Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Für Volley Luzern ist der Traum vom Titel aus

Alles gegeben – aber es war deutlich zu wenig: Luzerns NLA-Team verliert das zweite Playoff-Halbfinalspiel gegen Amriswil 0:3. Der Gegner war zu stark.
Roland Bucher
Die Luzerner bekundeten im Spiel gegen Amriswil grosse Mühe. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 6. April 2019)

Die Luzerner bekundeten im Spiel gegen Amriswil grosse Mühe. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 6. April 2019)

Es gab durchaus Erklärungsversuche aus Luzerner Sicht. Die Tatsache beispielsweise, dass mit Chris Newcombe ein wichtiger Akteur verletzt ausfiel; dass Nick Amstutz, eine Leaderfigur, angeschlagen in Spiel stieg.

Doch wer die Hand aufs Herz legt, der kam nicht drum herum zu gestehen: Es war, kurzum, nichts anderes als eine eindrückliche Amriswiler Machtdemonstration. «So stark und überzeugend haben die in dieser Saison noch gar nie aufgespielt», anerkannte Luzerns Headcoach Liam Sketcher neidlos – und hatte nichts als recht. Amriswil, der Ligakrösus, schien gestern von einem anderen Volley-Planet. Doppeltes Budget wie Luzern, mindestens, aber auch doppelte Klasse: Es war eine eindeutige Sache. Mit einem Verlierer, der sich nicht zu schämen braucht: «Hätte man mir zu Beginn dieser Saison angeboten, dass wir es so weit bringen, dann hätte ich mit Handschlag zugestimmt», sagte Josef Wicki, der Teamchef.

Fehler hinten, vorne, überall

Irgendwie war die Enttäuschung trotzdem herauszuspüren. Luzern zog einen seiner schwächeren Tage ein, Amriswil nützte die Nervosität schonungslos aus. Luzern war nicht parat, zauderte, schien beim Ansinnen, dem hohen Favoriten ein Bein zu stellen, gelähmt. Über die drei Sätze addiert zählten sich, zum Beispiel, die Servicefehler auf mehr als ein Dutzend; die Blockarbeit war unsorgfältig und – eine volleyballerische Todsünde – das entscheidende Zuspiel für den Smasher ungewohnt ungenau. Gesellt sich in der Auflistung gestriger Unzulänglichkeiten dazu, dass Luzerns Gallionsfigur bei der Punkteernte, Strahinja Brzaskovic, gestern deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb – exakt wie Captain Kevin Saar. So fährt man einer diesmal unglaublich motiviert und konzentriert auftretenden Equipe wie Amriswil nie und nimmer an den Karren.

Das Luzerner Team von Trainer Liam Sketcher geriet in allen drei Satzdurchgängen schon früh in Rückstand, schien ausgebrannt, kam nie dazu, Gegensteuer zu geben. So bekam Amriswil früh die Gewissheit eines sicheren Siegs, den die Ostschweizer mit spektakulären Aktionen beim Smash weidlich auskosteten.

Die Gäste trugen damit immerhin zu einem Volleyabend bei, der zwar nicht den erhofften Luzerner Exploit eintrug – aber feine Volley-Leckerbissen offerierte. Am Schluss einer kurzen und – wenn man ehrlich sein will – keine Sequenz lang spannenden Partie gab’s trotzdem warmen Applaus von einer Mehrheit der 550 Zuschauer – diese Zuschauerzahl ist übrigens Rekordwert in dieser Saison, hart erarbeiteter Zuspruch einer Fangemeinde, welche die Leistung von Volley Luzern in dieser Meisterschaft nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern auch wertschätzt.

Jetzt geht’s um eine Ehrenmeldung

Der Traum vom Meistertitel – der ist futsch. Und war ja auch eher eine Träumerei. Amriswil ist eine Übergrosse in der nationalen Szene – und demonstrierte es eindrücklich. Eine Medaille für die Luzerner Vereinsvitrine liegt immer noch parat: nächstes Wochenende (am Samstag auswärts, am Sonntag in der Bahnhofhalle) kämpft Luzern gegen Schönenwerd um Bronze. Sie zu packen wäre die Krönung einer Saison, welche alle Erwartungen übertraf. Trotz gestern.

Playoffs NLA. Männer. Halbfinals (Best of 3). 2. Runde: Volley Luzern (4. der Qualifikation) – Amriswil (1.) 0:3 (14:25, 17:25, 17:25); Schlussstand 0:2. Lausanne UC (3.) – Schönenwerd (2.) 3:0 (27:25, 25:21, 25:16); Schlussstand 2:0.
Volley Luzern – Amriswil 0:3 Bahnhofhalle. – 550 Zuschauer. – SR: Wolf, Kälin. – Spieldauer: 82 Minuten. – Sätze: 14:25, 17:25, 17:25. – Luzern: Gautschi (Libero), Widmer, Amstutz, Köpfli, Häfliger, Brzakovic, Anagnostpoulos, Bienz, Döös Traagstad, Saar.

Ränge 5–8 (best of 3). 2. Runde: Jona (8.) – Chênois (5.) 1:3 (25:21, 14:25, 20:25, 24:26); Schlussstand 0:2. Uni Bern (7.) – Näfels (6./20.00); Stand 0:1. Heute (3. Runde). – Ränge 5–8: Näfels – Uni Bern (20.00/eventuell).
Das weitere Programm. Final (best of 5; 12., 14. und 23. sowie eventuell 25. und 28. April): Amriswil – Lausanne UC. Klassierungsspiele (best of 3; 13. und 14. sowie eventuell. 16.–18. April). Rang 3: Schönenwerd – Volley Luzern. – Rang 5: Chênois – Näfels/Uni Bern. – Rang 7: Uni Bern/Näfels – Jona.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.