Spono-Nottwil-Spielerin Marina Decurtins: «Ich setze immer alles auf Sieg»

Die Spono Eagles empfangen den LK Zug zum Handballspitzenkampf. Das Titelrennen in der SPL 1 wird immer enger.

Stephan Santschi
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Marina Decurtins, ein Glücksfall für die Spono Eagles.

Marina Decurtins, ein Glücksfall für die Spono Eagles.

Bild: Nadia Schärli (Nottwil, 12. Februar 2020)

«Wir sind nahe beisammen, jedes Spiel ist ein Finalspiel. Alles ist möglich.» So umschreibt Nottwils Flügelspielerin Marina Decurtins die Ausgangslage vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den LK Zug (19 Uhr, SPZ) und generell im Meisterkampf. Noch sind in der Finalrunde der SPL 1 zwar elf Spieltage ausstehend, es vergehen also noch drei Monate, ehe die beiden Topteams im Playoff-Final den Champion küren. Brühl St.Gallen, Zug und Nottwil stehen auf den Rängen eins bis drei aber sehr eng zusammen, nur zwei Punkte fehlen den Zentralschweizer Teams auf Leader Brühl. «Es ist deshalb schon jetzt ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen», sagt Decurtins.

Die Spono Eagles wollen also weiter aufs Tempo drücken, so wie sie es seit dem Jahreswechsel tun. Alle sechs Pflichtspiele gestalteten sie siegreich – darunter den Cup-Halbfinal beim LK Zug II. Wenn es darum geht, aufs Tempo zu drücken, ist Marina Decurtins ohnehin Expertin. Wenn sie mit ihren 1,58 Metern in den Gegenstoss geht, ist jede Verfolgung zwecklos, derart schnell und entschlossen steuert sie auf das gegnerische Gehäuse zu. «Marina ist ein Glücksfall für uns», sagt Trainer Carlos Lima. «Sie war die einzige der Neuen, die von Beginn weg ihre Leistung gebracht hat. Auf sie ist immer Verlass.»

In Zürich wird sie zur Nationalspielerin

Die Spono Eagles hatten im letzten Sommer bekanntlich einen mittleren Umbruch zu bewältigen, gleich sechs Spielerinnen wechselten an den Sempachersee. Decurtins schien die Umstellung nicht schwerzufallen. «Ich fühlte mich in Nottwil auf Anhieb wohl. Ich setze immer alles auf Sieg, das habe ich auch bei GC Amicitia Zürich getan», erklärt die 24-Jährige. Dort entwickelte sie sich innerhalb von vier Saisons zur Leistungsträgerin und Topskorerin. Im November 2018 debutierte sie sogar im Nationalteam und hat seither neun Länderspiele absolviert. Gemeinsam mit Dimitra Hess vom LK Zug kämpft sie am linken Flügel um die Back-up-Position der gesetzten Bundesliga-Legionärin Jennifer Murer. Handballerisch gross geworden ist Decurtins im Aargau. Sie stammt aus Endingen, einem Handball-Hotspot, und sorgte bereits im Nachwuchs für Furore. Mit der SG Aargau West gewann sie 2012 den Schweizer Meistertitel bei den U19-Juniorinnen. Teamkolleginnen waren Pascale Wyder und Gianna Calchini, mit denen sie heute bei den Spono Eagles spielt, oder die Ex-Nottwilerin Lisa Frey, die nun in Dänemark unter Vertrag steht. «Wir verfügten über viel Herzblut und Harmonie. Damit machten wir einiges wett», erinnert sich Decurtins, die beim TV Zofingen bereits als 14-Jährige erstmals im Aufgebot für ein SPL1-Spiel stand.

Trainer Carlos Lima hat «die Qual der Wahl»

Seit dieser Saison spielt sie am linken Flügel von Nottwil und teilt sich die Rolle mit Sabrina Amrein. «Ich habe die Qual der Wahl. Mir tut es etwas leid, wenn ich eine draussen lassen muss. Deshalb mache ich oft halbe-halbe», erklärt Lima die Aufteilung der Einsatzzeiten. Verbesserungspotenzial sieht er bei Decurtins in der Wurfvariabilität und der Effizienz im Abschluss. «Marina vergibt zu viele klare Chancen. Sie muss reifer, abgebrühter werden.»

Weniger Fehler trotz hohen Tempos – da sieht Lima grundsätzlich die Herausforderung im Spiel seines Teams. Mit der Entwicklung ist er zufrieden. «Wir werden kreativer, spielen freier, flexibler und unberechenbarer.» Das soll am Sonntag auch der LK Zug wieder zu spüren bekommen. «Jedes Spiel ist wie ein Playoff-Final», sagt Lima und betont: «Wer die Finalrunde auf Rang eins abschliesst, wird danach auch Meister. Davon bin ich überzeugt.»

Handball, Frauen

SPL 1, Finalrunde. 2. Spieltag: Samstag, 17 Uhr: Rotweiss Thun – LC Brühl SG. – Sonntag, 19 Uhr: Spono Eagles – LK Zug (SPZ).
Rangliste: 1. Brühl 26. 2. Zug 24. 3. Spono Eagles 24. 4. Thun 16.