Handball
Kampfansage an die Konkurrenz: HSC Kreuzlingen verpflichtet Koryphäe

Urs Mühlethaler übernimmt beim HSC Kreuzlingen als Sportchef der Frauen. Der Thurgauer NLA-Klub unterstreicht damit seine Ambitionen im Frauenhandball.

Matthias Hafen
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Urs Mühlethaler, hier mit Spono Nottwil, feierte als Trainer mehrfach grosse Erfolge.

Urs Mühlethaler, hier mit Spono Nottwil, feierte als Trainer mehrfach grosse Erfolge.

Bild: Philipp Schmidli/Luzerner Zeitung (Nottwil, 23. April 2017)

Mit diesem Transfer schaut die ganze Handballschweiz nach Kreuzlingen. Am Freitag gab der HSC Kreuzlingen bekannt, dass er die sportlichen Geschicke bei den Frauen künftig dem Schweizer Erfolgstrainer Urs Mühlethaler übergibt. Ab dem 1. Juli wird Mühlethaler Werner Bösch als Sportchef ersetzen. Bösch übernimmt im Sommer den Frauen-Bundesligaklub TuS Metzingen.

Dass es Mühlethaler beim HSC Kreuzlingen ernst meint, zeigt sein erstes Statement:

«Ich möchte den Klub weiter nach vorne bringen. Schon zeitnah soll es mehr als der vierte Platz wie letztes Jahr oder der fünfte Platz wie in dieser Saison sein.»

Die Ansage an die Konkurrenz ist also deutlich. Mühlethaler ist überzeugt, dass der Schweizer Frauenhandball mehr als nur drei Topteams braucht, um das Niveau weiter anzuheben. «Deshalb wäre es wichtig, dass der HSC Kreuzlingen leistungs- und mentalitätsmässig näher an Zug, Brühl St.Gallen und Spono Nottwil heranrückt.»

«Seine Verpflichtung macht uns schon auch stolz»

Mit der Verpflichtung von Urs Mühlethaler sendet der HSC Kreuzlingen auch vereinsintern ein Signal aus. Damit unterstreichen die Thurgauer, dass sie auch im Frauenhandball weiterhin hohe Ambitionen haben werden. Zuletzt rückte vom HSCK nebst dem NLA-Team der Frauen immer mehr das NLB-Team der Männer in den Fokus, das in dieser Saison an die NLA-Pforte klopft.

«Dass wir Urs Mühlethaler dafür begeistern konnten, den Weg des HSC Kreuzlingen mitzugestalten, macht uns schon auch stolz», sagt Kreuzlingens sportlicher Gesamtleiter Heiko Grimm. «Seine Kompetenz und sein Beziehungsnetz sind ein grosser Gewinn für uns.» Grimm und Mühlethaler kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei GC Amicitia Zürich. Grimm war 2009/10 der Topausländer der Zürcher unter Cheftrainer Mühlethaler.

Die Schweiz einst an die WM und die Olympischen Spiele geführt

Der heute 68-jährige Mühlethaler hat in seiner Profikarriere als Handballtrainer praktisch alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Unter anderem coachte er zweimal die Schweizer Männer-Nationalmannschaft (1994/95 und 2000/01), führte diese 1995 zum siebten Rang an der WM in Island und 1996 an die Olympischen Sommerspiele nach Atlanta. Dazu schaffte er es mit dem deutschen Bundesligaklub Hameln bis in den Europacup-Final, wurde als Trainer des BSV Bern, Pfadi Winterthur und Suhr Aarau insgesamt viermal Schweizer Meister bei den Männern und mit Spono Nottwil zwischen 2016 und 2018 je zweimal Meister und Supercup-Sieger sowie einmal Cupsieger bei den Frauen.

Abgerundet wird sein Leistungsausweis durch fünf Auszeichnungen zum Schweizer Handballtrainer des Jahres und 1999 sogar zum Schweizer Trainer des Jahres. In der laufenden Saison war Mühlethaler als Trainer des Kreuzlinger Ligakonkurrenten Rotweiss Thun tätig, wo sein Vertrag im November in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde.

Wie sein Vorgänger Werner Bösch wird der in Uster wohnhafte Mühlethaler beim HSC Kreuzlingen nicht nur für die NLA-Equipe, sondern für den gesamten weiblichen Bereich verantwortlich sein.