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Der Luzerner SC hat fast zuviel Talent für die 2. Liga

Fussball-Spektakel auf der Hubelmatt: Der Luzerner SC bezwingt Sempach in einem dramatischen Spiel 3:2 (2:1).
Roland Bucher
Eduard Qupi (links), der Spielmacher des Luzerner SC, versucht sich hier gegen den Sempacher Rafael Machado Gomes durchzusetzen. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 28. September 2019)

Eduard Qupi (links), der Spielmacher des Luzerner SC, versucht sich hier gegen den Sempacher Rafael Machado Gomes durchzusetzen. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 28. September 2019)

Gibt’s kein Erdbeben auf der Hubelmatt, wird Cem Schär Mitte März 2020 zum neuen Präsidenten der Fussballabteilung des Luzerner SC gewählt. Ihn könnte mehr Aufgabenfülle erwarten, als er sich das heute denkt. Denn der beschauliche Multi-Kulti-Zweitligist hat sich beharrlich in der Nähe der Tabellenspitze festgenagelt. Und besitzt Fähigkeiten, welche vielen in dieser Regionalklasse angesiedelten Teams abgeht: Individualität, Spiellust, hohe technische Fertigkeit, Emotionen. Und überdurchschnittlich begabte Fussballer. Kurzum: er ist ein Anwärter für Rang 1. Um über einen möglichen Aufstieg zu debattieren, betont Schär, sei es noch viel zu früh, abgerechnet werde im nächsten Frühjahr: «Wenn wir unsere Leistungen bestätigen können und dann immer noch vorne dabei sind, dann ist noch genug Zeit, um die Entscheidungen reifen zu lassen.» Unschwer indes ist aber heraus zu spüren: Der Flirt mit dem überregionalen Fussball macht durchaus Spass.

Drei Penalties für Sempach, zwei Rote Karten gegen den LSC, Spannung bis in die letzte von 98 Spielminuten, Torchancen im Multipack, Zweikämpfe der Gladiatoren-Klasse: Fussballerherz, was begehrst du mehr? Die Geschichte eines speziellen Matchs schrieben der Schiedsrichter, Eduard Qupi und Noël Schweizer. Ref Dominique Schaub hatte die vielleicht heikelste Partie seiner bisherigen Karriere zu leiten: er tat dies auch in den vielen aufregenden Momenten abgeklärt, souverän. Penalty Nummer 2 war hart geahndet, ansonsten sämtliche Entscheidungen korrekt. Eduard Qupi, von Küssnacht zu den Stadtluzernern gestossen, ist ein technisch figulanter Fussballer, der Tor Nummer 1 für den LSC selber erzielte und die beiden anderen schlitzohrig vorbereitete. «Ich habe einfach Freude am Fussball», sagt er, und will eigentlich nichts davon hören, dass er durchaus den Rucksack besitzt, um persönlich Ligen höher zu klettern: «Wenn ich jetzt so etwas antönen würde, dann kommt das bei meinen Kollegen nicht gut an. Ich schaue mal, wie sich das alles entwickelt.»

Patrik Lika, der tragische Held

Goalie Noël Schweizer, ebenfalls ein ex-Küssnachter ist froh, überhaupt noch Fussball spielen zu können: drei Mal habe er sich bereits das Kreuzband flicken lassen müssen. Und der LSC ist froh, einen solchen Torsteher in seinen Reihen zu wissen: «Er ist der Beste dieser Liga», sagt der angehende Präsi Cem Schär.

Dann war da noch Patrik Lika. Der verwandelte Penalty Nummer 1 und 2 für die Sempacher souverän, scheiterte aber beim dritten Anlauf in der 89. Minute an Schweizer, der nichts anderes sagte als: «Diesen Penalty wollte ich einfach halten, das war ich meinem Team, das so grossartig gekämpft hat, einfach schuldig.» So bliebs beim 3:2 nach 90 Minuten – «die acht Minuten Nachspielzeit», meinte Cem Schär, «nein so etwas möchte ich nicht noch einmal erleben …»

Der LSC: eine Spektakeltruppe mit viel Potenzial, schönem Fussball, den mal zu besuchen sich durchaus lohnt. Und der FC Sempach? Der ist weit hinten positioniert in der Tabelle. Für das Potenzial, welches diese Equipe besitzt, viel zu weit hinten. Denn das Team von Trainer Elvis Velic interpretiert einen durchaus ansehnlichen Tempofussball mit schneller Angriffsauslösung und Variabilität, vermag indes Aufwand und Ertrag nicht in Einklang zu bringen. Und wird für dieses Manko oft brutal bestraft. Wie in der 11. Minute dieser denkwürdigen Partie, als Michael Fölmli alleinstehend vor Schweizer den 1:1-Ausgleich vertat und im Gegenzug das 0:2 kassierte. Es war der Auftakt zu turbulenten 98 Minuten, welche LSC-Trainer Pren Spaqi schliesslich so zusammenfasste: «Solche turbulenten Spiele machen den Fussball aussergewöhnlich.»

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