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HC Kriens besteht die Gesellenprüfung

Ein grosser Handballabend: Kriens deklassiert Kadetten Schaffhausen mit 30:24 (13:9) und festigt seine Leaderposition.
Roland Bucher
Der Krienser Filip Gavranovic (am Ball) erzielt einen seiner sechs Treffer. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 18. September 2019)

Der Krienser Filip Gavranovic (am Ball) erzielt einen seiner sechs Treffer. (Bild: Pius Amrein, Kriens, 18. September 2019)

Die Geschichte hinter der Geschichte des grossen HCK-Siegs gegen den hohen Titelanwärter Schaffhausen trägt schon schier groteske Züge. Als Emmen, der kleine Krienser Handball-Bruder, letzte Saison in der Nationalliga B in Abstiegsgefahr geriet, initiierte Basil Koch, ein früherer Borba-Internationaler, für diesen Verein den Transfer von Hleb Harbuz. «Doch wir haben schnell einmal gemerkt, dass Hleb für uns eine Nummer zu gross ist», gesteht Koch. Zum Handkuss kam der HC Kriens.

Am Mittwochabend demonstrierte Harbuz, der schmächtige Weissrusse mit dem unerhörten Antritt und höchster Schusskraft, gegen die Kadetten einen Anflug von Weltklasse. «Es war ein fast perfektes Spiel», schwärmte Harbuz, «für das Team, für mich. Und für die Fans. Das freut mich am meisten.» Die Fans, die standen schon drei Minuten vor Spielende auf den Bänken: einen derart spielfreudigen, dominanten Auftritt der Krienser hatte man in der Krauerhalle schon lange nicht mehr erlebt. Man klopfte sich auf die Schultern: Kriens ist wieder wer!

Ein fast perfekter Tempohandball

Der HCK war Schaffhausen, dem Primus der Liga, in jeglichen Belangen überlegen, interpretierte jenen Tempohandball, den der Trainer an die Fahne geschrieben hat, schier perfekt. Tom Hofstetter orchestrierte mit grosser Übersicht den Rückraum, brachte wendig sich, Papez und Harbuz (10 Schüsse, neun Treffer) in Schussposition, fand indes immer besser auch den direkten Draht zu Kreisläufer Gavranovic, der gegen ein über weite Phase desolates Schaffhausen bewies, dass er auf dieser Position zur besten Garde in der Schweiz gehört. Ankermann und zu Recht zum «Spieler des Abends» erkoren war indes Paul Bar, genesen von einer schweren Knieverletzung und so gut wie vielleicht noch nie. «Paul», nickte Harbuz, «hat sensationell gut gespielt, mit einem solchen Torwart kannst du fast nicht verlieren.»

Doch der Star war nicht Harbuz, nicht Hofstetter, nicht Bar, nicht Gavranovic – «das Team ist der Star», bemerkte Trainer Goran Perkovac explizit und verheimlichte nicht, dass «mich in diesen Momenten Emotionen bewegen». Es sei der wohl schönste und wertvollste Sieg gewesen, seit er bei Kriens das Zepter übernommen habe, und besonders zufrieden mache ihn, dass «meine Spieler meine Vorgaben zu kapieren beginnen. Wenn ich Tag für Tag meine Ideen, meine Handballphilosophie predige und die Mannschaft das plötzlich perfekt übernimmt – das macht mich glücklich.»

Dämpfen, sagt Perkovac, müsse er die Euphorie, die sich bei diesem gegenüber letzter Saison wie verwandelten HC Kriens-Luzern übermässig einschleichen könnte, nein, das müsse er nicht: «Wir sind bodenständige Leute.» Also darf man sagen: Kriens-Luzern hat mit einem grossartigen Triumph gegen Krösus Schaffhausen nichts mehr als die Gesellenprüfung bestanden. Die Meisterprüfung hat sich der Verein noch lange zu erarbeiten. «Aber wer uns heute Handball spielen und kämpfen gesehen hat», zog Harbuz das Schlussfazit des attraktiven Handballabends, «der darf ja schon ein bisschen davon träumen …»


Kriens – Schaffhausen 30:24 (13:9) 650 Zuschauer. – SR Meier/Hennig. Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Kriens- Luzern, 6mal 2 Minuten gegen die Kadetten Schaffhausen. Kriens-Luzern: Bar(10 Paraden/1 Tor)/Eicher; Harbuz (9/4), Wipf, Blättler (1), Rellstab (2/2), Gavranovic (6), Oertli, Ramseier (3), Schlumpf, Delchiappo, Papez (3), Lavric, Hofstetter (5), Idrizi. Kadetten Schaffhausen: Pilipovic (6)/ Biosca (3); Ben Romdhane (3), Montoro (1), Küttel, Csaszar (8/5), Schopper, Beljanski (2) Sesum (3), Gerbl (3), Luka Maros, Schelker, Frimmel (3), Filip Maros, Tominec (1). Bemerkung: Verhältnis verschossener Penaltys 0:1.

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