Martin Fanger an der O-Tour in Warteposition

Der Einheimische Martin Fanger will die O-Tour endlich auch einmal auf der Langdistanz gewinnen. Der grosse Widersacher ist allerdings der dreifache O-Tour-Sieger Urs Huber.

Martin Platter
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Will erstmals den Sieg über die Marathon-Distanz: der Obwaldner Martin Fanger. (Bild: William Fracheboud)

Will erstmals den Sieg über die Marathon-Distanz: der Obwaldner Martin Fanger. (Bild: William Fracheboud)

«Ich bin nervös», sagt Martin Fanger kurz, bevor er sich ein letztes Mal für eine Trainingsfahrt im Hinblick auf die O-Tour vom Sonntag in Alpnach aufs Bike schwingt. Und ergänzt: «Die Umstellung vom Cross-Country auf Marathon ist nicht ganz einfach.» Fanger, der im Einzugsgebiet der O-Tour-Strecke aufgewachsen ist und das Bike-Gebiet wie seine Hosentasche kennt, macht keinen Hehl daraus, dass er in Alpnach endlich einmal als Sieger der 86-km-Strecke über die Ziellinie rollen möchte. 2009 konnte er zuletzt auf der Mitteldistanz triumphieren. Doch bisher standen dem 30-jährigen Obwaldner die Marathonspezialisten stets vor der Sonne.

Was die Sache für Fanger nicht einfacher macht: Viele Fahrer haben ihren Formhöhepunkt auf den Herbst mit den bevorstehenden Welt- und Schweizer-Meister-Titelkämpfen ausgerichtet. Die O-Tour ist der erste Gradmesser. Ganz oben auf der Favoritenliste steht Urs Huber, der den Wettkampf in den Jahren 2009, 2015 und 2016 bereits für sich entscheiden konnte. Der Schlüsselbeinbruch, den er vor vier Wochen an der Eiger Bike Challenge erlitten hatte, behindert den Mettmenstetter nicht mehr. «Ich war kürzlich in ärztlicher Kontrolle. Das Schlüsselbein ist in Ordnung», gibt Huber Entwarnung. Nicht nur das motiviert Huber: «In der letzten Woche war ich vier Tage am Stück biken, um die Vollnarkose der Schlüsselbein-OP restlos zu verdauen. Es lief von Tag zu Tag besser.»

Martin Fanger als Joker

Denkbar wäre am Sonntag ein Rennausgang wie 2016, als Huber vor dem belgischen Meister Frans Claes das Rennen beendete – unter anderen mit Martin Fanger als Joker. Etliche andere Fahrer trachten aber ebenfalls nach den begehrten Podiumsplätzen. Beispielsweise Vorjahressieger Marc Stutzmann, der mit dem zweiten Platz vor zwei Wochen am Nationalpark Bike-Marathon aufsteigende Form bewiesen hat. Ebenso, wie sein Thömus-Teamkollege Andreas Moser. Und auch Schweizer Meister Konny Looser, im Vorjahr Vierter, hat sich im Hinblick auf die O-Tour geschont. Wie BiXS-Teamkollege Hansueli Stauffer, der im Vorjahr Zweiter wurde. Ein starkes Resultat ist ausserdem von Marathon-Classics-Leader Adrien Chenaux zu erwarten, der am Nationalpark Bike-Marathon einen bestechenden Eindruck hinterliess.

Frauen: Esther Süss wohl kaum zu schlagen

Bei den Frauen ist die Favoritenschau einfacher. Hier gilt es Esther Süss, die Grand Old Lady des Schweizer Marathon-Sports zu schlagen. Für die Bernerin aus Küttigen gilt die einfache Gleichung: Wenn sie an der O-Tour startet, gewinnt sie auch. Viermal (2009, 2011, 2015, 2017) stand sie in Alpnach bereits zuoberst auf dem Podium. Aber keine Regel ohne Ausnahme: 2010 musste sich Süss von der früheren Skirennfahrerin und Teamkollegin Erika Dicht geschlagen geben. Diese ist aber längst zurückgetreten. In Dichts Rolle ist inzwischen Ariane Lüthi geschlüpft, die Süss bereits an der Eiger Bike Challenge zu schlagen vermochte. Lüthi konnte die O-Tour 2013 erstmals gewinnen – damals noch unter dem Namen Kleinhans. Andrea Ming und Janine Schneider sind weitere Fahrerinnen, die das Podest erreichen könnten.

Mit dem Kernser Norbert Amgarten kämpft in der Fun-Kategorie ein weiterer Lokalmatador um den Sieg und die Führung in der Bike Marathon Classics. Amgarten konnte die Marathon-Serie in seiner Kategorie bereits in den beiden Vorjahren für sich entscheiden ist auch heuer in der Pole-Position.

Als Ehrenstarterin amtet in diesem Jahr die Obwaldner Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin. Sie schickt die Bikerinnen und Biker auf die 37 bis 86 Kilometer lange Strecke über eine oder zwei Talseiten von Obwalden.

Sonntag. Startzeiten: 7.45 Marathon Frauen; 8.00 Marathon Männer; 8.25 Halbmarathon Frauen/Männer; 8.50 E-Bike Halbmarathon Frauen/Männer; 9.00 Easy-Marathon/Team4Fun; 12.30 Bike Talents; 12.45 Kids Race; ab 9.40 Zieldurchfahrten; ab 11.45 Zieleinfahrten.
Mehr Infos gibt es hier

Erstmals auch ein Rennen für die 8- bis 14-Jährigen

Nachwuchs Schon längst hat sich die O-Tour auf die Fahne geschrieben, ein Mountainbike-Rennen für Gross und Klein zu sein. Doch für den Bike-Nachwuchs zwischen 8 und 14 Jahren hatte es bis anhin kein passendes Rennen. Bis jetzt. Väter und Mütter von unterfordertem Bike-Nachwuchs aufgepasst: An der O-Tour 2018 können sich endlich auch die 8- bis 14-jährigen Biker austoben. Zum ersten Mal gibt es «Bike Talents», ein rund 500 Meter langes Rennen mit attraktiver Strecke im Start- und Zielgelände, kleinen Sprüngen, Wellen-Mulden und teilweise mit künstlichen Elementen wie Wippen oder Anleger. (pd)

O-Tour: Teil der Garmin Bike Marathon Classics

Sechs Prüfungen zählt die Garmin Bike Marathon Classics, die seit über 20 Jahren besteht. Auf den maximal 584 Kilometern gilt es, mit dem Mountainbike kraftraubende 20575 Höhenmeter zurückzulegen. Und zwar nebst der O-Tour in Obwalden am Ortler Bike Marathon im Südtirol, am BerGiBike im Raum Gruyère, an der Eiger Bike Challenge in Grindelwald, am Nationalpark Bike Marathon in Scuol und am Iron Bike Race in Einsiedeln. (pd)