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Im Sommer führt dieser Ski-alpin-Trainer das Bergrestaurant Alpgädeli

Was macht ein Skitrainer in der heissen Jahreszeit? Im Fall von Nidwaldens Alpinchef Heiko Hepperle ein Bergrestaurant führen.
Stephan Santschi
Von links: Heiko Hepperle, Töchterchen Frieda und Partnerin Corinna Melmer im Alpgädeli, das sich 300 Meter von der Bergstation der Gondelbahn Emmetten-Stockhütte entfernt befindet. Bild: PD

Von links: Heiko Hepperle, Töchterchen Frieda und Partnerin Corinna Melmer im Alpgädeli, das sich 300 Meter von der Bergstation der Gondelbahn Emmetten-Stockhütte entfernt befindet. Bild: PD

«Im Sommer fahren wir nie Ski. Die Eltern und der Nidwaldner Skiverband sparen so Geld. Und die Kinder bewahren die Energie, die sie auf dem Gletscher sofort wieder hergeben würden.» Und so verwandelt sich Heiko Hepperle in der heissen Jahreszeit vom alpinen Cheftrainer im Nidwaldner Skiverband (NSV) zum Hauptverantwortlichen eines Bergrestaurants. In den vergangenen zwei Jahren tat er dies mit seiner Partnerin Corinna Melmer jeweils im Tirol auf rund 1800 Metern, wo sie die Bad-Kissinger-Hütte mit 70 Schlafplätzen bewirtschafteten.

Heuer lassen sie es aber etwas ruhiger angehen. Der Grund: Die beiden sind Mitte Februar erstmals Eltern geworden, Töchterchen Frieda komplettiert seither die Familienidylle. Die beiden Beckenrieder fahren nun nicht mehr nach Österreich, sondern nur ein paar hundert Meter in die Höhe, um an ihren neuen Arbeitsort zu gelangen. Das Bergrestaurant Alpgädeli liegt rund 300 Meter von der Bergstation der Gondelbahn Emmetten-Stockhütte entfernt.

Die etwas andere Karte im «Alpgädeli»

Während das Konditionstraining im Sommer beim NSV von Michael Huber geleitet wird, empfangen er und seine Partnerin im «Alpgädeli» jeweils von Samstag bis Dienstag Gäste. 80 Plätze zählt die Terrasse, 25 die Gaststube. «Corinna ist die Chefin, sie kocht und backt, während ich verkaufe», sagt Heiko Hepperle lachend. Die Karte ist klein, fein und unterscheidet sich bewusst von den kulinarischen Angeboten der Klewenalp und der Stockhütte. Konkret: Es gibt nicht Pommes frites, Schnitzel und Chicken-Nuggets, sondern Suppe mit Spinat- oder Speckknödel, Gulasch, Bergwurst oder eine kalte Platte. «Die Zutaten sind aus der Region und wir machen alles selber.» Besonders beliebt sei der hausgemachte Apfelstrudel zum Dessert. Geführt wird das «Alpgädeli» seit diesem Sommer wieder von der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG. Während Melmer im Stundenlohn angestellt ist, hilft Hepperle neben seinen Vaterpflichten aus, wo es ihn braucht. «Wir können das Restaurant innerhalb der Leitplanken des Gastrokonzepts selbstständig führen, wie wir wollen.»

Auch Weltcupfahrer schauen bei ihm vorbei

Im Gegensatz zur Massenabfertigung in der Bad-Kissinger-Hütte nennt Hepperle das Kalkulieren als grosse Herausforderungen. «Du weisst nie, ob 2 oder 100 Gäste kommen. Wie viel produzieren wir, damit wir nichts wegwerfen müssen? Im Tirol haben wir am Abend und in der Nacht einfach produziert und nach zwei Stunden war alles weg.» Damals habe der Arbeitstag von 5 Uhr morgens bis 2 Uhr am nächsten Morgen gedauert. «Obwohl wir acht Angestellte hatten, musste einer von uns immer präsent sein», erzählt Hepperle. Seiner Persönlichkeitsentwicklung sei dies sehr förderlich gewesen. «Ich musste aus meiner Komfortzone raus. In Sachen Menschenführung und Organisatorischem habe ich Erfahrungen sammeln können.»

Im «Alpgädeli» schätzt er derweil die privatere Atmosphäre. Es bleibt Zeit für neue Bekanntschaften und persönliche Gespräche. Auch bekannte Gesichter der Skisportszene tauchen hin und wieder auf: die Nidwaldner Weltcup-Fahrer Marco Odermatt und Reto Schmidiger zum Beispiel. Oder das hoffnungsvolle Talent Delia Durrer. Mitte September wird Hepperle auf den Schnee zurückkehren, dann beginnt im Pitztal und im Kaunertal das Skitraining mit dem NSV. Bis Oktober wird er zwischen Skipiste und Bergrestaurant hin und her pendeln. Ob seine Partnerin das «Alpgädeli» auch im Winter führen wird, ist noch offen. Für ihn selber liegt der Fokus dann wieder zu 100 Prozent auf dem Skisport.

Letzte Skisaison war die bisher erfolgreichste

Heiko Hepperle stiess vor sieben Jahren zum NSV, aufgewachsen ist der heute 34-jährige Deutsche in der Nähe von Ulm auf einem Bauernhof. Als 20-Jähriger kam er in die Schweiz nach Appenzell, um sich als Skilehrer selbstständig zu machen. So erfolgreich wie letzte Saison waren seine Schützlinge im NSV noch nie. Auch wenn er nicht gerne Einzelne hervorhebt, freute er sich doch besonders am Nidwaldner Doppelsieg an den Schweizer Jugendmeisterschaften im Super-G durch Anja Christen (Oberrickenbach) und Jasmin Mathis (Buochs).

Im Schlussklassement des Schweizer Jugend-Cups der Mädchen (Jahrgänge 2003 bis 2006) waren sogar drei Nidwaldnerinnen in den Top Ten vertreten. «Für eine kleine Region mit acht Skiklubs ist das eher selten.» Und so schöpft Heiko Hepperle in den Nidwaldner Bergen nun die Kraft, um im kommenden Winter die Entwicklung seiner Skicracks erfolgreich weiterzuführen.

Website: www.alpgaedeli.ch

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