Volleyball
Freudentänze in der Sälihalle: Volley Luzern macht in der NLB eine gute Figur

Das NLB-Frauenteam von Volley Luzern holt am Wochenende zwei Siege und belegt in der Tabelle einen Spitzenplatz.

Theres Bühlmann
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Luzerns Vera Bachmann beschäftigt den Neuenburger Block mit Vanja Hug und Léonor Guyot (rechts).

Luzerns Vera Bachmann beschäftigt den Neuenburger Block mit Vanja Hug und Léonor Guyot (rechts).

Bild: Pius Amrein (Luzern, 30. Oktober 2021)

Am Schluss lagen sich die Spielerinnen freudig in den Armen, Luzerns NLB-Frauenteam feierte am Samstag einen 3:2-Heimsieg gegen Neuchâtel II. Der Erfolg musste hart erkämpft werden, in einer Partie, bei der sich die Teams auf Augenhöhe begegneten. Und zu Beginn sah es nicht sonderlich gut aus für die Gastgeberinnen. Das Team von Coach Philipp Joller agierte unkonzentriert und fehlerhaft und musste die beiden ersten Sätze den Gästen mit 22:25 und 17:25 überlassen. Doch bereits im zweiten Durchgang, der hart umkämpft und lange ausgeglichen war (16:16), liess Luzern durchblicken: Da ist mehr möglich, da liegt mehr drin. Und sie kam, die Wende. Luzern spielte im dritten Satz aufmerksamer und entschlossener und setzte sich mit 25:17 durch. Auch der vierte Satz wurde mit 25:18 eine Beute der Einheimischen.

Im Entscheidungssatz trumpfte Luzern auf, zeigte gute Services, ging zur Freude des Publikums mit 7:2 in Führung, liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und holte diesen Satz mit 15:7 zum 3:2-Sieg.

Wenige Wechsel bei den Luzernerinnen

In der Teamzusammensetzung musste Luzern in dieser Saison nur wenige Wechsel vornehmen. Für Sandra Gehrig (Babypause) kam Vera Bachmann auf der Aussenposition. Rahel Stofer ersetzt Magdalena Hofstetter, die zurücktrat. Die Equipe wirkt sehr homogen. «Die Spielerinnen auf der Auswechselbank sind jenen auf dem Feld gleichwertig», sagt Joller. Ansetzen müsse man noch bei der Konstanz und den Automatismen. Er formuliert die Saisonziele so:

«Wir peilen einen Platz in den Top 6 an.»

Es gehe aber auch darum, den Akteurinnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln. «Seid mutig und spielt mit Köpfchen», würde er jeweils den Spielerinnen sagen.

Für die 25-jährige Vera Bachmann, die aus Sempach-Station stammt und nun in Luzern wohnt, ist es eine Rückkehr in heimatliche Gefilde. Sie spielte einst beim damaligen NLA-Verein Volley Top Luzern und wechselte dann zur NLB-Equipe von Therwil. «Ich wollte schon immer wieder nach Luzern ziehen und kenne noch einige Spielerinnen. Es ist schön, in einem jungen und motivierten Team zu spielen», sagt sie. Zu einem Auftritt an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte kam Lisa Müller in der Equipe von Neuchâtel. Die Surseerin stand vor ihrem Wechsel 2020 zu den Westschweizerinnen im NLB-Team der Luzernerinnen.

«Ich habe mich gefreut, wieder bekannte Gesichter unter den Zuschauern zu sehen.»

Aufstieg in die NLA ist längerfristig ein Thema

Am Sonntag stand das Heimderby gegen das Tabellenschlusslicht Volleya Obwalden auf dem Programm. «Ein Selbstläufer wird das aber nicht», hatte der Luzerner Trainer im Vorfeld gewarnt. Mit 3:0 (25:16, 25:12, 25:23) setzten sich die Gastgeberinnen durch, mussten aber im letzten Set kämpfen, denn die Obwaldnerinnen boten starke Gegenwehr und blieben hartnäckig dran.

Seit dieser Saison gibt es in der NLB keine Ost- und Westgruppe mehr, sondern nur noch eine, die aus 13 Equipen besteht. Dies bedeutet eine grössere Reisetätigkeit in der ganzen Schweiz und ein neuer Modus. Nach der Doppelrunde am letzten Wochenende steht Luzern in der Tabelle auf Rang 2. Wird nun der Aufstieg ins Visier genommen? «Nein, der ist kein Thema», sagt Marc André Stalder, Präsident Volley Luzern Nachwuchs und NLB. Luzern engagiert sich stark im Nachwuchsbereich – auch beim 1.-Liga-Team Talentzentrum Luzern-Innerschweiz, das jungen Spielerinnen eine Plattform bietet, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen und eines Tages auch in der NLB Fuss zu fassen. Mittel- oder langfristig könne die NLA in Luzern wieder zu einem Diskussionspunkt werden, so Stalder. Das vergangene Wochenende hat gezeigt: Das junge NLB-Team von Volley Luzern besitzt viel Potenzial.

Luzern – Neuchâtel II 3:2
Doppelturnhalle Säli. – 70 Zuschauer. – Spieldauer: 95 Minuten. – Sätze: 22:25, 17:25, 25:17, 25:18, 15:7. – Luzern: Erni, Rodriguez, Giroud, Wigger, Schepers, Smith, Bühler, Bachmann, Nussbaumer, Smiljkovic, Häfliger (Libera), Krummenacher (Libera).

Luzern – Obwalden 3:0
Doppelturnhalle Säli. – Spieldauer: 61 Minuten. – Sätze: 25:16, 25:12, 25:23. – Luzern: Erni, Rodriguez, Giroud, Wigger, Schepers, Smith, Bühler, Bachmann, Nussbaumer, Smiljkovic, Häfliger (Libera), Krummenacher (Libera). – Obwalden: Burch, Geisser, Djuric, Küchler, Capraro, Nicoli, Buschor, Thoma, Eberli, Portmann, Bogosavljevic (Libera), Fink (Libera).

Modus: In der Qualifikation werden 24 Partien bestritten. Die Ränge 1 und 2 sind für die Aufstiegsplayoffs berechtigt. Der Tabellenletzte (13) steigt direkt in die 1. Liga ab. Die Teams auf den Plätzen 11 und 12 bestreiten die Abstiegsplayouts, der Gewinner bleibt in der NLB. Der Verlierer bestreitet die Auf-/Abstiegspoule mit den zwei besten 1.-Liga-Teams.

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