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In Buochs brechen alle Dämme: Der SC Goldau unterliegt mit 3:6

Wenn Abstiegskampf zum Spektakel wird: Der SC Buochs schlägt Goldau im Duell der 1.-Liga-Kellerkinder 6:3.
Stephan Santschi
Der Buochser Leonardo Würmli (links) drückt ab, Goldaus Shlirim Zeka kann den Abschluss nicht mehr verhindern. Bild: Boris Bürgisser (Buochs, 19. Oktober 2019)

Der Buochser Leonardo Würmli (links) drückt ab, Goldaus Shlirim Zeka kann den Abschluss nicht mehr verhindern. Bild: Boris Bürgisser (Buochs, 19. Oktober 2019)

Was war denn das für eine zweite Halbzeit im Spiel des SC Buochs gegen Goldau. 0:1 stand es nach 45 Minuten, ehe beide Teams nur noch eine taktische Marschrichtung kannten – jene nach vorne. Schlag auf Schlag ging es plötzlich, anstelle einer Abwehrschlacht lieferten sich die beiden Kellerkinder der 1. Liga-Gruppe 2 unverhofft ein Offensivspektakel. Kein Zweifel, so macht Abstiegskampf zumindest für die Zuschauer Spass. Für jene, die nicht dabei waren, seien an dieser Stelle die Ereignisse auf dem Seefeld nochmals im Zeitraffer aufgeführt.

48. Minute. Der Buochser Jérôme Bühler, zur Pause eingewechselt, düpiert Goldaus Goalie Marco Steinegger mit einem scheinbar harmlosen Distanzschuss – 1:1.

53. Minute. Ein erster Moment für die Galerie. Leonardo Würmli lässt im Strafraum einen Gegenspieler mittels Haken aussteigen und drischt den Ball ins Lattenkreuz – 2:1.

57. Minute. Raphael Suter, der in der 35. Minute nach einem Konter schon das 1:0 für die Goldauer erzielte, reagiert nach einem Freistoss am schnellsten und drückt den Ball aus nächster Nähe über die Linie – 2:2.

60. Minute. Der Buochser Goalie Kevin Epp wehrt einen Freistoss nur ungenügend ab, Goldaus Topskorer Jonas Truttmann staubt humorlos ab – 2:3.

62. Minute. Yahia Abaidia, auch er erst bei Spielhälfte aufs Feld geschickt, nimmt aus 20 Metern Mass und sieht seinen Versuch derart effektiv abgelenkt, dass er via Latte ins Schwarze einschlägt – 3:3.

65. Minute. Foul am Buochser Innenverteidiger Emanuele Guidotti, Penalty. Der Geschädigte tritt selber an, verwertet souverän – 4:3.

71. Minute. Nun geht bei den Einheimischen alles. Christophe Lambert nimmt den Ball aus 22 Metern volley und sieht ihn via Pfosten ins Netz kullern – 5:3.

82. Minute. Foul an Bühler, wieder Penalty. Joel Sousa nutzt die Chance so abgeklärt wie zuvor Kollege Guidotti – 6:3. Dann ist Schluss, der Wahnsinn mit acht Toren innerhalb von 34 Minuten beendet.

Für Nickel folgt auf das Torfestival die Hochzeit

Bei den Buochsern herrschte nach sieben sieglosen Partien in der Meisterschaft grosse Erleichterung. «Für uns war das wie ein Finalspiel. Dieser Erfolg tut gut», resümierte Captain Tobias Nickel. Trotz des Absturzes in der Tabelle habe nie die Motivation oder der Wille gefehlt. «Es passten bisher einfach nicht alle Puzzlestücke zusammen. Die beiden Einwechslungen brachten diesmal frischen Wind. Und wir hatten für einmal auch das Glück auf unserer Seite.»

Am kommenden Freitag wird Nickel heiraten, Partystimmung herrschte für ihn und sein Team aber bereits am Wochenende. Ganz anders war die Gemütslage beim SC Goldau. Die Schwyzer stellen die Schiessbude der gesamten Liga. 41 Gegentore in 11 Begegnungen machen 3,7 pro Spiel – das ist nicht erstligatauglich. «Wir hatten im Sommer in der Defensive wichtige Abgänge», erklärt Trainer Sandro Marini. Auf fremdem Platz hat sein Team in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt gewonnen, dafür schon mehrere Schlappen bezogen (0:7, 0:5, 0:5 und nun 3:6).

Goldau-Trainer Marini hofft auf Rückkehrer

Zufrieden ist Marini trotzdem, «in Sachen Mentalität rangieren wir an der oberen Spitze». Er freut sich über das Comeback (Michael Keller) und die Reaktivierung (Pirmin Bosshart) von zwei Routiniers und hofft in der Winterpause auf die Rückkehr der auslandreisenden Verteidiger Livio Sommaruga und Silvan Büeler. «Das gibt uns mehr Stabilität», sagt Marini und hält trotz des Falls auf die Relegationsplätze fest: «Wir werden das schon schaffen.»

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