Die Schattdorfer Ringer sind für die Abstiegsrunde gerüstet

Im letzten Kampf der NLA-Qualifikation unterliegen Schattdorfs Ringer Titelverteidiger Kriessern mit 14:26.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Der Youngster Benjamin Gander (rechts) schlägt sich gegen Favorit Tobias Betschart beachtlich. Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 16. November 2019)

Der Youngster Benjamin Gander (rechts) schlägt sich gegen Favorit Tobias Betschart beachtlich. Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 16. November 2019)

Die Ringerriege Schattdorf fuhr am Samstag vor heimischer Kulisse im Duell mit Schweizer Meister Kriessern bereits die siebte Niederlage in Folge ein. Mit nur gerade einem Punkt aus acht Kämpfen, resultierend aus dem Remis im Heimkampf gegen Einsiedeln, beenden die Urner die Qualifikationsphase weit abgeschlagen auf dem letzten Platz und werden wie schon im Vorjahr in die Abstiegsrunde verbannt. Dort müssen sie entweder gegen das Team Wallis oder den RC Oberriet-Grabs um den Verbleib in der höchsten Klasse fighten.

Obwohl es im Kräftemessen mit Kriessern den erwarteten Taucher absetzte, war Schattdorfs Spielertrainer Michael Jauch mit der Vorstellung seiner Truppe keineswegs unzufrieden. Sein Fazit nach dem Fight gegen den vermeintlichen Goliath: «Für uns war dies ein guter Abschluss der Rückrunde. Wir haben unsere Haut so teuer wie möglich verkauft und gegen Kriessern deutlich mehr Punkte geholt als noch in der Hinrunde. Sehr erfreulich ist, dass sich einige unserer jungen Kämpfer sehr gut geschlagen haben.» Viel Freude hatte er vor allem an Youngster Benjamin Gander, der seinen weitaus höher kotierten Gegner Tobias Betschart in der 79-kg-Grecoklasse an den Rand einer Niederlage brachte und letztlich nur relativ knapp nach Punkten unterlag. Auch Fabian Epp war in seinem Fight (74 kg Greco) gegen David Loher nahe an einem Überraschungssieg dran.

Schattdorf konnte gegen Kriessern lediglich zwei der zehn Kämpfe gewinnen, und zwar die beiden Auftaktfights von Thomas Epp und Simon Gerig, die beide durch technische Überlegenheit triumphierten. Zur Pause lagen die Platzherren gar mit 11:9 Punkten in Front. Aber im zweiten Durchgang kehrte Kriessern den Spiess mit fünf Siegen in Folge eindrücklich wieder um.

Jauch versprüht viel Optimismus

Fakt ist, dass die Schattdorfer in dieser Saison so weit wie schon lange nicht mehr vom Halbfinaleinzug entfernt waren. Dies vor allem deshalb, weil die Verletzungshexe den Urnern ganz übel mitspielte. Phasenweise fielen gleich mehrere Kämpfer gleichzeitig aus. So war man logischerweise auf verlorenem Posten. Die Verbannung in die Abstiegsrunde steht schon seit einigen Wochen fest. Immerhin sieht Jauch dem Fight gegen den NLB-Meister recht optimistisch entgegen. Er betonte: «Ich bin zuversichtlich, dass wir den Kopf wie schon im Vorjahr wieder aus der Schlinge ziehen können. In den letzten drei Runden ist einigen unserer jungen Ringern eine deutliche Steigerung gelungen. Wenn es darum geht, die Relegation in die Nationalliga B zu verhindern, kann sicherlich der eine oder andere in unseren Reihen noch eine Schippe drauflegen. Ich steige guten Mutes in den Abstiegskampf.» Jauch hofft natürlich, dass es nicht wieder zu einer ähnlichen Nervenprobe wie im Vorjahr kommt, als sein Team den Hinkampf gegen den damaligen NLB-Meister Brunnen deutlich verlor. Nur durch ein Husarenstück im Rückkampf konnte damals die Verbannung in die zweithöchste Klasse in extremis noch verhindert werden.

Falls die Urner gegen das Team Wallis antreten müssen, haben sie ein Problem. Dann stehen nämlich die beiden Doppellizenzringer Kim Besse und Tanguy Darbellay, beides Walliser, nicht zur Verfügung. Momentan sieht es aber eher danach aus, als ob Oberriet-Grabs der Gegner sein wird. Die Rheintaler setzten sich im Hinkampf gegen das Team Wallis durch. Allerdings steht der Rückkampf noch aus. Der Hinkampf in der Auf-/Abstiegsrunde wird am 30. November in der Grundmatte-Turnhalle in Schattdorf ausgetragen. Eine Woche später folgt dann der Rückkampf.