Goldene Tage für den Skiclub Schwendi-Langis

Vince Vogel und Remo Burch holen den Titel an den Schweizer U15-Meisterschaften im Biathlon.

Roland Bösch
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Die Nachwuchsathleten Vince Vogel (links) und Remo Burch präsentieren stolz ihre Medaillen.

Die Nachwuchsathleten Vince Vogel (links) und Remo Burch präsentieren stolz ihre Medaillen. 

Marco Berwert (Realp, 9. Februar 2020)

Vorne weg ist zu erwähnen, dass bei den Schweizer U15-Meisterschaften in Realp die Innerschweizer Mädchen nicht um die Medaillen mitreden konnten. Mit ihren fünften Rängen im Einzelrennen vom Samstag und im Sprint am Sonntag blieben Anja Odermatt und Jana Berwert vom Skiclub Schwendi-Langis aber auf Tuchfühlung. Bei den Buben dominierten der in Giswil wohnhafte Vince Vogel und der Ramensberger Remo Burch die Wettkämpfe und sicherten dem Skiclub Schwendi-Langis doppeltes Gold.

Erstmals wurden in dieser Saison zwei Einzeltitel vergeben, da die Schweizer Meisterschaften in der Staffel aus dem Kalender gestrichen wurden. Vince Vogel überzeugte beim Einzelrennen mit 17 von möglichen 20 Treffern. Auch wenn sein Clubkollege Remo Burch auf der 7,5 Kilometer langen Laufstrecke über eine Minute gut machen konnte, waren für Burch die sechs Schiessfehler eine zu grosse Hypothek. «Läuferisch kann ich mit Remo noch nicht mithalten. Wenn es im Schiessstand aber gut läuft, bin ich bei den Leuten», zeigt sich Vince Vogel erfreut über den ersten Schweizer-Meister-Titel. Remo Burch freute sich zwar mit seinem Clubkollegen, richtig zufrieden trat er am Samstag die Heimreise mit der Silbermedaille trotzdem nicht an. «Die vielen Schiessfehler haben mich schon etwas genervt.» Seine Wut im Bauch war am Sonntag Gold wert. Während sich Vince Vogel die Bronzemedaille sicherte, lieferte sich Remo Burch einen Zweikampf mit dem Einsiedler Corsin Müller. Dabei liess sich der 14-jährige Obwaldner im letzten Schiessen vom Gegner etwas ablenken und musste zwei Strafrunden absolvieren. Da auch Müller nicht fehlerlos blieb, reichte es dennoch zu Gold.

Nach dem Sieg geht es in den Stall

Ein Club, zwei Medaillen und zwei Nachwuchsathleten, die fast nicht unterschiedlicher sein könnten. Gymnasiast Vince Vogel ist erst vor rund zweieinhalb Jahren zum Biathlon gekommen. Er spielt leidenschaftlich Klavier und Tennis. Angesprochen auf die Vorbilder, meint er: «Ich finde Roger Federer und Benjamin Weger cool.» Vogel ist überzeugt, dass er vom Tennis-Training auch im Biathlon profitiert. Zum einen ist in beiden Sportarten die mentale Stärke ein wichtiges Thema, zum anderen fördere er seine Spritzigkeit, wenn er auf dem Tennisplatz jedem Ball hinterher springe.

Remo Burch verbringt seine Freizeit gerne mit den beiden Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof Chilchschwand oberhalb von Sarnen. Der Oberstufenschüler, der im Sommer die kaufmännische Ausbildung an der Sportmittelschule Engelberg beginnen möchte, unterstützt seinen Vater gerne im Stall. So erstaunt es nicht, dass er auch am Sonntagabend nach dem Titelgewinn dort anzutreffen war. Der Biathlonsport hat in der Familie Burch mittlerweile eine zentrale Rolle eingenommen. Vater Oliver ist beim Skiclub Schwendi-Langis als Trainer im Einsatz, und auch Mutter Conny hilft im Verein oft mit. Wer schaut in solchen Momenten im Stall zum Rechten? «Zum Glück ist unser Grossvater noch rüstig. Er springt ein, wenn wir wieder einmal länger unterwegs sind», erzählt Remo Burch.

Biathlon-Cup

Realp. Einzellauf. Frauen. Juniorinnen (6 Klassierte): 1. Annatina Bieri (Riehen). 2. Anja Fischer (Engelberg). – Jugend 2 (3): 1. Lorena Wallimann (Schwendi-Langis). 2. Alessia Nager (Andermatt). 3. Sara Gerber (am Bachtel). – Jugend 1 (11): Marlène Sophie Perren (Davos). 2. Chiara Arnet (Engelberg). 3. Annina Zberg (Schwendi-Langis). 4. Lara Berwert (Schwendi-Langis). 7. Mirjam Föhn (Ibach). 8. Ronja Rietveld. 9. Rahel Duss (beide Schwendi-Langis). – Challenger W15 (18): 1. Alessia Laager (Samedan). 5. Anja Odermatt (Schwendi-Langis). 6. Anoushka Järmann (Engelberg). 9. Jana Berwert. 14. Carolina Rohrer (beide Schwendi-Langis). 15. Anja Kaufmann (Ibach). – Challenger W13 (11): 1. Valeria Benderer (Scuol). 3. Molly Kafka (Schwendi-Langis). 4. Giannina Piller (Schwendi-Langis). 7. Julia Burch (Schwendi-Langis). 9. Eliane Kiser (Schwendi-Langis).
Männer. Junioren (8 Klassierte): 1. Jason Drezet (Val d’Hérens). 3. Elias Kägi (Andermatt). 4. Aurel Dittli (Ibach). 5. Simon Ehrbar (Andermatt). – Jugend 2 (7): 1. Valentin Dauphin (Bex). 3. Samuel Kägi (Gotthard-Andermatt). 4. Simon Zberg (Schwendi-Langis). 6. Lars Rietveld (Schwendi-Langis). – Jugend 1 (15): 1. Pascal James (Riaz). Noé in Albon (Ibach). 5. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 7. François Mars (Engelberg). 10. Tino Schuler (Andermatt). 11. Loris Maier (Schwendi-Langis). 12. Res Zeller (Schwendi-Langis). – Challenger 15 (13): 1. Vince Vogel (Schwendi-Langis). 2. Remo Burch (Schwendi-Langis). 4. Jens Berger (Schwendi-Langis). 8. Rico Schuler (Andermatt). 9. Mauro Russi (Andermatt). 11. Kai Baumann (Andermatt). – Challenger 13 (12): 1. Luca Schäfli (Pontresina). 6. Arwin Inkermann (Schwendi-Langis). 7. Felix Kaufmann (Ibach).
Sprint. Juniorinnen (5 Klassierte): 1. Linda Witschi (Obergoms). 2. Anja Fischer (Engelberg). – Frauen Jugend 2 (3): 1. Lorena Wallimann (Schwendi-Langis). 2. Alessia Nager (Andermatt). 3. Sara Gerber (am Bachtel). – Jugend 1 (11): 1. Marlène Sophie Perren (Davos). 2. Lara Berwert (Schwendi-Langis). 4. Annina Zberg (Schwendi-Langis). 5. Mirjam Föhn (Ibach). 6. Chiara Arnet (Engelberg). 7. Ronja Rietveld (Schwendi-Langis). 10. Rahel Duss (Schwendi-Langis). – Challenger W15 (15): 1. Dinah Keller (Einsiedeln). 5. Jana Berwert (Schwendi-Langis). 7. Anoushka Järmann (Engelberg). 9. Anja Odermatt (Schwendi-Langis). 13. Carolina Rohrer (Schwendi-Langis). – Challenger W13 (10): 1. Sophia Imwinkelried (Obergoms). 3. Julia Burch (Schwendi-Langis). 5. Eliane Kiser (Schwendi-Langis). 7. Molly Kafka (Schwendi-Langis). 8. Giannina Piller (Schwendi-Langis).
Männer. Junioren (8 Klassierte): 1. Jason Drezet (Val d’Hérens). 3. Elias Kägi (Gotthard-Andermatt). 4. Aurel Dittli (Ibach). 7. Simon Ehrbar (Gotthard-Andermatt). – Jugend 2 (6): 1. Lars Rietveld (Schwendi-Langis). 3. Simon Zberg (Schwendi-Langis). 5. Samuel Kägi (Gotthard-Andermatt). – Jugend 1 (16): 1. Pascal James (Riaz). 2. Noé in Albon (Ibach). 3. Tino Schuler (Gotthard-Andermatt). 9. François Mars (Engelberg). 10. Tino Schuler (Andermatt). 13. Res Zeller (Schwendi-Langis). 14. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 16. Loris Maier (Schwendi-Langis). – Challenger M15 (13): 1. Remo Burch (Schwendi-Langis). 3. Vince Vogel (Schwendi-Langis). 4. Jens Berger (Schwendi-Langis). 5. Rico Schuler (Gotthard-Andermatt). 11. Mauro Russi (Gotthard-Andermatt). 12. Kai Baumann (Andermatt). – Challenger M13 (12): 1. Lavio Müller (Einsiedeln). 8. Felix Kaufmann (Ibach). 9. Arwin Inkermann (Schwendi-Langis).

Zweifacher Erfolg für Lorena Wallimann

Innerhalb von knapp drei Tagen stampften die Verantwortlichen von Swiss-Ski die Biathlon-Rennen in Realp aus dem Boden. Diese Hauruckübung wurde notwendig, weil der Skiclub Flühli aufgrund des Schneemangels in Sörenberg die Rennen zurückgeben musste. «Uns war bewusst, dass in Realp gute Bedingungen herrschen. Da mussten wir einfach handeln», erklärt Mathias Mächler als Verantwortlicher der nationalen Biathlon-Serie. Das voll bepackte Wochenende mit Kids-Rennen, Schweizer Meisterschaften und  Elite-Rennen wurde zum vollen Erfolg. Gerade für die Elite-Läufer, welche an der Junioren-WM in der Lenzerheide oder an den Olympischen Jugendspielen in Lausanne nicht am Start standen, waren es seit Mitte Januar die ersten Wettkämpfe. Aus Innerschweizer Sicht vermochte insbesondere Lorena Wallimann vom Skiclub Schwendi-Langis mit zwei Siegen in der Kategorie  Jugend 2 zu überzeugen. Die 18-Jährige verwies an beiden Tagen die Andermatterin Alessia Nager auf den zweiten Rang. Wobei die Alpnacherin Wallimann beim sonntäglichen Sprint als Einzige aller startenden Frauen und Männer fehlerlos blieb. Mit lediglich einem Schiessfehler legte der Sarner Lars Rietveld den Grundstein seines Sprintsiegs am Sonntag im Schiessstand. Der 18-jährige Gymnasiast erzielte so mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich vier Zehnteln den einzigen Männer-Sieg der Innerschweizer Delegation.