Erneute Lehrstunde oder erster Coup für Ad Astra Sarnen?

Die NLA-Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen empfangen am Samstag Favorit Köniz und fahren am Sonntag in die Ostschweiz.

Ruedi Burkart
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Trotz des happigen Starts ist die Moral bei Ad Astra Sarnen (Dominic Durot, links) weiterhin intakt.

Trotz des happigen Starts ist die Moral bei Ad Astra Sarnen (Dominic Durot, links) weiterhin intakt.

Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 19. September 2020)

Nach den beiden erwarteten diskussionslosen Niederlagen gegen die Grasshoppers (1:15) und Wiler-Ersigen (2:8) geht es für Ad Astra Sarnen am Samstag mit dem nächsten Spiel gegen einen der ganz Grossen weiter. Köniz, in der vergangenen Saison hinter GC und Wiler-Ersigen Dritter der Qualifikation, gibt sich in der Sarner Dreifachhalle die Ehre. Die Berner gelten nach den Zuzügen des 26-jährigen Schweizer Nationalspielers Manuel Engel (Växjö) und des bestandenen schwedischen SSL-Stürmers Simon Jirebeck (28, Örebro) als Transfersieger und erster Herausforderer von Klassenprimus Wiler-Ersigen. Nichts weniger als der zweite Meistertitel nach jenem von 2018 ist das Ziel.

«Dass wir gleich zu Beginn der Meisterschaft gegen die Besten des Landes antreten müssen, erachte ich nicht als grossen Nachteil», sagt Sarnens Chefcoach Eetu Vehanen. Ganz im Gegenteil. Sein Team könne sich so unter Wettkampfbedingungen auf die wirklich wichtigen Partien vorbereiten, die bald folgen werden. «Gegen Uster, Langnau oder Thun müssen wir punkten. Da gilt es dann ernst», so Vehanen, der vor zwei Wochen seine dritte Saison an der Bande der Obwaldner in Angriff genommen hat.

Rybkas Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Vor Wochenfrist musste sich Vehanen indes durch Assistenztrainer Michal Rybka vertreten lassen. Während der Partie gegen Wiler-Ersigen kümmerte sich der frischgebackene Papa um seine Familie, er und seine Ehefrau Jasmine wurden am Tag vor der Partie Eltern eines gesunden Sohnes namens Eemil. «Beiden geht es sehr gut. Ich schlafe zwar jetzt nicht mehr so tief und so lange wie noch letzte Woche – aber das ist kein Problem», meint Vehanen.

Eine interessante Personalie bei Sarnen ist besagter Michal Rybka. Dass der 39-jährige Tscheche drei Jahre nach seinem Abschied als Ad-Astra-Coach ein Comeback bei den Obwaldnern gibt, war so nicht zu erwarten gewesen. Rybka führte das NLA-Team der Langnau Tigers während zwei Saisons, wurde dort nach dem Nichterreichen der Playoffs 2019 aber seines Amtes enthoben. Bis zu seiner Rückkehr nach Sarnen amtete Rybka beim Emmentaler Verein als Ausbildungschef. «Dass ein so ausgewiesener Fachmann wie Rybka zu unserem Trainerteam stösst, ist eine sehr gute Sache», freut sich Vehanen. Er selbst sei ja mit seinen 29 Jahren noch ein junger Trainer, «ich kann von Michal viel lernen. Ja, ich lerne in jedem Training dazu».

Ins Gehege kommen sich die beiden nicht, sagt Vehanen. «Wir haben alle unsere Aufgaben. Ich bin der Chefcoach, Michal ist unter anderem für Videoanalysen und andere taktische Dinge zuständig und Roger Hänni, der dritte Mann, hat einen sehr guten Draht zu den jungen Spielern.»

Letzte Frage an den Sarner Übungsleiter: Was liegt dieses Wochenende drin? Gibt es die ersten Punkte? Garantien könne er natürlich keine abgeben, so Vehanen, aber er sehe vor allem im Sonntagsspiel gegen Waldkirch-St.Gallen eine gewisse Chance auf ein positives Resultat. «Die Ostschweizer sind zwar physisch sehr stark, aber ich glaube an unsere Chance für eine positive Überraschung.» Trotz des schwierigen Saisonstarts sei die Moral im Team weiterhin intakt, so Vehanen weiter. «In den Trainings unter der Woche haben wir eine ausgesprochen gute Stimmung.» Diese Voraussetzung für einen möglichen Coup am kommenden Wochenende wäre also schon mal gegeben.

Unihockey. NLA. Samstag, 18 Uhr: Ad Astra Sarnen – Köniz (Dreifachhalle). Sonntag, 17 Uhr: Waldkirch St.Gallen – Ad Astra Sarnen (Tal der Demut).