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Der Zuger Bergläufer Julian Hodel hält Routiniers in Schach

Beim Haldi-Berglauf läuft Julian Hodel überraschend zum Tagessieg. Dabei machen dem 23-jährigen Zuger mit OL-Hintergrund Wadenkrämpfe beinahe einen Strich durch die Rechnung.
Urs Hanhart
Sie holen die Tagessiege: Lucia Hofmann aus Ennetbürgen (unten) und der Oberwiler Julian Hodel. Bilder: Urs Hanhart (Schattdorf, 16. Juni 2019)

Sie holen die Tagessiege: Lucia Hofmann aus Ennetbürgen (unten) und der Oberwiler Julian Hodel. Bilder: Urs Hanhart (Schattdorf, 16. Juni 2019)

Haldi-Berglauf in Schattdorf. Tagessiegerin Lucia Hofmann kurz vor dem Ziel auf dem Butzenboden

Haldi-Berglauf in Schattdorf. Tagessiegerin Lucia Hofmann kurz vor dem Ziel auf dem Butzenboden

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Dieses Sprichwort hätte man nach dem Haldi-Berglauf, der am Sonntag bei etwas durchzogenen, im oberen Teil kühlen Bedingungen, ausgetragen wurde, beinahe anwenden können. Beim «Dritten» handelte es sich um den 42-jährigen Jan Walter, der sich mit einem fulminanten Endspurt beinahe noch den Tagessieg sicherte. Letztlich fehlten dem Ostschweizer nur etwas mehr als 20 Sekunden, um zu triumphieren.

Als Tageszweiter hielt er sich jedoch mit dem Kategoriensieg bei den Senioren schadlos. An der Spitze des 9,5 Kilometer langen und mit 1419 Höhenmetern gespickten Rennens lieferten sich zwei «Streithähne» im positiven Sinne über weite Strecken einen packenden Zweikampf. Jungspund Julian Hodel aus Oberwil und der mit seinen 44 Lenzen beinahe doppelt so alte Lokalmatador Manfred Jauch aus Altdorf, seines Zeichens Tagessieger von 2017, konnten sich schon früh vom restlichen Feld absetzen. Im etwas flacheren Mittelteil erarbeitete sich der ehemalige Bahnspezialist Jauch einen kleinen Vorsprung, den er jedoch in der brutal steilen Schlussrampe schnell wieder preisgeben musste. Hodel zog unwiderstehlich vorbei und schien einem sicheren Tagessieg entgegenzusteuern.

Fünf Minuten schneller als im Vorjahr

Jan Walter rückte dem Leader gegen Ende des Rennens immer mehr auf die Pelle. Hodels Begründung für sein Nachlassen: «Auf dem letzten Kilometer hatte ich immer wieder Wadenkrämpfe bekommen. Diese wurden so schlimm, dass ich sogar dreimal kurz anhalten musste. Länger hätte der Berglauf nicht mehr sein dürfen, sonst wäre ich wohl noch abgefangen worden.» Mit 1:01,33 war Hodel fast auf die Sekunde gleich schnell wie Vorjahressieger Tefera Mekonen, der diesmal nicht antrat.

Den grössten Sieg in seiner noch jungen Berglaufkarriere musste sich der Zuger also ganz hart erkämpfen. Im Vorjahr belegte Hodel mit einem relativ grossen Rückstand den 5. Platz. Deshalb hatte man ihn für den Tagessieg nicht unbedingt auf der Rechnung. Gegenüber 2018 bewältige der Newcomer den Haldi-Berglauf rund 5 Minuten schneller, was einem Quantensprung gleichkommt. Aber für diese frappante Leistungssteigerung lieferte Hodel, der kürzlich bereits die Zugerberg Classic für sich entscheiden konnte und sich beim Strongman den 9. Platz sicherte, eine plausible Erklärung: «Seit Januar habe ich mir mit fast täglichem Training eine solide Basis erarbeitet. Den Umfang konnte ich auf sieben bis zehn Stunden pro Woche erhöhen. Im Vorjahr bekundete ich beim Haldi-Berglauf wegen der Hitze grosse Probleme. Ich musste damals wegen Krämpfen sogar eine mehrminütige Sitzpause einlegen.» Der aufstrebende Jungsprung, der momentan auf der Sportredaktion der «Aargauer Zeitung» ein Praktikum absolviert, hat ein interessantes Trainingskonzept. Einen Grossteil seiner Einheiten bestreitet er entweder auf dem Rennvelo oder auf der Rolle, nicht zuletzt wegen immer wiederkehrenden Problemen mit der Patellasehne. Bei den wenigen Lauftrainings setzt er häufig auf Intervalle.

Fokus auf regionale Bergläufe

Ursprünglich kommt Hodel vom Orientierungslauf. Er schaffte es bis ins regionale Nachwuchskader. Wettkampfmässig ist er sporadisch nach wie vor mit Karte und Kompass unterwegs. Aber inzwischen bezeichnet sich Hodel selber als Berglaufspezialist. «Ich konzentriere mich in dieser Saison hauptsächlich auf die Rennen der Zentralschweizerischen Berglaufmeisterschaft.»

Bei den Frauen war Vorjahressiegerin Lucia Hofmann aus Ennetbürgen einmal mehr eine Klasse für sich. Die 40-jährige Nidwaldnerin, die kürzlich bereits beim Rütlischwur-Gedenklauf triumphiert hatte, lief der Konkurrenz schon früh davon. Das Ziel auf dem Butzenboden erreichte sie mit über 9 Minuten Vorsprung auf Anna Winklehner.

Berglauf (9,5 km/1419 m Höhendifferenz). Männer (overall): 1. Julian Hodel (Oberwil/Sieger Hauptklasse) 1.01.33. 2. Jan Walker (Lenggenwil/Sieger Senioren II) 1:01.58. 3. Manfred Jauch (Altdorf) 1.10.30. 4. Manuel Schaub (Uster) 1.02.46. 5. Thomas Schilter (Rothenburg) 1.04.04. 6. Philipp Arnold (Cham) 1.04.39. 7. Marco Wildhaber (Krattigen) 1.04.43. 8. Walter Risi (Arth) 1.05.12.

Frauen (overall): 1. Lucia Hofmann (Ennetbürgen) 1:15.15. 2. Anna Winklehner (Bremgarten/Siegerin Frauen II) 1.24.23. 3. Antia Wetter (Uetikon am See/Siegerin Frauen IV) 1.25.04. 4. Sonja Reusser (Krattigen) 1:25.24. 5. Ursula Muheim (Flüelen) 1:27.06.

Rangliste unter: www.haldi-uri.ch

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