Geballte Schwestern-Power

Der Budo-Sport-Verein Udligenswil führte bereits zum 17. Mal das traditionelle Rigi Open durch. Am Start waren auch die Geschwister Moira und Jada Gabathuler vom organisierenden Verein.

Michael Wyss
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Die beiden Küssnachterinnen Moira (links) und Jada Gabathuler holten sich im Ne-Waza-System in der U18-Kategorie die Bronzemedaille. (Bild: Michael Wyss (Udligenswil, 15. September 2018)

Die beiden Küssnachterinnen Moira (links) und Jada Gabathuler holten sich im Ne-Waza-System in der U18-Kategorie die Bronzemedaille. (Bild: Michael Wyss (Udligenswil, 15. September 2018)

«Der Anlass erfreut sich einer grossen Beliebtheit. Wir hatten wiederum gegen 60 Kämpfer am Start», so der Organisationskomitee-Präsident Daniel Delacroix. Der 59-Jährige ist seit der Gründung dieses in der Schweiz sehr beliebten Anlasses dabei. «Ich amte bereits zum 17. Mal als OK-Präsident. Es motiviert mich einfach, und ich helfe gerne, wenn ich sehe, dass wir hier in Udligenswil dieses Rigi Open durchführen können. Die Anzahl Kämpferinnen und Kämpfer beweisen mir, dass es ein Bedürfnis ist. Das motiviert mich und mein Team, viel Herzblut zu investieren. Es geht auch um den Nachwuchs, unsere Zukunft.»

Am Start waren auch die beiden Geschwister Gabathuler: Moira (15 Jahre) und Jada (14). Die in Küssnacht am Rigi wohnhaften Gymnasiastinnen sind seit drei Jahren beim Budo-Sport-Verein Udligenswil (BSVU). «Wir waren früher beide im Hip-Hop-Tanz. Doch wir wollten etwas anderes machen, suchten eine neue Herausforderung. Im Kampfsport entdeckten wir eine neue Leidenschaft», sagt Moira. «Hier kann man vom Schulalltag abschalten und in eine eigene Welt eintauchen. Man vergisst alles um sich», ist Jada überzeugt. Dass die beiden Schülerinnen des Gymnasiums Immensee Kampfsport ausüben, ist nicht weiter verwunderlich. Ihre Mutter Andrea machte einst Karate, Vater René war im Judo. «Vermutlich wurde uns das Kampf-Gen in die Wiege gelegt», moniert Jada mit einem Lachen im Gesicht. Was ist das Reizvolle an der Kampfkunst Ju-Jitsu? «Es ist sehr facettenreich. Du musst mental fit sein, körperlich auf der Höhe, eine gute Kondition haben. Die Verteidigungstechniken faszinieren», so Moira, die beruflich gerne mal was in der Psychologie machen möchte.

Einzel-Bodenkampf im Aufwind

Und Jada, mit Berufswunsch Lehrerin, ergänzt: «Es gibt dir auch ein gutes Gefühl auf der Strasse oder im Ausgang, wenn man sich selbst verteidigen kann. Ich fühle mich sicherer, seit ich Kampfsport ausübe. Das ist etwas Positives für das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.»

Beim Rigi Open starteten die Gabathulers in der Kategorie U18 im Ne-Waza-System (Bodenkampf), was eine relativ junge Disziplin des internationalen Ju-Jitsu-Verbands (JJIF) ist, in der sich zwei Kontrahenten am Boden messen. «Der Vorteil bei diesem System ist, dass man sich als Einzelkämpfer für einen Wettkampf anmelden kann. Im Duo-System muss man immer mit einem Partner gehen. Man bereitet sich während Monaten auf einen Wettkampf vor, dann verletzt sich einer, und alles ist vorbei. Darin sehe ich auch den Grund, warum das Ne-Waza-System am Boomen ist und das Duo-System mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen hat», so Delacroix. Die Gabathulers wurden übrigens beide Dritte. «Ein schönes Gefühl ist es, auf dem Podest zu stehen», freute sich Jada, und Moia ergänzte: «Wenn man für seinen Trainingsaufwand auch mit einer Medaille belohnt wird, ist das natürlich super.»

Der BSVU gehört in der Zentralschweiz übrigens zu einer der Topadressen in der Kampfsport­szene. Der Verein stellt Schweizer, Europa- und Weltmeister im Ju-Jitsu-Duo-System.

Hinweis

Informationen und Ranglisten unter: www.bsvu.ch