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Der neue SC-Buochs-Trainer würde heute vieles anders machen

Thomas Heitzmann (46) ist der neue Trainer des SC Buochs. In Kriens spielte er in der NLA, in Luzern war er Assistent von Seoane.
Stephan Santschi
Thomas Heitzmann will das Potenzial der Buochser Spieler vollends ausschöpfen.Bild: Philipp Schmidli (Buochs, 27. Juli 2019)

Thomas Heitzmann will das Potenzial der Buochser Spieler vollends ausschöpfen.Bild: Philipp Schmidli (Buochs, 27. Juli 2019)

Giovane Elber war Torschützenkönig in der NLA, Georges Bregy sammelte am meisten Vorlagen und für den FC Luzern spielte ein gewisser Semir Tuce. Das alles sind Fakten aus der Saison 1993/94 und dienen der Veranschaulichung, wann ein anderer, nicht ganz so bekannter Fussballer, sein einziges Jahr auf höchstem nationalem Niveau absolviert hat: Thomas Heitzmann.

Der heute 46-jährige, 3-fache Familienvater aus Malters zählte damals zum Kader des SC Kriens, der eben den Aufstieg in die NLA geschafft hatte. «Ich spielte meistens dann, wenn andere sich verletzten», erläutert er seine Rolle vor 26 Jahren. Als Allrounder in der Offensive war Heitzmann polyvalent einsetzbar, und auch wenn er nicht zu den unumstrittenen Stammspielern zählte, so kann doch zumindest ein persönliches Highlight herausgestrichen werden: das Spiel des SCK im Dezember 1993 gegen die Grasshoppers im Hardturm. Beim Gegner standen neben Elber so prominente Namen wie Murat Yakin, Ramon Vega, Marcel Koller und Thomas Bickel im Aufgebot. Kriens aber luchste dem Favoriten ein 1:1-Remis ab, der Ausgleichstreffer in der 66. Minute gelang – richtig: Thomas Heitzmann. «Das ist natürlich eine super Erinnerung. Danach holte uns aber wieder der Alltag ein.»

1000 Franken im Monat und Ärger mit dem Trainer

Ende Saison stieg der SCK umgehend wieder ab und Heitzmann kehrte sowohl dem Verein als auch dem Leistungssport den Rücken. «Ich hatte mich ­damals mit Trainer Fide Fässler überworfen», erklärt Heitzmann die Trennung. Darüber ­hinaus waren die Umstände nicht für ein Leben als Spitzenfussballer geschaffen. «Ich kassierte beim SCK als Halbprofi 1000 Franken im Monat, das war nicht viel.» Seinen Hauptverdienst hatte der gelernte Maurer auf der Baustelle, was freilich stark an seinen physischen Ressourcen zehrte.

Heitzmann wechselte im zarten Alter von 21 Jahren zurück in den Amateurbereich, spielte für Sursee, Emmen und Malters, ehe er in Sempach als Spielertrainer seine Karriere als Coach lancierte. «Ich würde heute vieles anders machen», gibt Heitzmann zu und meint damit konkret: «Ich würde den Job wechseln und voll auf Fussball setzen. Ich hätte als Spieler mehr herausholen können.» Damals stellte er aber auch fest: «Fussball kann ein Drecksgeschäft sein. Es ist gut, wenn man Beziehungen hat. Wenn nicht, bist du auf dich alleine gestellt.»

Wenn Gerardo Seoane um 22.30 Uhr anruft

Erfahrungen, die ihm nun in seiner Funktion an der Seitenlinie nützlich sind. «Ich weiss, was ein Spieler will, und ich erkenne, ob er das Potenzial dazu hat.» Seine Maxime ist dabei die Gesprächsführung, «ich will den Spielern klar sagen, was sie tun müssen, um besser zu werden». Diesbezüglich hat Thomas Heitzmann viel von seiner Arbeit im Nachwuchs des FC Luzern profitieren können. Zunächst assistierte er Patrick Schnarwiler in der U18, später Gerardo Seoane in der U21 in der 1. Liga. Heitzmann war involviert in die Entwicklung von Spielern wie Ruben Vargas, Idriz Voca, Silvan Sidler, Stefan Knezevic, Stefan Wolf oder Simon Enzler. Seoane und Schnarwiler bilden mittlerweile das Trainerduo bei den Young Boys, was Heitzmann nicht überrascht. YB-Cheftrainer Seoane zeichne sich mit einer totalen Hingabe für den Fussball aus: «Er lebt diese Leidenschaft während 24 Stunden am Tag, das ist unglaublich und faszinierend. Es kam vor, dass er mich um 22.30 Uhr anrief und mir eine Idee für das morgige Training mitteilte.»

Mit Beginn der neuen Saison am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Zug ist Heitzmann selber erstmals Hauptverantwortlicher in der 1. Liga, zuletzt coachte er seinen Heimatklub Malters, mit dem er die Rückkehr in die 2. Liga verpasste. In Buochs folgt er auf Selver Hodzic. Als Assistenten stehen ihm Christophe Lambert und Michael Diethelm zur Seite, wobei Ersterer weiterhin auch Spieler ist und Letzterer seine aktive Laufbahn beendet. Heitzmann steht der Sinn nach Angriff, «mein Team soll aktiv sein und Fussball spielen», betont er. In einer schweren Gruppe strebe man so nach einem Platz in der oberen Tabellenhälfte, «unser Ziel ist es, das beste Zentralschweizer Team zu sein und den Einzug in die Cup-Hauptrunde zu schaffen».

Profitrainer? «Nicht auszuschliessen, aber…»

Und persönlich? Liebäugelt er mit einer Trainerkarriere, welche diejenige als Spieler dereinst überstrahlen kann? Thomas Heitzmann bleibt vorsichtig: «Ohne Kinder würde ich Vollgas geben, sicher. Da ich Familie habe, bin ich aber auf ein sicheres Einkommen angewiesen.» Als Inhaber des A-Diploms müsste der Sicherheitskoordinator einer Firma für Element- und Behälterbau auf Profitrainer umstellen, um nach höheren Weihen zu streben. «Ich schliesse nichts aus, strebe aber nicht blauäugig nach mehr.»

Transfers

Zugänge: Kevin Epp (Altdorf), Maurus Barmettler (Stans), Leond Kqira (Cham), Lorenzo Di Michelangeli (Luzern U21), Leonardo Würmli (Kickers Luzern), Anton Marku (Root). – Abgänge: Fabio Zizzi (Kriens), Noah Schnarwiler (Perlen-Buchrain), Aaron Hönger (?), Michael Diethelm (Karriereende, neu Assistenztrainer), Daniel Marquez (Südstern), Arbias Binaku (Altbüron-Grossdietwil), Luan Haxhimurati (Obergeissenstein), Lars Unternährer (Sursee).

Testspiele

Wohlen 2:2, Sursee 6:1, Emmenbrücke 3:1, Brunnen 10:1.

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