Fussball, 2. Liga inter: Der FC Eschenbach bricht gegen den FC Sarnen ein - 2:3-Niederlage

Das Kellerduell zwischen Sarnen und Eschenbach wird zum Spektakel. In den Schlussminuten können die Obwaldner das Spiel noch in einen 3:2-Sieg kehren.

Ruedi Vollenwyder
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Sarnens Ruben Urbano (rechts) mit einer sauberen Ballannahme per Brust, Eschenbachs Samuel Stocker schaut dem Treiben vorerst zu. (Bild: Boris Bürgisser (Sarnen, 16. März 2019))

Sarnens Ruben Urbano (rechts) mit einer sauberen Ballannahme per Brust, Eschenbachs Samuel Stocker schaut dem Treiben vorerst zu. (Bild: Boris Bürgisser (Sarnen, 16. März 2019))

«Ein solch spektakuläres Spiel habe ich mir zu meinem 30. Geburtstag gewünscht», meinte Dominic Ineichen nach dem 3:2-Sieg seines FC Sarnen strahlend. 89 Minuten waren gespielt, der Tabellenletzte FC Eschenbach lag seit der 46. Spielminute nach dem Kopfballtreffer von Colin Bächler mit 2:1 vorne. Da mussten die viel gelaufenen Seetaler ihrer Müdigkeit Tribut zollen. Und wie: In der 90. Minute hämmerte Tobias Holtz den Ball aus 20 Metern ins Netz hinter Eschenbach-Goalie Sinan Bali. Zwei Minuten später erzielte der ebenfalls eingewechselte Anto Brnic nach einer gelungenen Ballstafette über rechts den 3:2-Siegtreffer für die Sarner. Der Jubel bei der Pereira-Truppe war riesengross.

Der Frust bei den aufopfernd kämpfenden Eschenbachern ebenfalls. «Wenn man so nahe am Erfolg ist und dann gleichwohl ohne Lohn dasteht, dann ist das nur bitter», konnte Eschenbachs Sportchef Marco Renggli seine Enttäuschung nicht verbergen.

Rückstand bringt Sarner temporär aus dem Tritt

Der neue Eschenbacher Trainer Jürg Widmer sah dieses Negativerlebnis kommen. Schon Mitte der zweiten Halbzeit appellierte er an seine Spieler: «Kommt hinten heraus, lasst euch nicht erdrücken.» Seine Einwände blieben ungehört. Mit eben den bitteren Folgen. «Der Druck der Sarner in der letzten Viertelstunde war einfach zu gross. Die beiden Tore sind die Folge der physischen Defizite meiner Spieler und der nachlassenden mentalen Präsenz. Eine bittere Niederlage.»

In diesem Kellerduell hätte Sarnen schon in der 9. Minute in Führung gehen müssen. Doch Dominic Ineichens Heber über den Eschenbach-Goalie verfehlte das Tor. Mit zwei Foulelfmetern (20. Dominic Ineichen) zum 1:0 und Jan Walker (25.) zum 1:1-Ausgleich wurde diese Partie lanciert. Die nächste Möglichkeit, sein Team wieder in Führung zu schiessen, hatte wiederum Geburtstagskind Ineichen. Herrlich das Zuspiel von André Röthlin hinter die Eschenbacher Abwehr. Doch er versiebte diese Topchance erneut (36.). Die Pirouette von Sarnen-Trainer Ricardo Pereira liess dessen Ärger über diese verpasste Topchance erahnen. «Wir hätten schon zur Pause klar in Führung liegen müssen», meinte er zur spielerischen Überlegenheit und zum Chancenplus.

Der Eschenbacher Führungstreffer kurz nach Wiederbeginn der zweiten Halbzeit schockte die Sarner gewaltig. Nichts ging mehr, dieser Rückstand brachte Sarnen total aus dem Tritt. Der Spielfluss ging verloren, man suchte das Heil mit einem kopflosen Anstürmen. Bis Trainer Ricardo Pereira reagierte und in der 68. Minute mit einem Dreifachwechsel für neuen Schub sorgte. Anto Brnic, Tobias Holtz und Luca Vogel brachten wieder spielerische Kultur und viel Power ins Sarner Spiel zurück. Der Lohn ist bekannt: Anto Brnic (20) und Tobias Holtz (19) sorgten mit ihren Toren für den Umschwung. Auch Routinier Luca Vogel (29) hatte bei beiden Toren seine Füsse im Spiel.

Eschenbach in Negativspirale geraten

Im Endeffekt feierten die Sarner auf dem Weg zur Mission Ligaerhalt einen glücklichen Sieg. «Dieser Umschwung ist nur möglich geworden, weil wir als Team diesen Sieg unbedingt wollten», begründet Stürmer Dominic Ineichen den Schlusseffort, der Sarnen drei wichtige Punkte einbrachte. Für den FC Eschenbach gilt nurmehr die Hoffnung, dass das Team endlich einmal aus der Negativspirale herausfindet. «Die Arbeit wird mir nicht ausgehen», bemerkte Trainer Jürg Widmer in einem bedrückend wirkenden Unterton.