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Er holt den Feinschliff für den WM-Titel in Zug

Joel Brüschweiler holt an der Armbrustschiessen-WM in Russland gleich sechs Medaillen.
Michael Wyss
Präsentiert stolz seine WM-Medaillen: Joel Brüschweiler. Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 20. August 2019)

Präsentiert stolz seine WM-Medaillen: Joel Brüschweiler. Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 20. August 2019)

«Der Weltmeistertitel über 10 Meter Einzel bleibt mir immer Erinnerung. Einerseits wegen der Goldmedaille. Andererseits, weil es seit 32 Jahren nie mehr einen Schweizer Armbrustschützen gab, der in dieser Disziplin Weltmeister wurde. Letztmals schaffte dies 1987 Pierre-Alain Dufaux», zeigte sich Joel Brüschweiler stolz. Die Goldmedaille gewann er vor wenigen Tagen im russischen Uljanowsk. Doch Brüschweiler, der im thurgauischen Hefenhofen aufgewachsen ist und jetzt in Steinhausen zu Hause ist, sorgte an dieser WM noch weiter für Aufsehen. Er holte auch Gold über 30 Meter kniend und 30 Meter mit dem Team, Silber (30 Meter stehend) und zweimal Bronze (30 Meter Kombination und 10 Meter Team). Die Schweiz holte 18 Medaillen. Im Medaillenspiegel belegte die Schweiz Rang 2 hinter Russland.

«Russland scheint für mich ein gutes Pflaster zu sein», lacht der Thurgauer, der sich als ruhig und zielstrebig bezeichnet. Bereits 2015 sicherte sich Brüschweiler, damals noch in der U23-Kategorie dreifaches WM-Gold (30 Meter Team, kniend; und Kombination) und wurde zudem Vizeweltmeister über 10 Meter stehend.

Vom Warnerkind zum Schützen

Die Freude am Armbrustschiessen entdeckte Brüschweiler im Alter von 9 Jahren. «Mein Vater war Armbrustschütze und somit muss etwas in den Genen gewesen sein. Ich ging immer mit an die Trainings und Wettkämpfe. Beim ASV Bürglen besuchte ich einen Nachwuchsschützenkurs.» So richtig gepackt hatte es den 26-Jährigen – der übrigens wegen seiner grossen Liebe, der 24-jährigen Steinhauserin Moni Hurschler (ebenfalls eine erfolgreiche Elite-Armbrustschützin) in den Kanton Zug zügelte – an der Weltmeisterschaft im 2008 im thurgauischen Sulgen. «Ich stand dort als sogenanntes Warnerkind im Einsatz und gab den Schützen die Zielscheiben. Das hat mich damals so fasziniert, dass ich mit dem leistungsorientierten Schiessen begann.»

Ein Jahr später wurde Brüschweiler ins C-Nationalkader aufgenommen und nur ein Jahr danach qualifizierte sich der Ostschweizer für die Weltmeisterschaft in Avon. «Das war ein grosses Highlight für mich. Zuerst die Qualifikation im 2010, dann im gleichen Jahr die WM-Teilnahme.» Seit 2016 ist er in der Nationalmannschaft.

Brüschweiler, der seit 2015 in Steinhausen lebt, trainiert bei der Armbrustschützengesellschaft Steinhausen und der Armbrustschützengesellschaft Zug. «Pro Woche sind es bis zu 10 Stunden. Auf einen Grossanlass hin sind es gegen 20 Stunden, die ich im Schiessstand und Fitness verbringe.» National hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. «Im Nachwuchs- und Aktivbereich habe ich in jeder Disziplin mindestens eine Goldmedaille gewonnen», sagt Brüschweiler stolz.

Der Informatiker könnte auf das Armbrustschiessen nicht mehr verzichten: «Es ist Teil meines Lebens. Es begleitet mich schon seit vielen Jahren. Die Wettkämpfe und Auslandsreisen, sind immer wieder eine Bereicherung. Wir sind uns nichts neidisch, im Gegenteil. Wir tauschen uns vor und während den Wettkämpfen aus. Die Armbrustschützen sind eine verschworene Truppe. Es ist alles sehr familiär.»

In der Schweiz gibt es rund 1500 lizenzierte Armbrustschützen im Nachwuchs- und Aktivbereich. Trotz bescheidener Anzahl gehört die Schweiz mit Russland zur weltbesten Nation. «Es ist nach wie vor eine Randsportart. Aber es stört mich nicht. So wie es ist, ist es sympathisch. Lieber klein und fein. So kennt man sich noch an Wettkämpfen.»

Übrigens: Brüschweiler ist auch ein erfolgreicher Luftgewehrschütze (Sportschützen Gossau, NLA) und Kleinkaliberschütze (Rotkreuz-Risch, NLB). Ein (Welt-)Meister eben.

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