eine Zwischenstation sein

Emmenbrücke krönt die Saison mit dem regionalen Meistertitel. In zwei Jahren wird der FCE 100-jährig, spätestens dann will er nochmals eine Liga höher spielen.

Michael Wyss
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Emmenbrückes Spieler geniessen die Meisterfeier. Bild: Michael Wyss (Küssnacht, 22. Juni 2019)

Emmenbrückes Spieler geniessen die Meisterfeier. Bild: Michael Wyss (Küssnacht, 22. Juni 2019)

«So etwas habe ich noch nie erlebt. Zwei Aufstiege und zwei Meistertitel innert einem Jahr, das ist einfach sensationell», freute sich der 26-jährige Emmenbrücke-Spieler Stefano Izzo nach dem 3:0-Sieg in Küssnacht und dem Gewinn des regionalen Meistertitels. Punkt 19:52 Uhr durfte Emmenbrückes Captain Saliu Demerali (29) den Pokal aus den Händen von IFV-Präsident Urs Dickerhof (65) auf der Küssnachter Sportanlage Luterbach in Empfang nehmen und mit seinen Mitspielern, die sich das Aufstiegs- und Meister-T-Shirt mit der goldigen Aufschrift «So sehen Sieger aus» und «Meister müssen aufsteigen» überstreiften, jubeln.

«Dass wir ganz oben stehen, hat verschiedene Gründe: der gute Mix, die Qualität, der Siegeswille und die Kameradschaft. Auch das Vereinsumfeld macht einen sehr guten Job», so Yvo Schorno (23, Mittelfeld).

Seit zwei Jahren auf einer Erfolgswelle

Und Gabriel Ranzenberger (32, Stürmer) zu den Erfolgsgründen? «Wir haben keinen Star oder Häuptling in der Mannschaft, sondern waren alles Indianer. Wir haben füreinander gefightet. Das war entscheidend für mich. Wir hatten alle ein gemeinsames Ziel, das wir unbedingt erreichen wollten. Wir waren sehr hungrig.

FCE-Trainer Jean-Daniel Gross (53), erleichtert und emotional: «Es ist schön, die Jungs feiern zu sehen. Sie haben sich diese Promotion und den Pokal verdient. Es war ein schweres Stück Arbeit. Wir waren die letzten Wochen und Monate die Gejagten, zählten wir doch mit Rotkreuz zusammen zu den Aufstiegsanwärtern. Umso mehr macht es mich stolz, dass wir diesem Druck standhalten konnten.» Der Direktkonkurrent und Mitaufsteiger Rotkreuz wurde mit 3:2 und 1:0 besiegt. Die FCE-Bilanz dieser Saison ist mit 19 Siegen, 4 Unentschieden und nur 3 Niederlagen beeindruckend.

Gross: «Wir reiten nun seit zwei Jahren auf einer Erfolgswelle. Die Spieler entwickeln sich positiv. Ich habe eine Winnermentalität entwickeln können. Wir sind zu einer Einheit gereift, mental gewachsen und im Kollektiv stark.» «Dass wir nach dem 3.-Liga-Meistertitel nun auch 2.-Liga-Meister wurden, ist unbeschreiblich. Es kann so weitergehen. Man gewöhnt sich langsam daran», lachte Stürmer und 3:0-Torschütze Izzo. Das würde ganz dem Gusto des Präsidenten Franco Gulli (36) entsprechen. Der Vereinshöchste will mit dem Fanionteam bis 2021 in der 1. Liga spielen. Grund: Der Verein wurde 1921 gegründet und feiert in zwei Jahren das 100-Jahr-Jubiläum. Gulli: «Wir haben 30000 Einwohner in der Stadt Emmen und müssen einfach mindestens einen Erstligisten stellen. Mit unserem Stadion im Gersag und dem Einzugsgebiet müssen wir auf der Fussballkarte Schweiz einfach wieder vertreten sein. Wir stehen vor einem ehrgeizigen Vorhaben, doch wir können das schaffen.

Das Team bleibt zu 90 Prozent zusammen und wird mit den beiden Offensivkräften Bojan Malbasic (26) und Lazar Lukic (27) vom Ligakonkurrenten Sursee verstärkt. Im Weiteren sollen noch Transfers aus der ersten Liga folgen.

Schal seit fünf Wochen nicht mehr gewaschen

Übrigens: Gulli kam mit seinem obligaten FCE-Schal ans Spiel nach Küssnacht. Das tut er eigentlich immer. Nur gewaschen wird sein ständiger Begleiter seit rund fünf Wochen nicht mehr. «Nach dem 4:1-Sieg am 18. Mai gegen Hochdorf war unsere Promotion perfekt. Seit diesem Zeitpunkt wird der Schal, der schon die eine oder andere Bierdusche erlebte, nicht mehr gewaschen. Das bringt Glück», schmunzelte der Präsident.

Und in Küssnacht war die Stimmung nicht getrübt, denn der Abstieg war bereits seit Mittwoch besiegelt, nach dem Konkurrent Sursee II die Klassenzugehörigkeit mit einem 2:1-Sieg über Schattdorf bewerkstelligt hatte und die Schwyzer in die 3. Liga verbannte. «Schade, dass die Spannung vor dem letzten Spieltag weg war. Immerhin durften wir den Meisterpokal bei uns im Luterbach während 90 Minuten haben und bestaunen», so der 20-jährige Küssnachter Pressechef Mateo Landolt.