Volley Luzerns Traagstad: «Ich will diesen Meisterpokal»

Das NLA-Team von Volley Luzern trifft morgen Abend (18.00) im zweiten Playoff-Halbfinalspiel auf Amriswil und will ein drittes Spiel erzwingen. Stig Döös Traagstad glaubt felsenfest daran.

Roland Bucher
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Volley Luzerns Aussenangreifer Stig Döös Traagstad. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. April 2019)

Volley Luzerns Aussenangreifer Stig Döös Traagstad. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. April 2019)

Stig Döös Traagstad. Tönt nach idyllischen Fjorden weit oben in Norwegen, nach Blockhüttenromantik. Ganz daneben liegt man nicht. Stig wuchs in Oslo auf, ehe seine Eltern, Erik und Brigitte, eine Hiesige, beschlossen: «Unsere Zukunft liegt in der Schweiz.» Via einjährigem Zwischenhalt in Den Haag landeten Döös Traagstads in Luzern und als sich Klein-Stig 2004, also eben acht Jahre jung geworden, in seiner neuen Heimat das erste Mal so richtig im Fernsehsessel installiert hatte, spielten die Lacigas, Martin und Paul, an den Olympischen Sommerspielen in Athen begeisternd zum Beachvolley-Tanz auf.

Stig, der auch als Fussballer, Basketballer und Leichtathlet früh höhere Begabung zeigte, habe hingeschaut, sei fasziniert gewesen und seine Mama gebeten: «Bitte, bitte melde mich in einer Volleyriege an.» Das tat sie geflissentlich und der «Springinsfeld» landete beim VTV Horw. Er war der Hahn im Korb: «30 junge Girls und ich – das war schon speziell», sagt er schmunzelnd. Wenig später wurde die Vormacht um weniges gebrochen: Luca Widmer getraute sich ebenfalls ins Volley-Mädchennest. Heute ist der Zuspieler Teamkollege von Döös Traagstad bei Volley Luzern.

Die Bigpoints resoluter packen

Und heute ist Stig Döös Traagstadt (23) eine fixe Kraft bei Volley Luzern. Diese Mannschaft übertraf in dieser Saison sämtliche Erwartungen – auch dank dem 24-jährigen Aussenangreifer, der sagt: «Ich glaube, wir dürfen von uns behaupten, dass unsere Formkurve absolut optimal verläuft.» Diesen Beweis will er zusammen mit seinen Teamkollegen am Samstag gegen den hohen Titelfavoriten Amriswil antreten. Playoff-Halbfinal Nummer 1 vor zehn Tagen ging in Amriswil zwar 0:3 verloren, doch das Resultat täusche beträchtlich: «Wir waren nicht das schlechtere Team. Ganz sicher nicht.» Also, was muss besser werden, um nicht nur eine weitere Ehrenmeldung, sondern einen Sieg, der am Sonntag eine «Belle» in Amriswil bescheren würde, einzufahren? «Wir müssen, wenn die ‹Money-Time› ansteht, resoluter werden, kaltblütiger.» Ausgedeutscht: wenn es um die entscheidenden Punkte ab Spielstand 20:20 geht, Nervenkraft zeigen. «Wenn wir das schaffen, ist alles möglich.» Alles? «Ja», behauptet Stig Döös Traagstad, «ich glaube an uns. Ich glaube, dass wir in den Final einziehen.» Oder noch deutlicher: «Ich will diesen Pokal. Basta!» Der junge, ehrgeizige Mann, der es «gar nicht liebt, im Sport Niederlagen einzustecken», ist in dieser Saison nach Lehr- und Wanderjahren bei Luzern in der NLB, bei Emmen und in Einsiedeln zu einem wichtigen Mosaiksteinchen im Teamgefüge der Truppe von Trainer Liam Sketcher geworden. Das sei kein Zufall, betont Josef Wicki, der Teamchef: «Stig ist äusserst motiviert, entschlossen, alles für den Erfolg zu tun. Und scheut auch ausserhalb des Spielfeldes keine Zusatzefforts, um noch stärker zu werden.» «Ich weiss», sagt er, der die Nationalmannschaft und ein Auslandengagement in Italien, Polen oder Deutschland als hohe Ziele im Hinterkopf trägt, «dass ich an Konstanz noch tüchtig zulegen muss.»

Strebsam ist der junge Mann, der bei der Stadt Luzern die Lehre als Kaufmann absolvierte, im Anschluss die Berufsfmatura bewältige, bald ein IT-Informatikstudium in Angriff nimmt. «Ja, ich will im Leben etwas erreichen», strahlt er jenen Ehrgeiz aus, der morgen Abend die Luzerner zur Überraschung peitschen soll. Und, um nochmals auf die Blockhüttenromantik zurückzukommen: Stig Döös Traagstad hat sich immerhin eine Scheibe abgeschnitten und erweist sich in den letzten Wochen als einer der effizientesten Netz-Blocker im Lande.

Das darf Stig Döös Traagstad gegen Amriswil durchaus noch einmal, zweimal bestätigen.

Hinweis

Männer, NLA. Playoff-Halbfinal (best of 3). 2. Runde. Samstag: Volley Luzern – Amriswil (18.00, Sporthalle, Bahnhof). – 3. Runde (eventuell). Sonntag: Amriswil – Volley Luzern (16.00, Tellenhof).