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Der Zuger Hürdenläufer Tobias Furer plant ein Schlussfeuerwerk

Tobias Furer bestreitet am Wochenende in St. Gallen die Schweizer Hallen-Meisterschaften. Dabei steht der Hürdensprinter der LK Zug auf besondere Weise im Mittelpunkt.
Jörg Greb
Der Zuger Tobias Furer steht womöglich vor seinen letzten Rennen. Bild: Ulf Schiller/Freshfocus (Magglingen, 26. Januar 2019)

Der Zuger Tobias Furer steht womöglich vor seinen letzten Rennen. Bild: Ulf Schiller/Freshfocus (Magglingen, 26. Januar 2019)

Freude und statt Hadern Optimismus und statt Selbstzweifel –Emotionen einer ganz besonderen Art für Tobias Furer an den bevorstehenden Hallen-Titelkämpfen. Diese sind gleichbedeutend mit dem Ende einer langen Karriere. Und das mit einer erbaulichen Perspektive: «Wenn ich Schweizer Meisterschaften bestreite, dann ist der Titelgewinn im Hürdensprint das erklärte Ziel, besonders in der Halle.» Bereits sieben Mal wurde der Zuger zum Schweizer Indoor-Meister gekürt.

Zu berücksichtigen gilt es dabei jedoch eine zusätzliche Komponente. Reizvoll ist sie – und eine Zugabe zudem. Mit 7,84 Sekunden, gelaufen Anfang Monat in Magglingen, unterbot Furer die Limite für die Hallen-Europameisterschaften, die am ersten März-Wochenende im schottischen Glasgow stattfinden werden. Sollte der Zuger selektioniert werden, ist die Karriere noch nicht ganz Geschichte. Tobi­as Furer sagt mit einem Lachen: «Die Selektion erfolgt am Montag, ich will vorgreifen.»

Hürdensprint auf hohem Niveau

Es besteht nicht nur in der Theorie die Möglichkeit, dass Furer noch von drei Widersachern überflügelt wird. Der Hürdensprint befindet sich in der Schweiz auf einem hohen Niveau. Furer führt die Saisonbestenliste zwar an. Mit Brahian Pena (7,87) blieb ein weiterer Athlet unter der geforderten EM-Limite (7,88). Und auch Jason Joseph, dem Titelverteidiger (7,77) und Schweizer Elite-Rekordhalter über 110 m Hürden im Freien, ist bei seinem ersten Start in dieser Hallensaison ebenfalls eine Topzeit zuzutrauen. Zu beachten gilt es auch die Mehrkämpfer Finley Gaio (8,07) und Simon Ehammer (8,12).

«Spannung ist garantiert», sagt Furer. Er, der 31-jährige Routinier, verspürt ein «ganz spezielles Gefühl». Dieses ist derart intensiv, dass sich seine Gedanken praktisch nur um den Sonntag drehen, um den Vorlauf, den Halbfinal und vor allem um den Final: «Das wird ein wunderschöner Sonntag, ein richtiges Schlussfeuerwerk.»

Dabei soll es sich nicht nur um Furers Schlussfeuerwerk handeln. Das drittletzte Rennen des Tages dürfte so oder so zu einem der Höhepunkte des zweitägigen Anlasses, an dem 22 Entscheidungen anstehen, avancieren. Gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass dem Zuger mit Wohnsitz in Abtwil das gelingt, was sich alle wünschen: der Karriereschluss auf dem Höhepunkt. «Ich fühle mich in Topform», sagt Furer. So ist es nicht unmöglich, dass er seine Hallen-Bestzeit von 7,74 Sekunden brechen könnte.

Bezugspersonen auf der Tribüne

Und noch ein Umstand motiviert Furer speziell: Seine wichtigsten Bezugspersonen werden ihn von der Tribüne des St. Galler Athletik Zentrums anfeuern. Seine Eltern und seine Freundin, die seine Leidenschaft für die Leichtathletik immer unterstützten, sein Bruder, der zusammen mit ihm trainiert und ihn immer wieder in die Trainingslager begleitete. Oder Jürg Meile, der ihn als Trainer bis 2016 betreute und ihn zur heutigen Selbständigkeit ermuntert hatte. Ihnen gegenüber empfindet Furer grosse Dankbarkeit. Ähnliches gilt auch für seinen Arbeitgeber. Als Leiter Jugend + Sport des Kantons Aargau spürte er viel Goodwill. Er erhielt die nötige Flexibilität für die Trainings und auch die Trainingslager.

Furers berufliches Engagement sowie die vielen Interessen sind es, die für den Rücktritt verantwortlich zeichnen. «Mir fehlen zunehmend die Ressourcen.» Dem Sport und der Leichtathletik wird der 31-Jährige aber weiterhin erhalten bleiben, «einfach nicht mehr als Leistungssportler», wie er sagt. Als Trainer in seinem Stammverein LK Zug beispielsweise. Aber auch die Begeisterung für den Wettkampf wird Tobias Furer weiterhin begleiten – auf einer anderen Ebene notabene.

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