Die Alpnacherin Flavia Barmettler ist Feuer und Flamme für den Biathlonsport

Die Kraft der olympischen Flamme will Flavia Barmettler mitnehmen an die Heim-Junioren-WM auf der Lenzerheide.

Roland Bösch
Drucken
Teilen
Viktor Röthlin, André Kiser, Kai Schätzle und Flavia Barmettler (von links) mit dem Maskottchen Yodli. Bild: PD (Sarnen, 23. November 2019)

Viktor Röthlin, André Kiser, Kai Schätzle und Flavia Barmettler (von links) mit dem Maskottchen Yodli. Bild: PD (Sarnen, 23. November 2019)

Grossereignisse werfen bekanntlich ihren Schatten voraus. Seit dem 21. September 2019 befindet sich deshalb die Fackel der Olympischen Winter-Jugendspiele 2020 in Lausanne auf einer Tour durch die 26 Kantone der Schweiz. Am Samstag machte das olympische Feuer im Obwaldner Hauptort Sarnen halt. Marathon-Europameister und Olympia-Diplomgewinner Viktor Röthlin hatte die Ehre, gemeinsam mit dem ehemaligen Olympia-Teilnehmer und Bobanschieber André Kiser, dem U23-Ruderer Kai Schätzle aus Luzern und der Obwaldner Biathletin Flavia Barmettler das olympische Feuer zu entfachen.

Was es bedeutet, an den im Jahr 2012 in Innsbruck erstmals ausgetragenen Olympischen Jugendspielen teilzunehmen, ist sich Flavia Barmettler bewusst. Die mittlerweile 21-jährige Biathletin vertrat die Schweiz an den Spielen 2016 in Lillehammer. «So viele junge Sportlerinnen und Sportler, so viel Nationen, so viele Sportarten und ich als 17-Jährige mittendrin», blickt Flavia Barmettler noch heute gerne zurück. Ihr grosses Ziel, einmal als Sportlerin am Fusse des grossen Olympia-Feuers zu stehen, hat Flavia Barmettler seit Lillehammer nie aus den Augen verloren. Die Athletin des Skiclubs Schwendi-Langis ist wortwörtlich Feuer und Flamme für den Biathlonsport.

Es darf sich nicht alles um die Heim-WM drehen

Olympische Spiele sind für die C-Kaderathletin von Swiss-Ski aktuell noch in weiter Ferne und Lausanne 2020 für Flavia Barmettler altersbedingt kein Thema mehr. Einen Tag nach dem in Lausanne die Flammen bereits wieder gelöscht wurden, steht für die Biathlon-Familie ab dem 23. Januar 2020 mit den Junioren-Weltmeisterschaften auf der Lenzerheide der Saisonhöhepunkt auf dem Programm. «Für den Biathlonsport in der Schweiz ist die erstmalige Durchführung einer WM etwas Einzigartiges. Man spürt die Vorfreude und Anspannung zu gleich», erklärt Barmettler und stellt fest: «Das Trainer-Team ist glücklicherweise besorgt darum, dass sich nicht alles nur um die Heim-WM dreht.» Den Fokus der nationalen Medien ziehen zudem mit Amy Baserga und Niklas Hartweg, die beiden letztjährigen Jugend-Weltmeister aus Einsiedeln, auf sich.

Die Saisonvorbereitung mit Zusammenzügen in Magglingen, Realp, Oberhof, Ruhpolding und der Lenzerheide waren dennoch auf die Wettkämpfe Ende Januar/Anfang Februar 2020 ausgerichtet. «Ich muss bei den ersten Rennen Vollgas geben, da die Selektionen bereits über die Weihnachtstage erfolgen», erklärt Flavia Barmettler, die am Wochenende vom 7. und 8. Dezember bei den Alpencup-Rennen in Obertilliach in die Saison startet. Die Reise geht anschliessend nahtlos weiter nach Pokljuka (SLO) und ins italienische Martell.

Selektion ist eine machbare Aufgabe

Die Selektionshürde zu meistern, scheint für Barmettler eine machbare Aufgabe. In ihrer Karriere hat die Alpnacherin bereits dreimal an Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften teilgenommen. Seite Sommer 2018 hat die Owaldnerin auf der Lenzerheide ihre Zelte aufgeschlagen. Sie zeigt sich zuversichtlich: «Das Sommertraining konnte ich verletzungsfrei absolvieren. Bei den Laufbandtests erzielte ich neue Bestwerte.» Auch ein medizinisches Problem wurde mit einem Eingriff am Herzen behoben.

Flavia Barmettler bekam seit ihrem elften Lebensjahr rund achtmal im Jahr Herzrasen. Der Puls der Biathletin stieg je nachdem auch ohne Belastung innert wenigen Sekunden auf 200. «Immer wieder liess ich das Herzrasen abklären, es wurde aber nie etwas Beunruhigendes entdeckt. Trotzdem entschied ich mich nun für den Eingriff an der Hirslanden Tagesklinik in Zürich. Das unkontrollierte Auftreten wurde zunehmend belastend für mich», gewährt die ehemalige Schülerin der Sportmittelschule Engelberg Einblick in ihre Gefühlswelt. In einem ambulanten Eingriff wurde Flavia Barmettler ein zweiter unnötiger Nerv beim Herz, der für die falschen Impulse verantwortlich war, verödet.

Der Eingriff ist geglückt und das Herz hat den wettkämpferischen Belastungstest Anfang September mit dem Sieg am Nordic-Weekend in Andermatt bereits Stand gehalten.