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Urs Huber fährt abgeklärt zum fünften Titel

Keine Zufallssieger an der O-Tour in Alpnach – trotz garstigem Wetter mit Schnee auf dem Glaubenberg.
Martin Platter

Sie waren nicht zu beneiden, die 680 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am vergangenen Sonntag trotz garstigen Bedingungen am O-Tour-Bike-Marathon teilnahmen. Das Rennen zählte zugleich als Schweizer Meisterschaft. Auf Langis fielen temporär sogar Schneeflocken, was dazu führte, dass es zu etlichen Aufgaben wegen Unterkühlung kam.

Das unwirtliche Wetter band auch SM-Medaillenanwärter Martin Fanger zurück. Der Kernser verlor bereits in der ersten Steigung nach Rickmettlen den Kontakt zur Spitzengruppe, worin sich alle Favoriten befanden. Wegen der Kälte auf dem Weg zum Langis konnte der 30-jährige Obwaldner nicht mehr zusetzen. In der Abfahrt zur ersten Zieldurchfahrt in Alpnach hatte er derart klamme Finger und kam ins Schlottern, dass er sogar über eine Aufgabe nachdachte. Fanger erreichte das Ziel schliesslich als 13. mit mehr als 17 Minuten Rückstand und zeigte sich enttäuscht. Ob er nach diesem Rückschlag an den Weltmeisterschaften in zwei Wochen im Wallis teilnimmt, konnte Fanger nach dem Rennen noch nicht sagen.

Huber und Stauffer zogen Tempo durch

Auch Titelhalter Urs Huber kämpfte mit der Kälte. Dennoch vermochte der 34-Jährige aus Mettmenstetten sich zusammen mit Vorjahressieger Hansueli Stauffer (Sigriswil) und dem Südafrikaner Philip Buys in der Steigung zu Rickmettlen vom Rest abzusetzen. Doch auch Buys wurde ein Opfer der Kälte und gab nach Langis auf. Die beiden Teamkollegen Huber und Stauffer zogen ihr Tempo durch. Der Züricher Huber sicherte sich schliesslich den fünften Schweizer-Meister-Titel, derweil Stauffer zum vierten Mal zweiter wurde.

Spannend wurde es noch im Kampf um die Bronzemedaille. In der Schlusssteigung zum Ächerlipass sah es so aus, als ob Newcomer Michael Stünzi den dritten Platz holen könnte. Doch dann drehte der erst 21-jährige Schweiz-Australier Casey South auf und schnappte sich Stünzi noch Rang drei.

«Die Verhältnisse erinnerten mich an meinen ersten Titelgewinn 2011 am Nationalpark Bike-Marathon, als das Rennen wegen Schnee auf dem Chaschauna-Pass sogar abgebrochen werden musste», monierte Huber im Ziel. Der 34-Järhige freute sich schelmisch über den erneuten Titelgewinn. «Klar, war ich der Favorit, doch bei diesen Verhältnissen muss man das Rennen zuerst bestehen und auch beenden.»

Stauffer zeigte sich zuerst enttäuscht

Stauffer hingegen konnte eine leise Enttäuschung nicht verbergen, musste sich aber eingestehen, dass Huber klar der Stärkere gewesen war. «Über weite Strecke sind wir zusammen gefahren, um die Führungsarbeit aufzuteilen. Bergab haben wir nichts riskiert. Es ging schliesslich um den Titel», erklärte Stauffer die Taktik und fügte an: «Nach einer wenig erfolgreichen Saison ist diese Silbermedaille Gold für mich wert.»

Wie Fanger verpasste auch Casey South in der ersten Steigung den Anschluss an die Spitzengruppe. Er sagte: «Zwischenzeitlich wurde ich bis auf den 15. Platz durchgereicht. Doch ich liess mich nicht nervös machen und holte wieder kontinuierlich ein. Dass ich am Ächerlipass noch bis auf Platz drei vorfahren konnte, kam auch für mich überraschend und stellt mich extrem auf.»

Ariane Lüthi zeigte im Ziel Emotionen

Bei den Frauen gewann wie bereits vor Wochenfrist Katazina Sosna. Hinter der Litauerin entschied Ariane Lühti das Duell um dem Schweizer-Meister-Titel für sich. Es war bereits der vierte Titelgewinn für die Thunerin. Nach einer ziemlich verkorksten Saison liess die Berner Oberländerin im Ziel den Tränen freien Lauf. Esther Süss sicherte sich Silber vor der Edlibacherin Andrea Ming. Die Westschweizerin Florence Darbellay gab das Rennen unterkühlt auf. Den Halbmarathon gewann Jacqueline Schneebeli aus Hauptikon, die Weltmeisterin im Cross-Country der Juniorinnen. Bei den Männern siegte der ebenfalls erst 18-jährige Livio Camenzind aus Schwyz.

Amgarten gewinnt und steht vor dem Gesamtsieg der Funfahrer

Bester Funfahrer wurde zum dritten Mal in Folge Norbert Amgarten. Der 39-Jährige aus Sarnen erreichte das Ziel als 17. inmitten des Elitefeldes. Am Iron-Bike-Race in zwei Wochen in Einsiedeln wird dem Obwaldner der erneute Gesamtsieg in der nationalen Bike-Marathon-Classics kaum mehr zu nehmen sein. «Die Regenjacke, welche ich im Langis überziehen konnte, hat mich für den zweiten Streckenteil gerettet. Danach lief es erstaunlich gut. Der Regen hat mein Bike gleich wieder vom Dreck befreit», gab der Sarner nach dem Rennen zu Protokoll. Nach neun Jahren zum letzten Mal an der Spitze des Rennens amtete Kari Langensand. Der Gastronom aus Alpnach wird 2020 von OK-Präsidentin Marion Imfeld abgelöst, die bisher für die Rekrutierung des Personals zuständig war. Fürs Sponsoring zuständig sein wird neu Bärti Bucher aus Sachseln, der den Wettkampf immer noch regelmässig selber bestreitet und einer der Stärksten in seiner Altersklasse ist. (map.)


Alpnach. O-Tour. Marathon. Männer (86 km): 1. Urs Huber (Mettmenstten) 3.56.25. 2. Hausueli Stauffer (Sigriswil) 0.21 zurück. 3. Casey South (Matzingen) 1.28. 4. Michael Stünzi (Grüsch) 3.47. 5. Riccardo Chiarini (ITA) 8.00. 6. Jeremias Marti (Gettnau) 8.44. 7. Oliver Zurbrügg (Lauterbrunnen) 8.51. 8. Andrin Beeli (Sagogn) 8:56. 9. Matthys Beukes (RSA) 9.18. 10. Marc Stutzmann (Rüfenacht) 10.48. – Frauen (86 km): 1. Katazina Sosna (Lit) 4.57.14. 2. Ariane Lüthi (Gunten/1. Schweizer Meisterschaft) 3.18. 3. Esther Süss (Küttigen/2. SM) 14.53. 4. Andrea Ming (Edlibach/3. SM) 23.50. 5. Irina Lützelschwab (Wallbach) 33.35. Halbmarathon (45 km). Männer: 1. Livio Camenzind (Schwyz) 2.17.36. 2. Elias Auf der Maur (Unteriberg) 3.11. 3. Ramon Christen (Ennetbürgen) 3.44. 4. Bruno Horath (Unteriberg) 5.39. 5. Christian Kälin (Bennau) 5.40. – Frauen: 1. Jacqueline Schneebeli (Hauptikon) 2.36.43. 2. Alexandra Zürcher (Oey) 15.28. 3. Margrit Abächerli (Erstfeld) 16.43. Hinweis Alle Resultate: www.o-tour.ch

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