Skirennfahrer Matthias Itens verzeichnet einen Fehlstart ins neue Jahr

Der Zuger Skirennfahrer Matthias Iten will mit gezielter Trainingsarbeit seine Resultate verbessern.

Peter Gerber Plech
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Er ist eigentlich gut drauf, doch in den Rennen läuft es Matthias Iten noch nicht nach Wunsch.

Er ist eigentlich gut drauf, doch in den Rennen läuft es Matthias Iten noch nicht nach Wunsch.

Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 2. Januar 2018)

Matthias Iten ist längst im europäischen Winter angekommen. Mehr noch: Er steckt mitten drin in jener Zeit, wo es für ihn um Hundertstelsekunden, Europacup- und wichtige FIS-Punkte geht. Zum Beispiel im französischen Vaujany. Unweit von Grenoble und nördlich der vom Radsport her bekannten Alpe d’Huez hat der 20 Jahre alte Zuger am Sonntag und am Montag je einen Europacup-Slalom bestritten. Allerdings mit wenig Erfolg: Iten scheiterte in beiden Rennen bereits im 1. Lauf. «Bitter, ich habe zwei Mal eingefädelt. Ich kann meine Trainingsleistungen im Rennen einfach noch nicht umsetzen», sagt Iten. Er werde sich deshalb nicht entmutigen lassen und im Training weiterarbeiten, verspricht er und macht sich damit selber Mut.

Angefangen hat Itens Wettkampf-Winter aber schon viel früher. Genauer im August 2019 und im etwa 18700 Kilometer von Grenoble entfernten Skigebiet von Coronet Peak in Neuseeland. Fussball- und Eishockeyfan Iten bestritt in Neuseeland und Australien insgesamt elf Rennen. Das Letzte, den Slalom von Cardrona, beendete er gar zeitgleich mit dem Norweger Sebastian Foss-Solevåg als Sieger. Dass er diesen Erfolg mit einer Verletzung erreicht hatte, die ihn anschliessend für sechs Wochen im Training stark einschränken sollte, erfuhr Matthias Iten erst nach seiner Rückkehr in die Schweiz. Wegen Schmerzen in der linken Hand liess er diese genauer untersuchen. Diagnostiziert wurde ein sauberer, nicht verschobener Bruch des Kahnbeins. «Verletzt habe ich mich schon Anfang August bei einem Sturz auf der Pumptrack in Magglingen. Die ersten Röntgenbilder haben aber nichts Auffälliges gezeigt und deshalb bin ich wenige Tage später nach Neuseeland gereist.»

Reduziertes und der Verletzung angepasstes Training folgten, bevor Iten dann Mitte November auch auf europäischem Schnee hat Wettkämpfe bestreiten können. Im schwedischen Kabdalis landete er bei zwei gut besetzten FIS-Slaloms jeweils auf dem Podest, einmal gar als Sieger, und in Funesdalen holte er sich als 22. zum ersten Mal in einem Slalom Europacup-Punkte. «Das war ein gutes Resultat in einem Rennen, in welchem auch einige Weltcup-Fahrer am Start gewesen sind.»

Die Enttäuschung folgte dann gut zwei Wochen später in Italien. Beim Europacup-Slalom im Val di Fassa kam Iten im zweiten Lauf nicht ins Ziel. «Das war definitiv nicht top. Aber grundsätzlich bin ich mit dem bisherigen Winter zufrieden. Im Training läuft es gut. Jetzt muss ich die Trainingsleistungen in den Europacup-Rennen auch noch umsetzen», sagte Iten am Samstag.

Seit Freitag kann er die Hand wieder frei bewegen

Dass die zwischen Weihnachten und Neujahr geplant gewesenen FIS-Rennen in Sörenberg nicht haben stattfinden können, bedauert Matthias Iten, der sich in diesem Winter vor allem auf den Slalom und den Riesenslalom konzentrieren will. Einerseits wären zu seinen «Heimrennen» viele bekannte Gesichter aus dem Familien- und Freundeskreis ins Entlebuch angereist und andererseits hätte er als Sieger und Zweitplatzierter der beiden Rennen des Jahres 2018 beste Erinnerungen an den Anlass gehabt. «Die positive Seite ist, dass ich über die Festtage etwas habe abschalten und die Zeit mit der Familie geniessen können», sagt Iten zur unfreiwilligen Rennpause. Unter anderem stand Eishockeyspielen mit dem Bruder auf dem Programm. Der Wiedereinstieg ins Rennfahrerleben verlief dann auch nicht ganz nach Wunsch. Wegen des für die Jahreszeit zu warmen Wetters waren die Bedingungen für wirklich gute Trainings nicht ideal. Am Freitag und Samstag bereiteten sich Iten und seine Kollegen in Anzère und La Fouly auf die ersten Rennen des Jahres 2020 vor. «Jetzt freue ich mich darauf, dass ich wieder Rennen fahren kann. Ich bin top motiviert», sagte Iten am Samstag.

Und weil er seit Freitag endgültig auf das Einschienen der im August verletzten Hand verzichten kann, hat der Zuger auch seine Bewegungsfreiheit wieder. Klar, dass die Freude am Montag nach den zwei missglückten Rennen in Frankreich deutlich getrübt war. Aber: «Ich weiss, dass ich eigentlich gut drauf wäre. Jetzt muss das mit den Rennen einfach auch noch klappen …»