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FC Willisau-Trainer über Ndue Daka: «Ich habe ihn nicht wiedererkannt»

Aufsteiger Willisau will sich in der 2. Liga inter halten und nicht zu einem Liftklub verkommen. Die Fäden im Mittelfeld zieht Ndue Daka, der seine Karriere auf der Ersatzbank der 5. Liga neu lancierte.
Stephan Santschi
Ndue Daka: Abgespeckt arbeitete er sich von der Ersatzbank in der 5. Liga bis zum Leistungsträger des FC Willisau empor. (Bild: Philipp Schmidli (Willisau, 7. August 2018)

Ndue Daka: Abgespeckt arbeitete er sich von der Ersatzbank in der 5. Liga bis zum Leistungsträger des FC Willisau empor. (Bild: Philipp Schmidli (Willisau, 7. August 2018)

Grosse Aktionen eines Amateurfussballers werden selten auf Video festgehalten. Im Fall von Ndue Daka wollte es der Zufall so, dass sein jüngerer Bruder Gjokë auf der Tribüne ausgerechnet in jenem Moment die Aufnahmefunktion des Handys betätigte, als er gegen Littau einen Freistoss aus 25 Metern direkt im gegnerischen Gehäuse versenkte. «Da habe ich Glück gehabt, dieses Tor schaue ich mir natürlich immer wieder gerne an», sagt Daka mit einem Schmunzeln. Willisau gewann dieses Spiel im letzten März mit 4:1 und startete vielversprechend in eine Rückrunde, die einige Monate später in den totalen Triumph münden sollte. Regionalmeistertitel, Aufstieg in die 2. Liga inter, IFV-Cupsieg – «wir haben alles gewonnen, was es auf diesem Niveau zu gewinnen gibt. Es war meine bisher beste Saison», erzählt der bald 24-Jährige. Dabei war es noch gar nicht so lange her, da hatte er den absoluten Tiefpunkt in seiner Karriere erreicht. Dazu aber später mehr.

Ndue Daka, ein Sohn kosovarischer Eltern, die Ende der Achtzigerjahren in die Schweiz gekommen waren, entdeckte seine Leidenschaft für den Fussball früh. Lange dauerte es auch nicht, bis sein Talent offensichtlich wurde, als Zehnjähriger wechselte er in den Nachwuchs des FC Luzern und blieb ihm bis ins U16-Alter erhalten. «Es gab coole Momente, die mir Hoffnung auf Profifussball gaben», erzählt er. Am Danone Nations Cup, dem weltweit grössten Anlass für 10- bis 12-Jährige, vertrat er die Farben der Schweiz, spielte im Stadion von Lyon vor 30 000 Zuschauern und gewann die Silbermedaille. An internationalen Turnieren, die er mit den FCL-Junioren bestritt, spielte er unter anderem gegen Joshua Kimmich und Serge Gnabry, die heute beide bei Bayern München unter Vertrag stehen. «Fussballerisch hätte mir wohl nicht viel gefehlt. Ich bin damals aber nicht so verbissen gewesen, es gab für mich nicht nur Fussball», erklärt Daka. Als er 2011 die Möglichkeit hatte, zurück zu seinem Stammklub Willisau in die 1. Mannschaft zu wechseln, nahm er die Gelegenheit wahr.

«Ich war in meinem Stolz getroffen»

Die Dinge entwickelten sich aber nicht so, wie er sich das gewünscht hatte. Der damalige Trainer setzte nicht auf ihn, nach drei Saisons wechselte Daka für ein Jahr in die 3. Liga zum Luzerner SC. Es folgte die Rekrutenschule und eine Phase, in der er die Lust auf Fussball verlor. Der junge Mann pausierte anschliessend für eine Saison und gab 2016 in der 2. Mannschaft der Willisauer ein Comeback. Mittlerweile hatte der 1,73 Meter grosse Spieler aber einiges an Gewicht zugelegt, «93 Kilo wog ich damals». Und so kam es, dass er sogar in der 5. Liga auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. «Ich war in meinem Stolz getroffen.»

Daka nahm Kontakt zu Christian Binde, dem Topskorer der 1. Mannschaft auf und bat um Hilfe, damit er mit dem 2.-Liga-Team einmal wöchentlich trainieren konnte. «Um meine Freude und die Fitness wieder zu finden», wie er erklärt. Einen Tag nach dem ersten Training rief ihn Trainer Roger Felber an und bot ihn für das Meisterschaftsspiel gegen Gunzwil auf. In der 84. Minute eingewechselt, erzielte er kurz darauf den 2:1-Führungstreffer. Zwar reichte es Willisau letztlich nur zu einem 2:2-Remis, der Ehrgeiz von Daka aber war an diesem 1. Oktober 2016 wieder geweckt.

Daka verliert 15 Kilo und wird Leistungsträger

Der gelernte Montage-Elektriker stellte daraufhin seine Ernährung um, entdeckte für sich die asiatische Küche mit viel Fisch und Reis, trank Wasser anstelle von Süssgetränken. Während er hart an sich arbeitete, Kilo um Kilo verlor, wuchs seine Bedeutung im Team der Willisauer diametral. Heute hat sich sein Gewicht bei 78 Kilo eingependelt, auf dem Platz ist er zu einem Leistungsträger mutiert. In der Kabine sorgt er für gute Stimmung, gibt auch mal den DJ. Sein Trainer Roger Felber lobt ihn in den höchsten Tönen: «Ndue ist sehr zweikampfstark, bissig, beidfüssig. Er kann Zeichen setzen, das Spiel lenken und hat eine gute Schusstechnik. Nachdem er 15 Kilo abgenommen hatte, habe ich ihn fast nicht mehr wiedererkannt.» Daka ist sehr dankbar für die Chance, die ihm Felber und Co-Trainer Gody Bühler gegeben haben: «Sie haben mich wie einen Sohn mit offenen Armen aufgenommen, ich fühlte mich von Beginn weg wie zu Hause. Dieses Vertrauen habe ich in meiner Karriere nicht immer gespürt. Ich bin froh, kam es zu dieser Wende.»

Wenn Willisau am Samstag auswärts gegen den FC Kickers Luzern (17.15 Uhr, Tribschen) den 2.-Liga-inter-Auftakt bestreitet, will er im zentralen Mittelfeld wieder für viel Betrieb sorgen. «Vielleicht sieht der eine oder andere in mir immer noch den Kleinen, Dicken. Ich bin aber relativ giftig und habe keine Mühe, mich mit grösseren Gegnern zu messen.» Hinter den Spitzen verkörpert er eine Nummer acht, die sowohl defensive Arbeit verrichten, als auch Offensivimpulse setzen kann. Beides werden die Willisauer in der bevorstehenden Spielzeit brauchen, wenn sie verhindern wollen, dass ihnen das Image des Liftklubs angehängt wird. Sowohl 2014, als auch 2016 stiegen sie jeweils nach nur einem Jahr wieder in die 2. Liga regional ab. Ndue Daka ist überzeugt: «In der 2. Liga inter sind wir mit unseren Qualitäten besser aufgehoben.»

1. Runde. Heute. 20.00: Sursee – Hergiswil. – Samstag. 16.00: Brunnen – Novazzano. – 17.00: Perlen-Buchrain – Lugano U21. – 17.15: Kickers Luzern – Willisau. – 18.00: Taverne – Ibach. – 18.30: Paradiso – Altdorf.

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