Olympia
Eine Top-15-Platzierung im Fokus – Skilangläufer Roman Furger strebt ein versöhnliches Ende an

Nach dem enttäuschenden Abschneiden mit der Staffel rechnet sich der Urner Roman Furger gute Chancen im 50-km-Rennen aus.

Jörg Greb
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Er will beim 50-Kilometer-Rennen nochmals angreifen: Roman Furger.

Er will beim 50-Kilometer-Rennen nochmals angreifen: Roman Furger.

Bild: Federico Modica/Freshfocus (Peking, 13. Februar 2022)

Als sich Roman Furger konzentriert auf seinen Staffel-Einsatz vorbereitete, konnte er die Realität nicht ganz ausblenden. «Das wird schwierig», war er sich bewusst. Seine drei Teamkollegen vermochten ihm, dem prädestinierten Schlussläufer mit den exzellenten Sprint-Qualitäten, keine vorzügliche Ausgangslage hinzuzaubern.

Als Achter übernahm Furger. Der Rückstand nach den Abschnitten von Dario Cologna, Jonas Baumann und Candide Pralong zu den Medaillenrängen betrug mehr als drei Minuten. Der Medaillentraum war nicht mehr realistisch. Und das verspätete Geburtstagsgeschenk an sich selber – Furger wurde zwei Tage vor dem Rennen 32 – musste er abschreiben. Daran änderte auch die Aussicht auf ein olympisches Diplom nichts.

Furger will sich «nicht verrückt machen lassen»

Furgers Einstellung aber blieb professionell. Er versuchte, das Beste aus der Ausgangsposition zu machen. «In einer Staffel kann viel passieren, beispielsweise, wenn die vorderen Gruppen nicht harmonieren und das Tempo zusammenfällt», lautete Furgers Hoffnung. Das Wunschdenken erwies sich schnell als Illusion. Mehr als den jungen, italienischen Schlussläufer Davide Graz im Finish hinter sich zu lassen, lag nicht drin.

Furger erledigte das Mögliche, erkannte aber auch: «Wirklich gut fühlten sich diese 10 Kilometer nicht an, in Topform präsentierte ich mich nicht.» Mehr als vier Minuten betrug am Schluss die Differenz auf das Bronze-Quartett von Frankreich, gar 5:22 auf Olympiasieger Russland. Furger sprach von einer «Enttäuschung». Wie verarbeitet er den Frust? Das Rezept des Routiniers: «Nicht verrückt machen lassen», will er sich, sondern vielmehr auf Bewährtes bauen. Heisst: gut essen, viel schlafen, die Muskulatur mit Physiotherapie lockern und wieder in den Leistungsmodus bringen, regenerieren. Und den Kopf wieder freikriegen und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten aufbauen. Argumente, die für ihn sprechen, findet er leicht:

«Massenstart-Rennen in der Skating-Technik liegen mir.»

Ein konkretes Ziel will Furger für das 50-Kilometer-Rennen (Samstag, 7 Uhr Schweizer Zeit) nicht formulieren. «Eine Prognose ist schwierig», sagt er. Dennoch will er es nicht im Unkonkreten belassen: «Ich denke, dass eine Top-15-Rangierung realistisch ist, wenn alles aufgeht und passt.» Gute Erinnerungen und Bilder an solche Rennen aus der Vergangenheit hat er gespeichert. Verschiedentlich – etwa bei seinen Siegen am Engadin-Skimarathon – hat er sich in dieser Sparte bereits profiliert.

Er versucht seinen Ersteinsatz in Peking hinter sich zu lassen, abzuhaken. Den Teamgeist unter den Schweizer Langläufern schätzt er nach wie vor als «gut und aufbauend» ein – obwohl die Resultate bisher generell nicht dem Erhofften entsprochen haben. «Jetzt freue ich mich auf das, was bevorsteht», sagt Roman Furger.