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In Hünenberg gesucht: Der Meister des Randsports

Am 9. und 10. Juni findet die Schweizer Meisterschaft erstmals im Kanton Zug statt. Eine der Pionierinnen des TV Hünenberg weiss, mit welchen Vorurteilen die Sportart kämpft. Sie erklärt, warum es trotzdem Enthusiasten gibt.
Raphael Biermayr
Netzball: Fast wie Volleyball. (Bild: Stefan Kaiser, (Hünenberg, 15.Mai 2018))

Netzball: Fast wie Volleyball. (Bild: Stefan Kaiser, (Hünenberg, 15.Mai 2018))

Es ist für Aussenstehende fraglos leicht, Netzball zu belächeln. Die Sportart wirkt wie Volleyball ohne Dynamik – auch wegen der Spielregel, den Ball erst fangen zu müssen, bevor er über das Netz geworfen wird. Zudem wird es im Meisterschaftsmodus ausschliesslich von Frauen und in der Regel in Dörfern gespielt. Und als Zwischenfälle gelten mitunter zerbrochene Brillengläser. Annemarie Frieden weiss um den schweren Stand von Netzball in Sachen breiter Akzeptanz. Sie gehört zu den acht Pionierinnen, die diese erst 1994 im Aargau erfundene Sportart um die Jahrtausendwende im TV Hünenberg spielten. Am Wochenende vom 9. und 10. Juni wird die Finalrunde der Schweizer Meisterschaft erstmals in einer Zuger Gemeinde ausgetragen: in Hünenberg (siehe Box). Die Organisatoren hoffen, dass Netzball dadurch in der Region Aufschwung erhält. Denn ausser in Hünenberg wird es im Kanton nur in Walchwil gespielt. Ein erster Versuch, diese Sportart auch in der Stadt Zug zu etablieren, ist gemäss Annemarie Frieden nicht geglückt.

Generationentreffen auf dem Spielfeld

Wer mit der Hünenbergerin spricht, hört einen Enthusiasmus heraus, wie er allen Sportlern eigen ist. Doch ihrer geht über das gewinnen hinaus: «Bei uns ist es möglich, dass eine 71-Jährige einer 16-Jährigen gegenübersteht – wo gibt es das sonst?», fragt Frieden. Trotz ihrer Erfahrung hat sie sich offenbar eine echte Faszination für überraschende Ausgänge von Matches bewahrt. Wie bei der letzten Finalrunde der Schweizer Meisterschaft vor zwei Jahren, als das favorisierte Birmenstorf AG im Final dem Team aus Benken SG unterlag. Die Aargauerinnen werden nach der Einschätzung von Annemarie Frieden auch dieses Jahr um die Goldmedaille mitspielen – für mehr reicht das Budget des Verbands Netzballswiss nicht.

Denn dieser finanziert sich ausschliesslich über Lizenzgebühren. Und die sind geradezu niedlich: Eine Saisonlizenz für die 1. Liga kostet 20 Franken, für die 2. und die 3. Liga werden 10 Franken fällig. Annemarie Frieden zählt auch Hünenberg I zum Favoritenkreis. Die Bezeichnung «I» ist wichtig, denn tatsächlich können mehrere Teams eines Vereins sich für die Finalrunde qualifizieren – aus Hünenberg sind es diesmal deren drei. Das legt den Verdacht von Absprachen nahe. Frieden sagt, dass dieser Möglichkeit bei der Ausarbeitung des Spielplans ein Riegel vorgeschoben wurde: Die vereinsinternen Duelle finden zu Beginn des Turniers statt.

Diese Massnahme dürfte insofern wirksam sein, als dass jedes der 18 Teams während der zwei Tage sage und schreibe 17 Spiele à 16 Minuten bestreitet, bevor es um die Medaillenentscheidungen geht. In Hünenberg wird vorerst die letzte Schweizer Meisterschaft stattfinden. Weil ehrenamtliche Organisatoren für den zweitätigen Anlass zusehends fehlen – auch am 9. und 10. Juni spielen die meisten OK-Mitglieder selbst –, tüftelt der Verband an einer eintägigen Lösung im Cup-Modus.

Im Kanton Zug gibt es Nachwuchs

Annemarie Frieden wird weiterhin versuchen, Netzball zu einer stärkeren Verbreitung zu verhelfen. Es gibt Hoffnung: 2019 gehört die Sportart zum Programm des Eidgenössischen Turnfests in Aarau und Olten. Und auch im Kanton Zug ist die Basis für eine Zukunft vorhanden. Sowohl in Hünenberg als auch in Walchwil gibt es Nachwuchsteams, die mit Mannschaften aus dem Kanton Schwyz eine.

Programm Schweizer Meisterschaft

Wer Netzball nicht kennt, hat am 9. und 10. Juni eine Menge Gelegenheiten, sich in der Dreifachturnhalle Ehret in Hünenberg ein Bild zu machen. Am Samstag werden von 9 bis 21 Uhr Gruppenspiele ausgetragen, am Sonntag von 8 bis circa 13.40 Uhr. Das Spiel um Platz 3 beginnt um 14.45 Uhr, der Final um 15.15 Uhr. Ab 16 Uhr steht die Schlussfeier auf dem Programm, gefolgt von der Rangverkündigung. Während beider Tagen steht eine Festwirtschaft zur Verfügung. Detaillierte Informationen sind unter www.tvhue.ch/NetzballSM erhältlich. (bier)

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