Volley Luzern ist gut, aber ein bisschen zu wenig gut

Luzerns NLA-Team verlor gegen Meister Lausanne zwar 2:3, holte aber einen Punkt. Und viel Moral.

Roland Bucher
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Der Luzerner Tim Köpfli sieht sich mit einem Doppelblock der Lausanner Karim Zerika (links) und Joonas Jokela konfrontiert. Bild: Roger Grütter (Luzern, 24. November 2019)

Der Luzerner Tim Köpfli sieht sich mit einem Doppelblock der Lausanner Karim Zerika (links) und Joonas Jokela konfrontiert. Bild: Roger Grütter (Luzern, 24. November 2019)

Den Unterschied machte schliesslich Lausannes Herzstück Adrien Prevel (33) aus. Immer dann, wenn der amtierende Meister in den Seilen zu hängen schien, packte der Franzose sein enormes Schlagrepertoire aus, sorgte für die Big-points. Die Pikanterie an dieser Geschichte: in der Saison-Voranalyse hatte Volley Luzerns Teamchef Josef Wicki exakt diesen Adrien Prevel als die Trouvaille der nationalen Liga angepriesen. Lausannes Topskorer, in der Saison-Startphase verletzt und vermisst, unterschrieb Wickis Vorschusslorbeer fett und meinte bescheiden: «Es freut mich, dass ich wieder dabei bin und meiner Mannschaft helfen kann. Dieser Sieg ist wichtig für uns.» Und fügte bei: «Luzern hat ein ganz starkes Spiel gezeigt. Diese junge Truppe hat Potenzial, wird sich wie letzte Saison nach oben kämpfen. Das Spiel stand wirklich auf der Kippe.» Prevel war der Chef auf dem Platz. Ordnete, smashte die wichtigen Punkte, war sich nie um die defensive Arbeit am Netz zu schade, strahlte aus – was Luzern nicht zu präsentieren hatte: die absolute Leaderfigur. Liam Sketchers Truppe hatte viele bemerkenswerte Einzelaktionen, die den Fans einige Freude bereiteten; Hepburns Wucht am Netz beispielsweise, Buidvits Kraftakte, Captain Amstutzs Routine im Mittelblock, feine Intuitionen von Köpfli. Aber so richtig einer, der das Steuer herumreisst, wenn der doppelte Punkt vergeben wird, den hatte Luzern nicht in seinen Reihen. Lausanne hatte ihn, Adrien Prevel.

Ein Punkt für die Moral

Nun, nach der dämlichen Niederlage vor Wochenfrist gegen Aufsteiger Basel sammelte Volley Luzern immerhin ein Erfolgserlebnis im Format des Bonuspunktes. «Wir haben uns verbessert, wir haben gut gekämpft – das, was ich sehen wollte», betonte Josef Wicki. Einer, der unauffällig viele wertvolle Punkte für sein Team sammelte war gestern Tim Köpfli, aufmerksam, engagiert, präzis. «Wir waren nahe am Sieg», sagte er, der Aargauer, der traditionsgemäss von einer grossen Verwandt- und Freundesschaft unterstützt wurde, «vielleicht hat der allerletzte Kick gefehlt, Aber wir haben die richtige Antwort auf den Ausrutscher gegen Basel gezeigt. Das stimmt zuversichtlich für die nächsten Spiele.» Zum Beispiel fürs Europacup-Rückspiel kommenden Donnerstag in Luxemburg, wo es ein 3:1-Guthaben zu verwalten gilt.

Volleyball, NLA-Männer

7. Runde: Volley Luzern – Lausanne UC 2:3. – Samstag: Traktor Basel – Lutry-Lavaux 1:3 (25:22, 20:25, 21:25, 20:25). Amriswil – Näfels 3:1 (25:23, 23:25, 28:26, 27:25). Chênois – Jona 3:1 (25:21, 25:27, 25:21, 25:20).
Rangliste: 1. Amriswil 7/19 (21:5). 2. Schönenwerd 7/18 (18:6). 3. Chênois 7/13 (14:11). 4. Näfels 7/11 (15:14). 5. Lausanne 7/9 (14:14). 6. Jona 7/9 (14:16). 7. Luzern 7/9 (12:15). 8. Basel 8/5 (8:21). 9. Lutry-Lavaux 7/3 (5:19).

Volley Luzern – Lausanne UC 2:3
Bahnhofhalle – 300 Zuschauer – SR Francisco Droguett, Laura Rüegg. – Sätze: 28:26, 16:25, 20:25, 25:21, 12:15). – Spieldauer: 128 Minuten. – Luzern: Gautschi (Libero), Widmer, von Wyl, Ulrich, Amstutz, Köpfli, Fort, Jucker, Perezic, Hepburn, Döös, Buidvits.