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Der neue FCL-U21-Trainer hat viel von Uli Forte gelernt

Luzerns U21-Fussball-Equipe wird neu von Sandro Chieffo (40) geführt. Der Stadtzürcher hat bewegte Jahre bei GC und dem FCZ hinter sich.
Stephan Santschi
Sandro Chieffo ist nach 13 Jahren bei den beiden grossen Zürcher Clubs in Luzern angekommen. Bild: Nadia Schärli (26. Juli 2019)

Sandro Chieffo ist nach 13 Jahren bei den beiden grossen Zürcher Clubs in Luzern angekommen. Bild: Nadia Schärli (26. Juli 2019)

Sandro Chieffo lächelt, wenn er auf die erste Partie in der bevorstehenden 1.-Liga-Saison angesprochen wird. In seiner neuen Funktion als Cheftrainer der U21-Auswahl des FC Luzern trifft er am Samstag auswärts ausgerechnet auf den gleichaltrigen Nachwuchs der Grasshoppers. «Ich freue mich auf die Rückkehr auf den Campus, ich kenne viele Leute dort», erklärt der 40-jährige Stadtzürcher. Während 13 Jahren war er mit wenigen Unterbrüchen in Niederhasli tätig, stieg vom U12-Coach bis zum Ausbildungschef auf. «GC hat meine Trainerkarriere lanciert und geprägt. Doch jetzt bin ich zu 1000 Prozent in den Diensten des FC Luzern!»

Sandro Chieffo wechselte früh in die Rolle an der Seitenlinie. Bereits mit 20 hatte er einen Schlusspunkt hinter seine aktive Laufbahn gesetzt. Nicht wegen einer schlimmen Verletzung, sondern weil «ich zu früh verbrannt wurde».

Abgang bei GC nach Differenzen mit CEO

Der ehemalige Junior der Grasshoppers und des FC Zürich wechselte nach nur einem Jahr in der 1. Liga bei YF Juventus in die Heimat seiner Eltern nach Italien und unterschrieb einen Vertrag bei Salernitana. Der Serie-B-Club aus der Hafenstadt Salerno unweit von Neapel stieg zwar in die Serie A auf, indes ohne das Zutun von Chieffo. «Ich war im erweiterten Kader, kam aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Dieser Wechsel stellte sich als Knackpunkt heraus. Danach fehlte mir die Freude am Profifussball.»

Die Liebe zum Fussball erlosch indes nicht. Der ehemalige Spielmacher stiess als Techniktrainer zu den Grasshoppers und merkte bald: «Trainer sein, das passt.» In seiner Zeit beim GC-­Nachwuchs war Chieffo unter anderem Juniorentrainer, Scout, Ausbildungschef «und vieles mehr», wie er sagt. Dabei wurde er Zeuge des schleichenden Niedergangs des Vereins, der vor kurzem in den Abstieg aus der Super League mündete. Dar­auf angesprochen, kneift er kurz die Augen zusammen und sagt diplomatisch: «Es gab viele Wechsel. Das machte die Arbeit schwierig, aber auch spannend.» Er selber verliess den Verein im Februar 2016, nachdem es zu Differenzen mit CEO Manuel Huber gekommen war.

Im Sommer des gleichen Jahres wechselte er zum Stadt­rivalen FCZ und wurde Assistent von Uli Forte in der Challenge League. Die Saison mit dem Wiederaufstieg und der Europa League sei sehr lehrreich gewesen. «Uli hat zwei verschiedene Seiten. Privat kann man es mit ihm sehr lustig haben, wenn es um Fussball geht, ist er aber topseriös und arbeitet akribisch. Ich konnte sehr viel von ihm profitieren, er ist ein absoluter Profi.» Mit der Entlassung Fortes im Februar 2018 endete auch Chieffos Engagement beim FCZ. Bereits im darauffolgenden Mai kam es zum Kontakt mit FCL-Nachwuchschef Genesio Colatrella, kurz darauf wurde er als neuer Trainer der U18-Auswahl angestellt. «Die Farben blau-weiss musste ich hierzu ja nicht wechseln», betont er lachend.

Sein Motto: Attraktiv, dynamisch, mutig

An die neue Umgebung gewöhnte er sich schnell, «ich bin sehr anpassungsfähig und habe ein gutes Gespür für Menschen», sagt Chieffo. In Luzern herrsche eine etwas andere ­Kultur als in Zürich. «Mit meiner direkten, frechen Art bringe ich vielleicht etwas rein, das bisher noch gefehlt hat.» Vor dem ersten Training mit den U18-Junioren seien diese gar brav in der Kabine gesessen. «Es lag an mir, etwas Leben reinzu­bringen.»

In der letzten Saison führte er Luzerns U18 bis in den Meisterschaftsfinal, der gegen YB ­unglücklich verloren ging. Die Spielweise, die er sehen wolle, sei attraktiv, dynamisch und mutig. Das entspricht auch dem Naturell des schweizerisch-italienischen Doppelbürgers. Dazu passen die Tattoos auf seinem sonnengebräunten Körper, wovon er jene an den Oberarmen herausstreicht: links die Namen seiner vier Kinder – die Familie hat für ihn zentrale Bedeutung – rechts eine Collage, die Winnermentalität, Beobachtungsgabe, Kämpfernatur und das sinnvolle Nutzen der Zeit symbolisiert.

Chieffo will FCL U21 in die Promotion League führen

Mit der Beförderung zum U21-­Trainer macht der Inhaber des Berufstrainer- und Instruktorendiploms den nächsten Schritt in einer Trainerkarriere, die ihn dereinst als Hauptverantwortlichen in den Profifussball bringen soll. Sein neues Team sei zwar sehr jung, mit wenigen Ausnahmen tragen alle die Jahrgänge 2000 und 2001. Trotzdem setzt sich Sandro Chieffo grosse Ziele: Neben dem Auftrag, jeden Fussballer so interessant wie möglich für die 1. Mannschaft zu machen, möchte er sie früher oder später in die Promotion League führen.

Transfers

Zugänge: Josué Schmidt (FC Basel U18), Serif Berbic, Leonard Ukaj, Alessandro Galeati, Ashvin Balaruban, Jetlir Krasniqi, Julian Hermann, Mato Marinovic, Ardi Molliqai, Soriano Umberto (alle FCL U18). – Abgänge: Cleric Njau, Lukas Riedmann, Marco Rüedi (alle Cham), Jordi Manuel-Ehombo, Tim Cerjak (beide Thalwil), Fabian Simic (Zug 94), Lorenzo Di Michelangeli (Buochs), Nicolas Kränzle, Nicola Trinkler, Nicolas Staubli (alle Pause), Marco Burch, Darian Males, David Mistrafovic (alle 1. Mannschaft).

Testspiel

Wohlen 5:3.

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