Hergiswiler Ringer holden dank taktischem Schachzug den ersten Saisonsieg

Die Einsiedler Ringer knöpfen dem Titelaspiranten Willisau ein Unentschieden ab.

Simon Gerber
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Jonas Bossert (oben) lässt keine Wünsche offen. Bild: Philipp Schmidli (Willisau, 22. Dezember 2018)

Jonas Bossert (oben) lässt keine Wünsche offen. Bild: Philipp Schmidli (Willisau, 22. Dezember 2018)

Im Zentralschweizer NLA-Derby war Einsiedeln gewillt, dem Rekordmeister, den Willisau Lions, Paroli zu bieten. Weil bei den Luzerner Hinterländern einige Leistungsträger fehlten, ist dieses Vorhaben den Schwyzern über weite Strecken auch geglückt. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, das Geschehen wog hin und her und passte bestens zur Einsiedelns Willensleistung – vor allem die 11:8 Führung zur Halbzeit. Dabei überraschte Michel Schönbächler mit dem knappen 4:3-Punktesieg gegen den erfolgsverwöhnten Mansur Mavlaev, während Sven Neyer, dessen Bruder Ali Mavlaev gleich mit 16:0-Punkten überrollte.

Nach der Pause übernahmen die Gäste das Zepter wieder in die Hand. Jonas Bossert, Roger Heiniger und Tobias Portmann liessen keine Wünsche offen. Sie dominierten ihre Gegner deutlich. Vor dem letzten Duell stand es wieder 19:15 zugunsten des Titelaspiranten. Der erhoffte Punktgewinn des jungen Yanik Bucher blieb gegen den favorisierten Isa Usupov allerdings aus. Damit musste sich Willisau mit einem 19:19-Unentschieden begnügen. Beide Teams brachten es auf je fünf Siege.

«Ich hatte mit einem knappen Ausgang gerechnet, auch weil uns verschiedene Leistungsträger nicht zur Verfügung standen. Zudem ist Einsiedeln für uns immer ein schwieriger Gegner. Wir haben die jungen Ringer darauf eingestellt, aber möglicherweise wollten einige zuviel», bilanzierte der Cheftrainer von Willisau, Thomas Bucheli.

Hergiswil reaktiviert Ukrainer Alexander Gollin

Im zweiten Zentralschweizer Derby glänzte das bisher erfolglose Hergiswil mit dem 20:17-Auswärtssieg gegen Schattdorf. Die Napfringer überraschten die Urner mit einem taktischen Schachzug. In der leichtesten Gewichtsklasse reaktivierten sie den Ukrainer Alexander Gollin. Dieser kam gegen das Jungtalent Thomas Epp zu einem Überlegenheitssieg. Aber auch der Altmeister Manuel Jakob überzeugte mit einem 7:2-Sieg gegen Kim Besse. Der einzige Dämpfer der Luzerner Hinterländer war die Schulterniederlage von Toni Kurmann im Schwingerduell gegen Andi Murer. «Die Erleichterung über den ersten Saisonsieg ist gross. Er nimmt nun etwas Druck weg. Mitentscheidend war der perfekte Start mit zwei Siegen. Im zweiten Kampfabschnitt wussten wir, dass wir stärker sind als die Urner», erklärte der Sportchef von Hergiswil, Marco Hodel.

Keineswegs überrascht von der Niederlage zeigte sich Michael Jauch, der Cheftrainer von Schattdorf. «Bei uns fehlten wegen Verletzungen mit Nicolas Christen und Simon Gerig gleich zwei Siegringer. Wir haben durch die Willensleistung der Jungen noch das Beste aus unserer Situation gemacht. Die Startniederlage von Thomas Epp brach uns aber das Genick bereits zum Auftakt.»

Ringen, NLA-Männer. 3. Runde: Kriessern – Freiamt 25:13. Willisau – Einsiedeln 19:19. Schattdorf – Hergiswil 17:20. – Rangliste (nach 3 Runden): 1. Willisau und Freiamt, je 5. 3. Kriessern 4. 4. Hergiswil, Einsiedeln und Schattdorf, je 2.

Modus: Die ersten vier qualifizieren sich für die Halbfinals. Der Sechstplatzierte bestreitet einen Auf-/Abstiegskampf gegen den NLB-Meister.

Willisau Lions – Einsiedeln 19:19
57 kg: Florian Bissig v. Kay Neyer 1:4. – 61 kg: Timon Zeder s. Lars Neyer 3:0. – 65 kg: Mansur Mavlaev v. Michel Schönbächler 1:2. – 70 kg: Roger Heiniger s. Lorenz Schönbächler 4:0. – 74 kg: Tobias Portmann s. Adrian Mazan 3:0. Yanik Bucher v. Isa Usupov 0:4. – 79 kg: Mirco Studer v. Andreas Burkard 0:4. – 86 kg: Jonas Bossert s. Lukas Schönbächler 4:0. – 97 kg: Ali Mavlaev v. Sven Neyer 0:4. – 130 kg: Delian Alishahi s. Boris Illenseer 3:1.

Schattdorf – Hergiswil 17:20
57 kg: Thomas Epp v. Alexander Gollin 0:4. – 61 kg: Sven Gamma s. Patrick Rölli 4:0. – 65 kg: Sergio Gamma v. David Wisler 1:2. – 70 kg: Sven Epp v. Martin Grüter 0:3. – 74 kg: Kim Besse v. Manuel Jakob 1:3. Renato Kempf s. Patrick Kunz 2:1. – 79 kg: Tanguy Darbellay s. Philippe Kunz 4:1. – 86 kg: Roman Epp v. Raphael Kaufmann 0:4. – 97 kg: Andy Murer s. Toni Kurmann 4:0. – 130 kg: Michael Jauch v. Thomas Suppiger 1:2.