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Beim SC Buochs ist es Zeit zum Abschiednehmen

Buochs gewinnt das 1.-Liga-Derby gegen Zug 94 1:0. Die Nidwaldner verabschieden sich von zwei Spielern.
René Barmettler
Der Zuger Armando Ivano Loue gegen den Buochser Lorenzo Michelangeli. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Der Zuger Armando Ivano Loue gegen den Buochser Lorenzo Michelangeli. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Buochs und Zug 94 verabschiedeten sich in die Winterpause. Mit dem selben Resultat wie in der Startrunde. Zug 94 hatte Buochs damals daheim mit 1:0 bezwungen. Buochs behielt am Samstag auf dem heimischen Seefeld die Oberhand. Die Spielertraube nach Spielschluss gab Einblick in die Spielerseelen der Buochser Fussballer: Es war eine schwierige Vorrunde mit einem versöhnlichen Abschluss. Nach dem Sieg dank des Kopftors durch Innenverteidiger Christoph Frank in der 40. Minute haben die Nidwaldner 15 Punkte und nun fünf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsrang.

Emotionales gab es auch schon während der zweiten Halbzeit. Zuerst in der 69. Minute, als Tobias Nickel eingewechselt wurde. Und nochmals, als Rico Gabriel ab der 76. Minute die restliche Spielzeit bestreiten durfte. Anfeuerungsrufe und stehende Ovationen: Freunde und Angehörige waren gekommen, um den beiden bei ihrem letzten Spiel für Buochs beizuwohnen. Das Duo hatte nämlich zuvor den Rücktritt vom Fussball bekannt gegeben. Rico Gabriel, der Verteidiger, der am Heiligabend erst 25 Jahre alt wird, spielte mit Ausnahme von drei Monaten (FC Stans) immer für den SCB. Das Eigengewächs sagte nach Spielschluss:

«Man sagt zwar immer, es sei Amateursport. Doch der Aufwand ist gross. Drei Mal Training die Woche, man sieht seine Angehörigen weniger als die Mannschaft, die für mich wie eine Familie geworden ist.»

Er ist glücklich, dass er sich mit einem Sieg verabschieden konnte. «Alle leisteten nochmals einen Extraeinsatz. Es war ein harter Kampf, wir haben alles aus uns rausgeholt.» Gehen tut er mit einem lachenden und weinenden Auge. «Ich habe mir das gründlich überlegt. Nun habe ich wieder mehr Freizeit und Zeit für die Familie. Das Team wird mir aber fehlen.»

Im Bild ist der Buochser mit der 7 – Patrik Gjioda. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Im Bild ist der Buochser mit der 7 – Patrik Gjioda. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Schon wieder bittere Niederlage für Zug 94

Ähnlich geht es auch Tobias Nickel. Der 28-Jährige, der defensiv wie auch offensiv eingesetzt werden kann, hätte bei seiner Derniere in seinem siebten Buochser Jahr beinahe noch das 2:0 erzielt. Doch auch so war er am Ende zufrieden. «Das wichtigste sind die drei Punkte. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist», meinte er mit einem Augenzwinkern. Es gab nämlich durchaus noch Erfolgreicheres in beider SCB-Karrieren zu erzählen. Der schönste Augenblick, da sind sich beide einig, war der Sieg im Cup gegen die Berner Young Boys.

Ganz anders war die Gemütslage auf Seiten der Zuger. Zwei 0:1-Niederlagen in Folge – das Team bleibt auf seinen fünf Zählern sitzen. Nach dem Startsieg über Buochs kamen also bloss noch zwei Punkte dazu. Die Unruhen im Verein (wir berichteten) bewirken, dass niemand weiss, ob oder wie es überhaupt weitergeht.

Auch Captain Ruben Burkard wirkte ratlos. «Diese Sachen sind vereinsintern, wir als Spieler müssen uns auf das Sportliche konzentrieren. Klar ist aber, dass dies alles nicht spurlos an uns vorübergeht und deshalb vielleicht einige Prozente auf dem Platz fehlten.» Kritisieren mochte er seine Teamkameraden nicht.

«Es ist bitter, zwei Mal nacheinander so zu verlieren. Kompliment an das Team, es hat alles gegeben.»

Die Zuger 11, Ruben Burkard, mit einem Foul gegen die Buochser 11, Jérôme Bühler. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Die Zuger 11, Ruben Burkard, mit einem Foul gegen die Buochser 11, Jérôme Bühler. (Bild: Roger Grütter, 9. November 2019)

Ob es dies in dieser Zusammensetzung im Frühjahr noch geben wird, konnte der 24-jährige Luzerner nicht sagen. Auch über seine eigene Zukunft ist er sich noch nicht im Klaren. «So kurz nach einem Spiel gehen mir hundert Gedanken durch den Kopf. Aber keine, was meine Zukunft bringen wird.» Nach dieser samstäglichen Niederlage ist nebst den Querelen im Hintergrund auch die sportliche Lage derart trostlos, dass man kein Wahrsager sein muss: Es dürfte auch für einige Zuger Spieler Zeit werden, Abschied zu nehmen.

Buochs – Zug 94 1:0 (1:0)
Seefeld. – 300 Zuschauer. – SR Rothenfluh. – Tor: 40. Frank 1:0. – Buochs: Epp; Fabian Nickel, Guidotti, Frank, Kqira (76. Gabriel); Würmli, Di Michelangeli (82. Abaidia), Sousa, Bühler (69. Tobias Nickel); Lambert (86. Kadrija); Gjidoda. – Zug 94: Beganovic; Hanusch (76. Sejdini), Wüest, Perkovic, Kleiner; Babic (89. Sönmez), Burkard, Loue, Zoller (81. Okouagbe); Radovic, Simic.

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