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Die Zugerin Géraldine Frey lässt das Hürden-Trauma hinter sich

An den Schweizer Hallenmeisterschaften in St. Gallen gewinnen Aufsteigerin Géraldine Frey und Routinier Tobias Furer je Hürdensprint-Silber. Trotz völlig unterschiedlicher Ausgangspositionen zeigen sich beide glücklich.
Jörg Greb
Hier befindet sich Géraldine Frey (Zweite von links) noch in Führung, rechts von ihr folgt die spätere Siegerin Noemi Zbären. Bild: Hanspeter Roos (St. Gallen, 17. Februar 2019)

Hier befindet sich Géraldine Frey (Zweite von links) noch in Führung, rechts von ihr folgt die spätere Siegerin Noemi Zbären. Bild: Hanspeter Roos (St. Gallen, 17. Februar 2019)

Géraldine Frey lachte und staunte über ihre Hürdenmedaille. Und das nach einer Glanzleistung. In 8,33 Sekunden wurde die 21-Jährige aus Unterägeri über die 60 m Hürden gestoppt. Um nicht weniger als 11 Hundertstel verbesserte sie ihre bisherige Bestmarke von Anfang Monat. «Unglaublich, das hätte ich nie erwartet», sagte sie. Bis eine ­Woche war sie mit den Zwischenprüfungen ihres Pharmazie-Studiums an der ETH Zürich beschäftigt. Als jene Spannung von ihr wich und sie sich gezielt auf den Sport konzentrieren konnte, spürte sie: «Ein wenig schneller könnte es schon noch gehen.» Aber 8,33? Unvorstellbar.

Hinter dem jüngsten Erfolg steckt eine erstaunliche Wandlung. Durch schnell Laufen zeichnete sich Géraldine Frey schon früh aus. Das anspruchsvolle Hürdenlaufen aber verschmähte sie: «Ich stürzte als Kind beim Hürdenlaufen und danach begleitete mich ein Trauma.» Erst jüngst ist das U23-EM-Staffel-Bronze-Mitglied wieder auf den Geschmack gekommen. «Und weil ich die 200 m nicht mag, bot sich der Hürdensprint geradezu an», sagt sie. So, wie’s jetzt gekommen ist, dürfte die Disziplin immer mehr ins Zentrum rücken. Aber nur auf den Hürden-Exploit beschränkt sich ihre Bilanz nicht. Am Samstag steigerte sie sich im Halbfinal über 60 m flach auf 7,48 Sekunden. Im hochklassigsten Final der Meisterschaften belegte sie Rang 7 (7,52). So gut waren die Ergebnisse in beiden Disziplinen, dass ihnen auch ein Schönheitsfehler anhaftete: Sechs Hundertstel fehlten im Sprint zur Limite für die Hallen-Europameisterschaften vom übernächsten Wochenende in Glasgow, neun im Hürdensprint. «Das wäre wunderschön gewesen», sagt sie mit leichtem Bedauern.

Allzu lange warten auf ein nächstes internationales Aufgebot dürfte sie allerdings nicht. Die U23-EM in Gävle (SWE) im Juli hat sie fix auf dem Programm – und zwar im Hürdensprint, 100-m-Lauf wie mit der 4 × 100- m-Staffel. Die Trainingsimpulse zu ihrer Entwicklung erhält sie dabei zunehmend aus Zürich. Auf dem Letzigrund geniesst sie Gastrecht. Für ihr Training zeichnet seit letztem Sommer Rita Schönenberger im LC Zürich verantwortlich. «Die Kooperation mit den LCZ-Leuten läuft ausgezeichnet», freut sie sich.

Furers Schlusspunkt sind nun die EM in Schottland

Im Gegensatz zu Géraldine Frey in der letzten Phase seiner ­Karriere befindet sich Hürdensprinter Tobias Furer. Auch wie Frey gewann er Silber. Chancenlos blieb er gegen Jason Joseph, der nicht weniger als den 17 Jahre alten Schweizer Rekord des Horwers Ivan Bitzi unterbot – von 7,62 auf 7,56 Sekunden. Furer sah das Verdikt mit Genugtuung. «So macht’s Spass: Gefordert werden und selber sehr schnell laufen.» Die EM, für die er sich bereits qualifiziert hat, stellen für ihn den Schlusspunkt dar. Schneller denn je will er in Schottland laufen.

Punkto Medaillen am erfolgreichsten aus Innerschweizer Sicht schnitt Siebenkampf-Rekordhalterin Géraldine Ruckstuhl ab: Silber im Kugelstossen und Bronze im Hochsprung. Im Weitsprung verpasste sie mit 5,79 m Bronze um einen Zentimeter, und im Hürdensprint realisierte sie zwei Mal starke 8,63 Sekunden. Und eine unglaubliche Serie setzte Barbara Leuthard im Dreisprung fort: Sie gewann mit 12,43 m zum elften Mal die Goldmedaille.

St. Gallen. Schweizer Hallenmeisterschaften. 1. Tag. Männer. 60 m: 1. Silvan Wicki (BTV Aarau) 6,65. Eric de Groot (Luzern) 7,01. – Stab: 1. Dominik Alberto (LC Zürich) 5,05. 7. Marco Jost (Emmenstrand) 4,65.– Weit: 1. Benjamin Gföhler (LC Zürich) 7,77. – Kugel: 1. Urs Hutmacher (LV Winterthur) 15,37.

Frauen. 60 m: 1. Mujinga Kambundji (STB) 7,08 (JWB). 7. Géraldine Frey (Zug) (HF 7,48) 7,52. Silke Lemmens (Zug) 7,73. – Weit: 1. Annik Kälin (AJ TV Landquart) 6,11. 3. Céline Schwarzentruber (STV Willisau) 5,80. 4. Géraldine Ruckstuhl (Altbüron) 5,79.– Kugel: 1. Vanessa Fust (LV Langenthal) 14,28. 2. Géraldine Ruckstuhl (STV Altbüron) 14,10.

2. Tag. Männer. 200 m: 1. William Reais (LC Zürich) 21,81. – 400 m: 1. Ricky Petrucciani (LC Zürich) 47,20. – 800 m: 1. Lukas Kauflin (TV Zofingen) 1:52,12. – 3000 m: 1. Thomas Gmür (CA Sion) 8:30,32. – 60 m Hürden: 1. Jason Joseph (LC Therwil) 7,62 (Vorlauf: 7,56/Schweizer Rekord, bisher Ivan Bitzi 7,62). 2. Tobias Furer (LK Zug) 7,81. 4. Maurus Meyer (Rothenburg) 8,02. – Hoch: 1. Vivien Streit (US Yverdon) 2,15. – Drei: 1. Nils Wicki (Old Boys Basel) 15,72. 7. Noah Dje (Luzern) 13,36.

Frauen. 200 m: 1. Sarah Atcho (Lausanne-Sports) 23,75. Silke Lemmens 24,77. – 400 m: 1. Yasmin Giger (Leichtathletik Amriswil) 53,66. Julia Niederberger (Nidwalden) 57,36.– 800 m: 1. Selina Büchel (KTV Bütschwil) 2:09,24. Noëmi Jakober (Alpnach) 2 :14,38. Lisa Stöckli (Gettnau) 2:14,39. – 3000 m: 1. Delia Sclabas (Gerbersport) 9:26,76 (Schweizer U20-Hallenrekord). – 60 m Hürden: 1. Noemi Zbären (SK Langnau) 8,30. 2. Géraldine Frey (LK Zug) 8,33. 5. Géraldine Ruckstuhl 8,63. – Hoch: 1. Salome Lang (Old Boys Basel) 1,82. 3. (2. SM) Nadine Odermatt (Leichtathletik Kerns) 1,71. 4. (3. SM) Géraldine Ruckstuhl (STV Altbüron) 1,71. – Stab: 1. Angelica Moser (LC Zürich) 4,62 (Schweizer U23-Hallenrekord). – Drei: 1. Barbara Leuthard (LC Zürich) 12,43.

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