Für Uris Rollhockeyaner ist der Cup-Halbfinaltraum geplatzt

Der RHC Uri scheitert im Cup-Viertelfinal mit 1:4 an Diessbach. Die Niederlage war indes nicht zwingend.

Urs Hanhart
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Uri-Spieler Michael Gerig (Mitte) versucht sich hier durchzusetzen.

Uri-Spieler Michael Gerig (Mitte) versucht sich hier durchzusetzen.

Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 7. März 2020)

Mit einem Sieg vor heimischer Kulisse hätten sich die Urner für das Final-4-Turnier qualifiziert und damit die verkorkste Saison noch einigermassen retten können. Doch daraus wurde nichts, obwohl es für die Platzherren lange recht gut aussah. «Obwohl uns keine gute Leistung gelungen ist, wäre Diessbach durchaus zu packen gewesen. Leider gab es in unseren Reihen zu viele individuelle Fehler und unnötige Ballverluste, die immer wieder zu gefährlichen Situationen führten. Nach dem Führungstreffer hätten wir die Möglichkeit gehabt, noch das eine oder andere Tor nachzulegen. Aber stattdessen ist uns die Partie entglitten», bilanzierte Uri-Coach Philipp Schuler nach dem Schlusspfiff.

Der krasse Aussenseiter Uri, der bekanntlich bald die Abstiegsrunde bestreiten muss, startete fulminant ins Duell mit dem NLA-Zweiten Diessbach. In der zweiten Minute setzte Captain Joshua Imhof einen Ball an den Pfosten. Gekrönt wurde die Startoffensive mit dem Führungstreffer von Manuel Gisler in der dritten Minute. Allerdings stand ihm das Glück zur Seite, kullerte doch der Ball nach einer missglückten Abwehr des sonst untadeligen Diessbach-Keepers Gaspar Pinto im Schneckentempo über die Torlinie.

Nach diesem Erfolgserlebnis blieben die Gastgeber weiterhin am Drücker. Sie erarbeiteten sich mehrere gute Möglichkeiten, vermochten diese jedoch nicht in weitere Tore umzumünzen. So gesehen war der 1:1-Ausgleichstreffer in der 8. Minute eine eiskalte Dusche. Wenig später kam es noch schlimmer für die Hausherren, denn in der 12. Minute erhöhten die vor allem im Abschluss deutlich abgeklärt wirkenden Berner auf 1:2. Kurz vor der Pause hatte Imhof nach einer blitzschnellen gemeinsamen Offensivaktion zusammen mit Felipe Sturla den Ausgleich auf dem Stock. Doch sein Schuss schrammte knapp über die Latte.

Direkter Freistoss sorgt für Entscheidung

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wartete Uri nochmals mit einer sehr druckvollen Phase auf. Mehrere Ausgleichsmöglichkeiten wurden allerdings zum Teil recht kläglich vergeigt oder vom stellungssicheren und reflexstarken Pinto zunichte gemacht. Die Vorentscheidung in dieser über weite Strecken ausgeglichenen Partie fiel in der 30. Minute. Nach einem verheerenden Ballverlust in der Angriffsreihe konnte Lorenzi Rui, der mit einem weiten Pass bedient worden war, völlig unbedrängt zum 3:1 für Diessbach einschieben. Sechs Minuten vor Schluss parierte Uris Goalie Ricardo Figueiredo einen Penalty von Diessbachs Topstar Pascal Kissling und hielt mit dieser Glanztat die Hoffnungen auf eine Wende noch aufrecht.

Ein von Nino Wyss verwandelter direkter Freistoss zum 1:4 sorgte dann nur eine Minute später für die endgültige Entscheidung. In der Schlussphase der regulären Spielzeit waren die Urschweizer weit davon entfernt, nochmals auf Schlagdistanz heranzukommen, zumal die Gäste ihren Vorsprung clever über die Runden schaukelten.

«In der Defensive haben wir nicht schlecht gespielt. Die Offensivvorstellung liess aber einiges zu wünschen übrig. Wir haben aus den durchaus vorhandenen Torchancen viel zu wenig gemacht», so Coach Schuler.

Uri muss sich nun also zwangsläufig auf die Meisterschaft und damit die Abstiegsrunde konzentrieren. Das vor Wochenfrist wegen den Auflagen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verschobene letzte Qualifikationsspiel gegen Uttigen wird möglicherweise bereits am kommenden Sonntag in der Rollhockeyhalle Seedorf nachgeholt. In diesem Kellerduell der beiden Tabellenletzten geht es um sehr viel, zumal die Hälfte der in der Hauptrunde geholten Punkte in die Relegationsrunde mitgenommen werden.

Uri – Diessbach 1:4 (1:2)
Rollhockeyhalle Seedorf. – 95 Zuschauer. – SR Eggimann, Rubi.
Uri: Figueiredo, Blöchlinger; Gerig, Gisler (1), Imhof, Briker, Schuler, Sturla, Fussen.
Diessbach: Pinto, Klöti; Baumann, Dysli (1), Galan, Kissling, Oliveira, Rui (2), Walker, Wyss (1).