Dem FC Littau gelingt perfekter Start in die Rückrunde der 2. Liga regional

Der SC Obergeissenstein hat im Rückrundenstartspiel gegen Littau keine Chance. Das Team um den neuen Trainer Herbert Baumann spielt souverän auf und gewinnt verdient 3:0.

Ruedi Vollenwyder
Drucken
Teilen
Obergeissenstein-Verteidiger Elio Wildisen (links) wird vom Littauer Flügelspieler Simon Britschgi bedrängt. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. März 2019)

Obergeissenstein-Verteidiger Elio Wildisen (links) wird vom Littauer Flügelspieler Simon Britschgi bedrängt. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. März 2019)

«Wenn man auswärts drei Tore schiesst und keines kassiert, dann hat mein Team vieles richtig gemacht.» Das Statement von Littau-Trainer Herbert Baumann, der die Mannschaft nach der Vorrunde übernommen hat, trifft denn auch voll zu. Die Littauer Akteure spielten so befreit, aber gleichwohl diszipliniert auf, so dass Obergeissenstein nie richtig ins Spiel fand. Den Littauern spielte aber auch das frühe 1:0 in die Karten. OG-Captain Michael Meier unterlief ein Abspielfehler, wie es jedem Spieler passieren kann. Der lauffreudige Fabio Machado nahm das Geschenk dankend an und traf abgeklärt zum Führungsstreffer. OG-Goalie Raphael Weltert hatte keine Abwehrchance. Raphael Weltert? Ja, der 31-jährige langjährige Fanion-Torhüter gab nach zweieinhalb Jahren sein Comeback. Nicht ganz freiwillig, denn OG stand vor einem Goalie-Problem. Jonas Schrader steckt während der Rückrunde in der Rekrutenschule. Stammgoalie Jérome Hajnal wurde kürzlich Vater einer Tochter.

Zudem liessen schulische und familiäre Verpflichtungen während der Vorbereitungsphase kein geregeltes Training zu. «Weil OG für mich eine Herzensangelegenheit ist, habe ich mich für die Rückrunde zur Verfügung gestellt, um auszuhelfen. Mit null Ansprüchen auf Einsätze», begründet Raphael Weltert den Wiedereinstieg ins aktive Goalie-Leben. Nicht ohne zu bemerken: «In der Vorbereitungszeit mit dem Trainingslager in Lissabon musste ich körperlich schon etwas leiden. Die zweieinhalbjährige Pause ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen und war zudem recht happig.»

Am OG-Goalie lag es nicht, dass das Wartegg-Team am Schluss als Verlierer vom Feld musste. Genau 28 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da schnitzerte die OG-Defensive ein weiteres Mal. «Ich bekam nach einem weiten Zuspiel den Ball vor die Füsse und konnte diesen unbedrängt über den Goalie ins hintere Eck schlenzen», umschreibt Doppeltorschütze Fabio Machado das 2:0 für sein Team.

Obergeissenstein beklagt viele Ausfälle

Nach diesem zweiten Gegentor tat sich die Mannschaft um das Trainer-Duo Micha Egli/Marco Häfliger noch schwerer. Zumal OG durch die drei gesperrten Spieler Reto Albisser, Christian Mutter und Manuel Bucheli und den verletzten Ueli Scherer personell «auf dem Zahnfleisch lief». Insbesondere mit dem schnellen Umschaltspiel der Littauer bekundete OG grosse Mühe. Das 3:0 (72.) durch Michel Britschgi war die logische Folge einer reifen und abgeklärten Spielweise der Littauer. Dessen Trainer Herbert Baumann sprach denn auch von einem «geglückten Rückrundenstart, mit Luft nach oben».

Beim SC Obergeissenstein hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Die Hypothek der fehlenden Stammspieler wog zu schwer und konnte nicht übertünkt werden. «Deswegen stellten wir uns denn auch auf einen schwierigen Match ein», gibt Marco Häfliger, der ab nächster Saison das Cheftrainer-Amt von Micha Egli übernimmt, zu Protokoll. «In unserem Spiel passte nicht viel zusammen. In der Defensive wie auch im Angriff lag unsere Fehlerquote viel zu hoch.» Er sah aber auch einen «spielstarken Gegner, der in der Rangliste klar unter seinen Möglichkeiten klassiert ist». Abhaken und positiv weiter schauen, das muss nach diesem verunglückten Auftritt die Devise bei Obergeissenstein sein. Denn der SC OG hat in der Vorrunde bewiesen, dass viel Potenzial in diesem Team steckt.