Für Luzern Volley gilt es nach der grossen Feier wieder ernst

Luzerns NLA-Volleyballer trifft beim Saisonstart auf Schönenwerd. 2,03-m-Riese Anes Perezic ist zuversichtlich.

Roland Bucher
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Anes Perezic (links) feiert mit Luzern den Supercup-Triumph.

Anes Perezic (links) feiert mit Luzern den Supercup-Triumph.

Bild: Peter Schneider/Keystone (Gümligen, 26. September 2020)

Ein feines, grosses Luzerner Volleyball-Kapitel hat das Team von Neu-Trainer Alessandro Lodi bereits vor einer Woche mit dem Supercup-Sieg gegen Lausanne geschrieben. Das stimuliere das Selbstvertrauen für die am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Schönenwerd (Bahnhofhalle, 17.00 Uhr) beginnende NLA-Meisterschaft, betont Anes Perezic: «Das sind Erfolgsmomente, die du als Sportler brauchst.» Die Freude sei riesig gewesen und die Party im Anschluss bei Libero und Teamdoyen Jörg Gautschi nicht minder. Aber: «Bei aller Genugtuung, das ist abgehakt. Heute zählt, und nicht was gestern war.»

Heute, das ist am Sonntag, wenn Schönenwerd kommt, ein Titel-Mitfavorit, der, wie viele andere Mannschaften in dieser Liga, aufgerüstet hat. «Jetzt müssen wir die Bestätigung liefern für den überzeugenden Auftritt gegen Lausanne», fordert der Mann, der ganz am Schluss den entscheidenden Matchball mit der Vehemenz eines Sportlers verwertete, der nichts anderes im Sinne hat als Volleyball. Und: «Jeden Tag ein bisschen besser werden.»

Anes Perezic. 2,03 Meter gross, 95 Kilogramm Körpergewicht, ein Modellathlet. Brächte man für ihn einen Kosenamen: Bärezic. «Anes ist in seinen Plänen, als Volleyballer etwas zu erreichen, unnachgiebig, einfach bärenstark in seinem Bestreben, aus jedem Training, aus jedem Spiel etwas mitzunehmen, was ihn weiterbringt», lobt Josef Wicki, der Teamchef, «er ist ein Vorbild für jeden jungen Sportler.»

Der Traum von einer grossen Liga

Perezic, kaufmännischer Teilzeitangestellter in der St.-Anna-Klinik, bedankt sich artig für die Komplimente, sagt nichts anderes als: «Ich habe das Glück, gute körperliche Voraussetzungen für diesen Sport in die Wiege gelegt erhalten zu haben. Das ist meine Chance. Ich will im Volleyball etwas erreichen.» In eine grosse Liga möchte er dereinst reinschauen  – wobei, explizit betont, nichts gegen die nationale Oberklassigkeit gesagt sei –, in Italien, Polen oder Russland das Non-plus-ultra-Volley erleben. «Ich tue alles dafür», sagt er, «ja, ich bin ehrgeizig.» Und er wisse: «Ich kann das schaffen. Weil ich jeden Tag an diesem grossen Ziel arbeite.»

Würde man die Floskel von «kleineren Brötchen» verwenden, die es nun am Sonntag beim NLA-Startspiel zu backen gäbe, dann trifft dies den Nagel längst nicht auf den Kopf: Luzern – Schönenwerd, das ist ein vorweggenommener Spitzenkampf.

Startgegner ist leicht zu favorisieren

Beide Teams melden hohe Ambitionen an, auch wenn Alessandro Lodi und Anes Perezic in der Formulierung dieser Vorstellung Zurückhaltung haben: «Wir nehmen Spiel für Spiel», lässt sich Perezic, der sich in seiner Freizeit mit Kollegen des FC Luzern trifft, nicht aus der Reserve locken, «es wird eine schwere Meisterschaft. Aber wir sind gerüstet.» Auch dank frischer Impulse von Alessandro Lodi, der den schon fast Kultstatus aufweisenden Vorgänger Liam Sketcher ablöste: «Er will unglaublich viel von uns», nickt Perezic, «aber jedes Wort und jede Forderung ist plausibel hinterlegt.»

Deshalb und auch, weil «wir in der Vorbereitung ganze Arbeit geleistet haben», sei es nicht abwegig darauf zu hoffen, dass man am Sonntag den – aus der Einschätzung der Experten – leicht favorisierten Schönenwerder Widersacher in die Schranken weisen könne.

Womöglich wieder mit dem entscheidenden bärenstarken Matchball von Anes Perezic.