Für den FC Hergiswil ist ein erneuter Fehlstart absolut verboten

Nach einem miserablen Saisonstart haben sich die Nidwaldner in der 2. Liga inter zuletzt gesteigert.

Nicolás Schneuwly
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Hergiswil-Captain Yves Erni (rechts), hier gegen den Surseer Leotrim Nesimi, ist von seiner Verletzung genesen und kann seinem Team in der Frühjahrsrunde wieder behilflich sein.

Hergiswil-Captain Yves Erni (rechts), hier gegen den Surseer Leotrim Nesimi, ist von seiner Verletzung genesen und kann seinem Team in der Frühjahrsrunde wieder behilflich sein.

Photo:roger Gruetter / rogergruetter.com

«Wir waren verunsichert und hatten kein Selbstvertrauen. Wir sind richtig ins Schwimmen geraten.» Yves Erni ist sich bewusst, dass der Vorrundenstart der aktuellen Saison miserabel war, denn aus den ersten fünf Meisterschaftsspielen konnte sich der FC Hergiswil keinen einzigen Punkt ergattern. Den Hauptgrund für den Fehlstart sieht Erni in der Unerfahrenheit der neuen Spieler, die im Sommer zu Hergiswil gestossen sind. Sie seien ins kalte Wasser geworfen worden, weil wichtige Spieler verletzungsbedingt gefehlt hätten.

Auch der Captain wurde von der Verletzungshexe nicht verschont, denn im ersten Training der Sommervorbereitung riss er sich im Sprunggelenk die inneren und äusseren Bänder und fiel die ganze Vorrunde aus. Trotzdem war es für Yves Erni selbstverständlich, dass er fast bei jedem Match und oftmals in den Trainings anwesend war. So habe er versucht, neben dem Feld und in der Kabine der Mannschaft zu helfen. Körperlich sei er auf einem guten Weg und habe in der Wintervorbereitung die Einsatzzeit in den Trainingsspielen kontinuierlich steigern können. «Ich bin zwar noch nicht ganz bei 100 Prozent. Die letzten Prozente kommen aber in den ersten zwei bis drei Wochen der Rückrunde mit der Matchpraxis», ist sich Erni sicher.

Optimismus trotz happigem Startprogramm

In den ersten sechs Partien muss der FCH gegen die Teams von Tabellenrang eins bis fünf antreten. Zudem wartet mit dem FC Ägeri ein abstiegsbedrohter Konkurrent, der mit dem Messer am Hals ins Duell steigen wird. Trotz dieser schwierigen Partien erwartet der Ur-Hergiswiler von seiner Mannschaft Erfolge, denn die jungen Spieler hätten sich gut ins Team integriert, sich mit jedem absolvierten Spiel verbessert und sich dem Niveau der 2. Liga interregional angepasst.

Nach dem missglückten Start konnten sich die Nidwaldner 19 Punkte erkämpfen und die Vorrunde auf dem 10. Tabellenplatz mit sieben Punkten Vorsprung auf den Abstiegsstrich beenden. Das Ziel für die Rückrunde sei klar, erklärt Erni. Sie müssten unbedingt besser aus den Startlöchern kommen und den Anschluss ans Tabellenmittelfeld finden. Die Basis für eine erfolgreiche zweite Halbsaison hätten sie mit vielen Trainings, sieben Testspielen und einem geselligen Ski-Weekend in Engelberg gelegt. Ebenfalls positiv sei, dass es keine neuen Verletzten gebe. «Es gibt in der Winterpause weder Zu- noch Abgänge zu vermelden. Wir haben von der Qualität wie auch von der Breite her einen guten Spielerkader», ist Erni überzeugt. Auch von der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus sei ihre Vorbereitung nicht gross beeinflusst worden. Der Trainerstaff habe dem Team gesagt, dass sie sich aufs Sportliche konzentrieren und dem Thema nicht eine allzu hohe Bedeutung geben sollten, was gut gelungen sei.

Sportliche Zukunft steht in den Sternen

Wie es für den 25-jährigen Erni fussballerisch weitergeht, ist offen. Zwar hat er für die nächste Saison wieder bei Hergiswil unterschrieben, doch nach der Weiterbildung zum HR Fachmann, die er im Oktober abschliessen wird, dürfte sich der gelernte Kaufmann nochmals Gedanken über einen Wechsel zu einem Team in einer höheren Liga machen. Er habe in den vergangenen Jahren mit einigen wenigen Vereinen aus der 1. Liga Kontakt gehabt, ohne dass ein Wechsel wirklich konkret geworden sei. Yves Erni hält den Ball flach: «Zum jetzigen Zeitpunkt verwende ich keinen Gedanken auf einen Wechsel, denn ich habe alle meine Kollegen in der Mannschaft und meine Familie wohnt in Hergiswil. Darum passt es mir hier momentan sehr gut.»