In der 2. Liga inter rollt der Fussball für die Willisauer

Der FC Willisau startet als Leader in die Frühjahrsrunde. FCW-Goalie Philip Bolliger weiss die Gründe dafür.

René Barmettler
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Philip Bolliger, Torhüter des FC Willisau, absolviert hier mit seinem Team ein Vorbereitungsspiel gegen die zweite Mannschaft des FC Sursee.

Philip Bolliger, Torhüter des FC Willisau, absolviert hier mit seinem Team ein Vorbereitungsspiel gegen die zweite Mannschaft des FC Sursee.

Philipp Schmidli / PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

Am Anfang war es so etwas wie ein Missverständnis: Die ersten beiden Versuche, sich nach dem Aufstieg in der 2. Liga inter festzubeissen, misslangen. Die Saisons 2013/14 und 2015/16 beendete der FC Willisau jeweils auf dem 13. Platz und stieg ab.

Der dritte Versuch sass dann: Die Saison 2018/19 schlossen die Luzerner Hinterländer auf dem sechsten Rang ab. Die vierte Spielzeit ist derzeit der ganz grosse Renner für den FCW: Sie nehmen die Frühjahrsrunde auf der Pole-Position in Angriff. Der Leader hat 33 Punkte vorzuweisen, es fehlen noch deren zwei zum letztjährigen Vereinsrekord vom Vorjahr. «Das aktuelle Team ist zum grossen Teil seit rund vier Jahren dasselbe», begründet Goalie Philip Bolliger den Höhenflug. «Wir haben uns in der regionalen Liga gut aufgestellt und sind nun im Moment in der richtigen Liga.»

Zweitbeste Offensive und Defensive

Trotzdem fühlte sich auch der 24-jährige Aargauer aus Oftringen fast ein wenig überrumpelt ob dieser komfortablen Situation. «Hätten wir das Start- und Kampfspiel in Hergiswil verloren, sähe unsere Lage wohl nicht so gut aus.» Die Partie gegen die Nidwaldner gewann Willisau 2:1, die Basis für eine überragende Vorrunde war gelegt.

Ist nun auch ein Aufstieg in die 1. Liga möglich? «Wenn wir an unsere Leistungen anknüpfen können und wieder in einen Lauf kommen, ist alles möglich. Wir waren eigentlich nie schlechter als die Gegner der Vorrunde. Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben.» Die hartnäckigsten Verfolger sind Rotkreuz und Mendrisio, das Duo lauert mit zwei Punkten Rückstand auf den Leader. Der FC Emmenbrücke, der dritte im Bund, der Ambitionen hegt, liegt derzeit abgeschlagen zwölf Zähler hinter dem FCW. «Gegen Rotkreuz und Mendrisio hatten wir uns in der Vorrunde gut gehalten», erinnert sich Bolliger. 0:3 und 1:1 lauteten die Resultate, «und auch in Rotkreuz standen wir nahe am 1:1-Ausgleich. Am Ende dieser Saison wird das konstanteste Team vorne sein.» Derzeit spricht einiges für Willisau, das mit Christian Binde einen treffsicheren Stürmer hat (13 Tore). Nach der zweitbesten Offensive stellt Willisau auch die zweitbeste Defensive.

Erste Goaliehandschuhe von seinem Götti erhalten

Einen Anteil davon kann auch Bolliger für sich beanspruchen, der das Tor nun in der vierten Saison für die Willisauer hütet. Seit er acht Jahre alt ist, steht er zwischen den Pfosten. Zum Erstaunen seiner Eltern, die ihm erlaubten, beim SC Zofingen an einem Probetraining teilzunehmen. Sie sahen ihn eher als Feldspieler, das hatte auch mit seiner Grösse zu tun. In seinen Jahrgängen gehörte er zu den Kleinstgewachsenen. Doch weil er von seinem Götti zu Weihnachten Goaliehandschuhe geschenkt erhielt, wollte Klein-Philip unbedingt ins Tor. Um seine damals fehlende Grösse zu kompensieren, investierte Bolliger viel in das Sprungkraft-Training. Das zahlte sich aus, auch als er mit 16 Jahren einen Wachstumsschub verzeichnete. Mit 17 Jahren debütierte er im Fanionteam von Oftringen (2. Liga regional), ein Jahr später wechselte er für zwei Jahre zum 1.-Ligisten Schötz. Danach wechselte er auf das Schlossfeld.

Einen Wechsel, den er nie bereute. «Ich hatte noch nie ein Team wie hier. Es gibt keine Grüppchen, es sind alle füreinander da. Eine verschworene Einheit eben.» Sein Wechsel zu diesem Klub war garantiert kein Missverständnis.