Herzschlagfinal beim Mountainbike-Saisonschluss in Hochdorf

Simon Vitzthum und Kathrin Stirnemann holen sich die Tagessiege, Alessandra Keller und Mathias Flückiger den Cup.

Martin Platter
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Die Nidwaldnerin Alessandra Keller ist auf dem Weg zum Gesamtsieg im Swiss Bike Cup.

Die Nidwaldnerin Alessandra Keller ist auf dem Weg zum Gesamtsieg im Swiss Bike Cup.

Martin Platter / velomedia.ch

Gestern Sonntag galt es für die Cross-Country-Cracks, am Proffix Swiss-Bike-Cup-Finale in Hochdorf ein letztes Mal in dieser Saison Spitzenleistung zu zeigen. Sie liessen sich nicht zweimal bitten. Bei perfekten äusseren Bedingungen mit Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen entwickelten sich sehr animierte Wettkämpfe, was auch dem Rennformat geschuldet war. Nur 20 anstatt 90 Minuten dauerte der Leistungsvergleich, der gute Starter und tempofeste Puncher bevorzugte. Fahrer wie Simon Vizthum, die auch Bahnradrennen bestreiten und gewinnen können.

Der Ostschweizer war es denn auch, der gleich nach dem Start die Führung übernahm, sich stets in der Spitzengruppe behauptete und im Zielsprint Vital Albin, den U23-EM-Zweiten, hinter sich liess. 15 Sekunden nach dem Spitzenduo erreichte der U23-Europameister Joël Roth das Ziel vor Joris Ryf und dem WM-Zweiten Mathias Flückiger, der sich damit zum ersten Mal die Swiss-Cup-Gesamtwertung sicherte.

Urnerin Linda Indergand wird früh abgehängt

Für Vitzthum war es nach 2018 in Villars sur Ollon der zweite Triumph in der nationalen Cross-Country-Rennserie. Er sagte: «Es ist toll, gerade diese Saison mit ihren zahlreichen coronabedingten Rennabsagen mit einem Sieg beenden zu können.» Wie bei seinem Gewinn vor zwei Jahren sei er auch diesmal am Vortag zu den Bahn-Schweizer-Meisterschaften gestartet. Wiederum habe er sogar den Titel in einer Disziplin gewinnen können, diesmal im Scatch. Mathias Flückiger freute sich über seinen ersten Swiss-Cup-Gesamtsieg. Der Ochlenberger bedauerte jedoch, dass nicht alle namhaften Fahrer zum Finale angetreten waren und spielte damit auf die Abwesenheit von Europameister Nino Schurter an, der sich vorzeitig in die Winterpause verabschiedet hatte. Flückiger relativierte jedoch: «In diesem Jahr war ohnehin alles anders. Mit dem Wegfall der meisten Weltcup-Prüfungen und der Olympischen Spiele erhielten plötzlich auch die Europameisterschaften einen wesentlich höheren Stellenwert als sonst.» Der Swiss-Cup habe ebenfalls profitiert. Vor allem der Auftakt Mitte Juli in Leukerbad sei wie ein Weltcup besetzt gewesen.

Bei den Frauen machten zu Beginn des Rennens die Nidwaldnerin Alessandra Keller, Kathrin Stirnemann, Andea Waldis und die Urnerin Linda Indergand das Tempo. Waldis, die wie Vitzthum auch auf der Bahn startet, jedoch am Vortag nicht an den Schweizer Meisterschaften in Genf angetreten war, stürzte wegen eines Lenkerbruchs und musste aufgeben. Indergand wiederum wurde ein Opfer des Tempoforcings der beiden Thömus-Teamkolleginnen Keller und Stirnemann. Den Zielsprint sicherte sich schliesslich Stirnemann vor Keller, die sich mit dem Cup-Sieg trösten konnte. Als Dritte erreichte Indergand das Ziel. Gesundheitsbedingt Forfait erklärt hatte Cup-Leaderin Laura Stigger.

Versöhnlicher Abschluss für Alessandra Keller

Für Stirnemann war der Sieg zugleich der Schlusspunkt im Cross-Country-Rennsport. Die zweimalige Eliminator-Weltmeisterin und E-MTB-WM-Silbermedaillengewinnerin wollte eigentlich im kommenden Jahr in den Strassenradsport wechseln. Doch ihr Rennteam ging bankrott. Deshalb musste die 31-Jährige kurzfristig umdisponieren und wird sich künftig auf ihre Trainerausbildung und E-Mountainbike-Wettkämpfe konzentrieren. Für Alessandra Keller bedeutete der zweite Finalrang beziehungsweise der Cup-Sieg der versöhnliche Abschluss einer nicht ganz befriedigenden Saison.

Zufrieden zeigte sich Jonas Leib, der Präsident des organisierenden RMV Hochdorf. Mit 500 Teilnehmenden an zwei Tagen habe der Swiss Cup trotz der schwierigen Rahmenbedingungen einen würdigen Abschluss gefunden. Einziger Wermutstropfen sei gewesen, dass die Wettkämpfe unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden mussten. Hochdorf war kurzfristig als Finalorganisator für den abgesagten Swiss-Cup-Lauf in Lugano eingesprungen.