Früh mit Abstiegssorgen

Die vormaligen Spitzenteams Hergiswil und Ibach standen nach drei Runden ohne Punkte am Tabellenende. Gestern kam es im Direktduell zu einem 1:1-Remis und über 100 Minuten Abnützungskampf.

Stephan Santschi
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Hergiswils David Schuler (Zweiter von rechts) schlägt den Ball vor Ibachs David Miguel Goncalves Pinhao (links) und Luca Schlegel weg. Bild: Philipp Schmidli (Hergiswil, 1. September 2018)

Hergiswils David Schuler (Zweiter von rechts) schlägt den Ball vor Ibachs David Miguel Goncalves Pinhao (links) und Luca Schlegel weg. Bild: Philipp Schmidli (Hergiswil, 1. September 2018)

100 Minuten und 30 Sekunden. So lange dauerte die Partie zwischen Hergiswil und Ibach. 100 Minuten und 30 Sekunden Abstiegskampf und dies bereits am vierten Spieltag der neuen 2.-Liga-inter-Saison. Punktelos waren beide Teams vor dem Direktduell gewesen, nach dem 1:1-Remis konnten beide diese Null streichen. Doch alles der Reihe nach.

Bereits die äusseren Bedingungen waren wie gemacht für einen aufreibenden Abnützungskampf – auch die Hergiswiler Grossmatt war vom Dauerregen aufgeweicht. So entwickelte sich von Beginn weg eine Partie mit wenig Glanz, dafür aber mit umso mehr Fleiss. Die Gäste aus dem Kanton Schwyz schienen sich anfänglich besser mit den Umständen abfinden zu können. Sie wirkten präsenter, wacher und gingen in der 13. Minute nach einem überfallartigen Angriff über die linke Seite durch Luca Schlegel in Führung. Es war das erste Tor Ibachs in dieser Spielzeit, nachdem die ersten drei Partien jeweils mit 0:2 verloren gegangen waren.

Ibach hadert mit vergebenen Chancen zum 2:0

Später, als David Pallas Auskunft zum Spielgeschehen gab, haderte er mit dem Endergebnis. Zurückzuführen war dies auf die Phase zwischen dem Führungstreffer und dem Pausenpfiff. «Wir verpassten es, das 2:0 zu schiessen», sagte Ibachs Trainer. Angesprochen war der Kopfball von Philipp Annen an die Latte (29.). Oder der Fehlschuss von Schlegel in der Nachspielzeit. «Mit einem 2:0 wäre die zweite Halbzeit wohl anders verlaufen.»

Nach dem Seitenwechsel fand Hergiswil besser ins Spiel, gestand Ibach keine einzige Torchance mehr zu und erzwang in der 68. Minute den Ausgleich, wie er besser nicht zu diesem Kräftemessen hätte passen können. Ein bisschen Rücken, ein wenig Nacken, ein Quäntchen Kopf – irgendwie bugsierte Silvan Sager den Freistoss von Florian Eberhard über die Linie. «Würden bei uns alle den Kampf so angenommen wie Silvan, dann hätten wir jetzt keine Probleme», stellte Hergiswil-Trainer Marc Odermatt fest.

«Aufsteiger» Hergiswil mit dem Schlendrian

Probleme, die nicht ganz überraschend kommen. Hergiswil, das letzte Saison die Gruppe 4 der 2. Liga inter gewann, jedoch auf den Aufstieg verzichtete, startete mit dem Schlendrian in die neue Saison. «Einige denken, es komme von alleine. Das spüre ich schon unter der Woche im Training», moniert Odermatt. Nun gehe es schnellstmöglich darum, die neue Situation anzunehmen und zu realisieren, dass man sich im Abstiegskampf befinde. Dasselbe gilt für Ibach, letzte Saison Vierter, das nach zehn Abgängen im Sommer einen Umbruch zu vollziehen hat. «Wir dürfen uns mehr zutrauen, sollten mutiger werden. In dieser Liga müssen wir aber in jedem Spiel an die Grenzen gehen», betont Pallas.

Gestern taten dies in der zweiten Halbzeit beide Teams und so kam es, dass die Partie alle Merkmale eines Abstiegskampfs beinhaltete. Harte Grätschen, wilde Schmerzensschreie, sieben gelbe Karten, hinkende (Sager) und blutende (Pastva) Spieler, die auswechselt werden mussten oder kurz: 100 Minuten und 30 Sekunden nervenaufreibende Schwerstarbeit im Tabellenkeller.