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Ihr Erfolgshunger ist noch nicht gestillt

Die Stanserin Beatrice Zimmermann will auch in der nächsten Saison ihren Status als einer der Weltbesten untermauern. Doch auch neben der Piste gibt es für sie viel zu tun – vor allem in der Vorweihnachtszeit.
Theres Bühlmann
Die 28-jährige Beatrice Zimmermann ist gerüstet für die im Januar in Frankreich beginnende Telemark-Saison. (Bild: Swiss-Ski/Stephan Bögli)

Die 28-jährige Beatrice Zimmermann ist gerüstet für die im Januar in Frankreich beginnende Telemark-Saison. (Bild: Swiss-Ski/Stephan Bögli)

Sie sind so etwas wie die «Mehrkämpfer» im alpinen Skirennsport. Sie beherrschen die Riesenslalomtechnik mit dem für diese Sportart typischen Ausfallschritt, befahren eine 360-Grad-Steilwandkurve, sind stark im Skaten und absolvieren Sprünge, die bei den Frauen schon mal über 20 Meter gehen. Auf dem Programm stehen die Disziplinen Classic, Sprint Classic und Parallel-Sprint. All dies gehört zur komplexen Sportart Telemark.

Eine der Weltbesten kommt aus Stans: Beatrice Zimmermann (kleines Bild). Die 28-Jährige bestritt einst Rennen im al­pinen Bereich, brachte es bis zur Stufe FIS, unter ihren Konkurrenten befanden sich damals auch Dominique Gisin und Lara Gut-Behrami. 2010 machte sie die dreijährige Ausbildung zur eidgenössischen Schneesportlehrerin, lernte Telemark kennen – und fand ihre neue Leidenschaft. Ihre Premiere im Weltcup feierte sie 2014 in Schweden, zwei Jahre später folgte in Mürren der erste Sieg auf dieser Stufe. Vier Weltcupsiege, drei davon in der vergangenen Saison, 31 Podestplätze und eine WM-Bronzemedaille (2017) zieren ihr reichhaltiges Palmarès.

Doch der Erfolgshunger ist noch nicht gestillt. In den letzten beiden Saisons holte sie sich im Weltcup-Gesamtklassement je Platz drei. «Nun möchte ich aus der Drei eine Zwei oder sogar eine Eins machen», sagte Zimmermann, die zu ihren Hobbys Jassen, Backen und Schach zählt. An der WM in Norwegen, die im März 2019 ausgetragen werden, strebt sie einen Podestplatz an: «Ich darf von mir schon etwas erwarten.» Denn der Bruch des Kahnbeins an der linken Hand, den sie sich im vergangenen Februar an den Schweizer Meisterschaften in Sörenberg zugezogen hatte, ist gut verheilt. Mit einem Gips am Arm setzte sie die Saison dennoch fort, sammelte weitere Podestplätze und beim Weltcup-Final in Mürren in der Disziplin Classic einen Sieg. Dies unter dem Jubel ihrer Familie, Freunden, ihres Fanklubs und der Guggenmusik «Chälti Sägler».

Der Kampf um Aufnahme ins olympische Programm

Im April unterzog sie sich einer Operation, einer Vorbereitung für die kommenden Wettkämpfe stand somit nichts im Wege. Intensiv trainiert hat das Nationalkader während zweier Monate in Saas Fee. Nach ihrer Babypause greift auch Amélie Wenger-Reymond, die mehrfache Weltmeisterin und Gewinnerin des Gesamtweltcups, wieder ins Geschehen ein. «Ich bin froh, dass sie zurückkehrt, sie fordert mich, auch im Training», erklärte Beatrice Zimmermann. Die Saison beginnt im Januar mit FIS-Rennen in Les Houches (FRA), danach disloziert der Tross zum Weltcupauftakt nach La Thuile (ITA).

Die Stanserin setzt sich auch neben den Pisten für ihre Sportart ein, unter anderem auch mit der Aussicht, Telemark dereinst zu olympischen Weihen zu verhelfen. Im Mai besuchte sie als eine der drei Telemark-Athletenvertreter den FIS-Kongress in Griechenland, nahm an Meetings und Konferenzen teil, mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen Telemark-Athleten und dem Komitee zu fördern. «Wir konnten unsere Meinungen platzieren, Erklärungen abgeben, wie wir unseren Sport erleben – wir wurden positiv wahrgenommen», blickt sie zurück. Jedenfalls befürwortete die FIS eine Aufnahme des Parallel-Sprints und des Team-Parallelsprints ins olympische Programm für 2022 in Peking und leitete das Dossier an das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiter, welches dort jedoch abgelehnt wurde. Obwohl Telemark eine attraktive Sportart ist, scheint sie noch in vielen Ländern zu wenig verankert zu sein. Aufgeben wollen die Telemark-Fahrer aber nicht, «vielleicht klappt es ja 2026», hofft Beatrice Zimmermann.

Prüfungen, Backen und Abfragen in der Küche

Nebst all den sportlichen Tätigkeiten legt die stets optimistisch auftretende Sportlerin ihren Fokus auch auf die berufliche Laufbahn. Am letzten Freitag standen weitere Prüfungen an, die sie zur Gesundheits- und Bewegungsspezialistin mit eidgenössischem Fachausweis benötigt. Als gelernte Bäcker-Konditorin, ebenfalls mit eidgenössischem Fachausweis, ist sie auch in dieser Sparte in der Vorweihnachtszeit voll im Element. Rund 30 verschiedene Sorten Guetzli wurden unter anderem gebacken – im Familienverbund, mit Grosstante, Tante, Geschwistern. Und weil sie des Backens kundig ist, kreierte Beatrice Zimmermann einen eigenen Energieriegel mit dem Namen «Besch(t)» – was soviel heisst wie Birnel-Energie-Schnitte. Sie nahm das Backen auch gleich zum Anlass, sich den Stoff auf die Prüfungen von ihrer Familie abfragen zu lassen.

Mit den Weihnachtsgeschenken ist sie wegen der Prüfungen und dem vielen Unterwegssein etwas in Verzug. «Ich kümmere mich immer erst auf den letzten Drücker darum.» An Ideen wird es Beatrice Zimmermann bestimmt nicht fehlen ...

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