Eschenbachs Fussballer überrumpeln im Seetaler Derby Hochdorf

Eschenbach gewinnt das Seetal-Derby in Hochdorf mit 3:1 und startet perfekt in die neue 2.-Liga-Saison.

Stephan Santschi
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Eschenbachs Dominik Höltschi schiesst das 1:0, Hochdorfs Luca Rinaldo (rechts) muss zuschauen.

Eschenbachs Dominik Höltschi schiesst das 1:0, Hochdorfs Luca Rinaldo (rechts) muss zuschauen.

Bild: Boris Bürgisser (Hochdorf, 21. August 2020)

Und dann wurde es doch noch hektisch. Die Partie plätscherte vor sich hin, Eschenbach führte 2:0 und hatte alles im Griff. In der 78. Minute kam es aber zu einem Foulspiel an Yannick Escher, der Eschenbacher Mittelfeldspieler fiel unglücklich auf die Schulter, musste ausgewechselt werden und wird vorderhand wohl ausfallen. Drei Minuten später nutzte der Hochdorfer Joshua Wölfle eine Unaufmerksamkeit des Gegners und verkürzte nach einem Corner auf 1:2. Endlich war sie da, die Derbyatmosphäre, welche die über 400 Zuschauer (wegen der Corona-Schutzmassnahmen alle mit Maske) bis dahin mehrheitlich vermisst hatten.

Es passte aber zu den insgesamt abgeklärt auftretenden Eschenbachern, dass sie dem Trubel rasch wieder ein Ende bereitete. Levin Peter drückte den Ball in der 83. Minute im Anschluss an einen Freistoss zum 3:1 über die Linie, die Partie war gelaufen. «Wir haben in den entscheidenden Momenten das Richtige gemacht», freute sich Eschenbachs Co-Trainer Christoph Müller über den Erfolg.

Raphael Felder: «Gegner war bissiger, spritziger»

Sein Team hat damit offensichtlich die Lehren aus dem letzten Auftritt in der Hochdorfer Arena gezogen. Ende Oktober 2019 war es, als Eschenbach hier gleich mit 0:3 verlor, «sang- und klanglos», wie Müller rückblickend sagt. «Diesmal agierten wir solidarisch, zweikampfstark und mit dem absoluten Willen zum Sieg.» Die 2:0-Führung erspielten sie sich bereits in der ersten Halbzeit, gleich zweimal überrumpelten sie dabei die Hochdorfer Hintermannschaft. Zunächst schnappte sich Dominik Höltschi in der 29. Minute einen gegnerischen Rückpass, umspielte den Goalie und schob zum 1:0 ein. Später lancierte Escher nach einer Balleroberung Kollege Robin Niederberger, der zum 2:0 einschoss (41.).

Die Hochdorfer waren lange zu keiner Reaktion fähig, die Offensive präsentierte sich überwiegend harmlos. «Der Gegner war besser, spritziger und bissiger», gestand Trainer Raphael Felder. Bei ihnen hätten in Sachen Konsequenz und Überzeugung ein paar Prozente gefehlt. Die fehlende Derby-Ambiance erstaunte ihn nicht. «Es ist nicht mehr so wie früher und das ist auch gut so. Die Spieler kennen sich aus der Juniorenzeit in den Seetal-Auswahlen», sagt Felder, der als ehemaliger Spieler von Hochdorf und Eschenbach einige solcher Duelle erlebt und nur wenige verloren hat.

Perfekte Woche für Trainer Christoph Müller

Dem FC Hochdorf, der sich eigentlich mit attraktivem Fussball Richtung Tabellenspitze orientieren will, ist der Start in die neue 2.-Liga-Saison mit einem Punkt aus zwei Partien missglückt. Ganz anders Eschenbach, mit sechs Zählern hat es die Spielzeit mit dem Punktemaximum eröffnet. Müller, der sich den Trainerjob seit dem Abstieg im Jahr 2019 mit dem gleichberechtigten Marco Zimmermann teilt, betont, dass der FC Eschenbach die familiären Tugenden eines Landvereins verkörpern wolle. «Wir möchten gemeinsam etwas erreichen und unternehmen auch neben dem Platz etwas miteinander.» Die letzte Woche bezeichnet er in dieser Hinsicht als perfekt.

Am Mittwoch hatte ihn die Mannschaft zu seinem 40. Geburtstag noch zu Hause überrascht, am Donnerstag war Abschlusstraining, am Freitag folgte der Derbysieg. Taucht da am Horizont schon der Gedanke an die Rückkehr in die 2. Liga inter auf? «Wir werden sehen, was am Ende rauskommt. In dieser ausgeglichenen Liga kann jeder jeden schlagen. Wir werden stets 100 Prozent Engagement zeigen müssen.»