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Eishockey-Nati wird jünger: Die Luzernerin Lara Stalder sieht das als Chance

Das Schweizer Frauen-Nationalteam wird nach Rücktritten von Routiniers um einiges jünger. Das ist für die Luzernerin Lara Stalder kein Problem.
Daniel Monnin
Lara Stalder mit (Mitte) stürzt sich mit letztem Einsatz zum Puck. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Pyeongchang, 17. Februar 2018)

Lara Stalder mit (Mitte) stürzt sich mit letztem Einsatz zum Puck. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Pyeongchang, 17. Februar 2018)

Es ist nicht das erste Mal, dass sich mit dem Beginn eines neuen, vierjährigen olympischen Zyklus das Gesicht der Frauen-Nationalmannschaft verändert. Mit den Rücktritten von Weltklasse-Torhüterin Florence Schelling (190 Länderspiele), Christine Meier (240), Sara Benz (106) und Anja Stiefel (180) sowie weiteren Spielerinnen, die in Zukunft kürzer treten wollen – Monika Waidacher (134), Nina Waidacher (109) und Tess Allemann (52) – verliert das Team von Nationaltrainerin Daniela Diaz vor allem an internationaler Erfahrung. Kein Problem für Lara Stalder, die 24-Jährige, die mittlerweile bereits zu den routiniertesten Spielerinnen zählt: «Ich sehe die Rücktritte auch als eine Chance für neue Spielerinnen, Verantwortung zu übernehmen und frischen Wind ins Team zu bringen. Sicher ist: Die Nati 18/19 wird um einiges jünger sein.»

Trotzdem soll und will die Schweiz auch weiterhin im Konzert der Grossen mitreden und den Abstand zu den Top-Nationen verringern. Daniela Diaz, Off-Ice-Coach Tatjana Diener und der Nati-Staff haben in ihren Olympia- und WM-Analysen in erster Linie Rückstände im physischen Bereich ausgemacht. «Mit Talent allein kannst du international heute längst nichts mehr erreichen», hält Diaz klipp und klar fest. Deshalb stellt sie Werte wie eine Winnermentalität, den Charakter als Spitzensportlerin, den Fokus auf die bevorstehende Aufgabe und ein gesundes Selbstvertrauen in den Mittelpunkt der Entwicklung des Teams und vor allem der jungen Spielerinnen, die ins Kader nachrücken werden. «Heute entscheidet der Charakter, die Einstellung, wie du mit deinem Talent umgehen willst darüber, ob du dich zur Spitzenspielerin und Leaderin oder eben nur zur Mitläuferin entwickeln kannst.»

Erste Länderspiele in Frankreich

Nach einer umfangreichen Off-Ice-Phase mit abschliessenden Tests in Tenero hat Daniela Diaz, die neu auf Melanie Häfliger als Assistentin zählen kann, für die vier August-Länderspiele von dieser Woche in Albertville gegen Frankreich der Tradition entsprechend praktisch zwei Teams aufgeboten. Vom Olympiakader sind noch 12 Spielerinnen dabei, einige fehlen aus beruflichen Gründen. Zum Einsatz kommen auch 10 Spielerinnen aus dem aktuellen U18-Team. Neben Stalder sind mit Nadine Hofstetter und Noemi Ryhner (beide Reinach) sowie der beim HC Seetal spielenden Aargauerin Lea-Marie Lutz vier Innerschweizerinnen aufgeboten.

Wer die Physis-Tests nicht bestanden hat, muss hinten anstehen und Hausaufgaben erledigen, um sich für ein späteres Aufgebot aufzudrängen. Das gilt unter anderem für die talentierte Schwyzerin Rahel Enzler, die nur auf Pikett ist. Ebenfalls – allerdings aus anderen Gründen - abwesend ist die neue Chur-Torhüterin Vanessa Bolinger, die mitten in ihrer MSL-Vorbereitung steht. «Nach der harten Off-Ice-Arbeit und einem einwöchigen Skills-Camp wollen wir die Spielerinnen nun auch im Spieleinsatz beobachten und so besser einordnen können, wer sich ein Aufgebot für das Oktober-Camp, die ersten Spiele im Rahmen des neuen Agreements mit der Euro Hockey Tour mit Finnland, Tschechien, Schweden, Russland und Deutschland verdient hat.» Mit der Integration in die European Hockey Tour, die seit Jahren besteht, ist Nationalmannschafts-Direktor Raeto Raffainer ein kluger Schachzug gelungen, weil damit garantiert ist, dass die Schweiz im Verlaufe der Saison gegen die besten Nationen Europas spielen kann.

Nach den zwei Oktober-Länderspielen gegen Deutschland bestreitet die Frauen-Nati auf ihrem Weg an die WM 2018 in Finnland, die erstmals mit 10 Teams ausgetragen wird, im November die Chablais-Trophy in Monthey (Tschechien, Russland, Deutschland), ein Vier-Nationen-Turnier im Dezember im Finnland (Finnland, Schweden, Deutschland) und im Februar 2018 ein Sechs-Nationen-Turnier (Tschechien, Finnland, Deutschland, Russland, Schweden) in Russland. All diese Turniere sind Teil der EHT, die in Russland mit dem Finale der laufenden Saison zu Ende geht.

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