Gefragt, geehrt und fast immer Sieger

Am Donnerstag startet der Sqasher Nils Rösch mit den Panthers Kriens in die NLA-Meisterschaft. Letzte Saison gewann der 18-Jährige 13 seiner 15 Interclub-Partien. Und nächsten Monat löst der Krienser eine Lizenz für die Tour der Professionals.

Stefan Kleiser
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Wird Squash sein Beruf? Im kommenden Sommer will sich der Krienser Nils Rösch (rechts) auf der Tour der Profis versuchen. (Bild: Stefan Kleiser (Uster, 12. April 2018)

Wird Squash sein Beruf? Im kommenden Sommer will sich der Krienser Nils Rösch (rechts) auf der Tour der Profis versuchen. (Bild: Stefan Kleiser (Uster, 12. April 2018)

An seinen ersten Einsatz in der Nationalliga A erinnert sich Nils Rösch nicht mehr. An die ersten Ergebnisse schon. «In der ersten Saison habe ich nicht viel gewonnen», sagt der heute 18-Jährige mit einem Schmunzeln. Inzwischen ist er im Squashteam Panthers Kriens ein Gewinner geworden. Zuletzt entschied er 13 von 15 Matches für sich. Nur zwei NLA-Spieler verliessen den Court in der vergangenen Saison öfter als Sieger. Im Ranking von Swiss Squash schob sich Nils Rösch in zwölf Monaten von Platz 25 auf Rang 10 vor.

Die Position in den Top 10 wolle er nun so lange wie möglich halten, erklärt der Teenager beim Treffen in Luzern. Nach zwölf Wochen unter den besten zehn Squashern des Landes ist er wenige Tage später jedoch wieder auf Platz 11 zurückgefallen. An den ambitionierten Plänen ändert dies nichts: Nach seiner Zeit bei den Junioren, die im Mai endet, sowie dem Lehrabschluss will sich der Krienser als Profi versuchen. Dabei profitiert er von den Erfahrungen seiner Vereinskollegen.

Bei den Junioren in der europäischen Spitze

«Es ist super, dass ich bei den Panthers Spieler habe, die das bereits gemacht haben», meint Nils Rösch. Nun müsse er im Verein nur noch ein paar Squasher finden, die mit ihm an Turniere reisten. Die PSA-Lizenz werde er «demnächst» lösen, verrät er. Nämlich vor den Swiss Junior Open vom Dezember, an denen es Punkte für die Weltrangliste zu gewinnen gibt. Sie sollen ihm die Teilnahme an den ersten internationalen Turnieren der Erwachsenen ermöglichen.

Bei den Junioren gehört Nils Rösch zur europäischen Spitze. Im März will er an der U19-EM eine Einzel-Medaille gewinnen. Mit dem Team soll es sogar Gold werden, denn «wir sind die Besten», sagt er selbstbewusst. Dass er es zu etwas bringen könne habe er gemerkt «als der Erfolg kam, als ich an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft im Final stand, und das ständig». Zum Squash hatte er über einen Schulferienkurs gefunden. Daneben spielte er auch Fussball. Seit dem Eintritt in die Sportsekundarschule beschränkte er sich auf Squash. «Die Entscheidung war nicht schwierig: Der Fussball war mir ein wenig verleidet.» Er ist nur noch ein Hobby in der squashfreien Zeit.

Die Anfrage aus Hamburg

Die ist selten. Im Rahmen seiner Sport-KV-Lehre in der Bauunternehmung Schmid in Ebikon hat der Teenager sein Trainingspensum auf 20 Stunden in der Woche erhöht. Um auf der Profi-Tour bestehen zu können, müsse er aber nochmals eine Schippe drauflegen, weiss Rösch. Er müsse nicht mehr, aber qualitativ besser trainieren. «Und ich muss kräftiger werden.» Er spiele gerne nach vorne, sofern es sich lohne, «und sogar noch öfter», lacht Rösch. «Ich muss geduldiger werden. Die Optionen nach vorne kommen immer.»

Squash fasziniere ihn wegen der vielen Faktoren, die nötig seien, um erfolgreich zu sein, sagt Nils Rösch. Doch der Weg ist noch weit. Er sei bodenständig und selbstkritisch, erklärt der Krienser. Wann er das letzte Mal zufrieden war? «An der U19-WM», antwortet er. Das Team belegte Rang neun, Rösch gewann an Position zwei alle Matches. Bereits haben daher die ersten Bundesligaclubs angeklopft. Ergeben hat sich ein Engagement in Hamburg. Wie oft Rösch für die Norddeutschen zum Einsatz gelangen wird, ist noch offen. «Aber ich fühle mich durch die Anfrage geehrt. Und es werden gute Spiele sein.»